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    Aubstadt

    Viel Lob für die erfolgreiche Arbeit der Grabfeld-Allianz

    Fast alle Gemeinderäte nahmen die vorgestellten Evaluierungen und Konzepte vorbehaltlich einiger ergänzender Themen als Leitfaden für die nächsten sieben Jahre an.
    Über die abgeschlossene Evaluierung der Projekte und Maßnahmen der Grabfeld-Allianz freuen sich (von links) Thomas Helbling, Michael Kuhn (ALE), Christiane Wichmann, Silvia Schmitt, Sarah Geißler und Jürgen Heusinger. Foto: Regina Vossenkaul

    Alle elf Kommunen, die zur Grabfeld-Allianz gehören, nahmen mit ihren Gemeinde- und Stadträten an der interkommunalen Gemeinderatssitzung teil, die in Aubstadt stattfand. Es ging um die Vorstellung der Evaluierungen und Fortschreibungen des Interkommunalen Entwicklungskonzepts (ILEK) und des Daseinsvorsorgekonzepts (DVK). Die Ergebnisse des letzten Seminars in Klosterlangheim, eine Umfrage bei Passanten auf dem Kunsthandwerkermarkt Bad Königshofen und eine Online-Befragung flossen in den Vortrag der begleitenden Planungsbüros ein. Am Ende nahmen fast alle Gemeinderäte die vorgestellten Evaluierungen und Konzepte vorbehaltlich einiger ergänzender Themen als Leitfaden für die nächsten sieben Jahre. Eine Gegenstimme gab es: Wülfershausen will noch einmal darüber diskutieren und in der nächsten Gemeinderatssitzung abstimmen.

    Allianzsprecher Jürgen Heusinger fasste in seiner Begrüßung den Werdegang der Allianz kurz zusammen. Gemeinsam kann man mehr erreichen, das war allen Bürgermeistern klar, als nach ersten Gesprächen 2006 die Vereinsgründung erfolgte und 2007 das erste ILEK und 2013 das DVK mit Inhalten gefüllt wurde. 2019 erfolgte die Evaluierung, eine notwendige Maßnahme zur Überprüfung der bisherigen Maßnahmen und zur Planung von neuen Inhalten. Was hat sich bewährt, was kommt neu dazu, was muss an neue Rahmenbedingungen angepasst werden? Der Handlungsrahmen für die nächsten sieben Jahre ist auch die Grundlage für weitere Fördergelder. Die wichtigsten Erfolgsprojekte fasste Heusinger zusammen und lobte Projektmanagerin Silvia Schmitt und Mitarbeiterin Annedore Dietz-Holzheimer für ihre Arbeit. Vier Euro pro Kopf zahlen die Allianzgemeinden in den Haushalt ein, dazu kommen die Fördergelder vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und der Regierung von Unterfranken.  

    Grabfeldallianz stellt Weichen für die Entwicklung der Region

    Unter dem Titel "Grabfeldallianz stellt Weichen für die Entwicklung der Region" trugen Christiane Wichmann und Sarah Geißler von den Planungsbüros Perleth und arc.grün die Ergebnisse vor und zogen Bilanz. In 12 erfolgreichen Jahren wurden 144 Lenkungsgruppensitzungen gehalten, es gab 50 Klausurtagungsstunden, 47 erfolgreiche Maßnahmen und 35 neue Projekte. 100 Presseartikel sind erschienen und 2018 erhielt die Allianz den Bayerischen Staatspreis. Die Jobmeile und das Innenentwicklungsförderprogramm sind die erfolgreichsten Projekte, darüber waren sich die Umfrage-Beteiligten einig. Die Trinkwasserversorgung habe höchste Priorität, hieß es unter anderem. Die Zusammenarbeit der Verwaltungen, die medizinische Versorgung, die Nahversorgung und der öffentliche Nahverkehr sollten verbessert werden. Alle Ideen und Kritikpunkte wurden notiert, mit großer Mehrheit wurde die Arbeit der Allianz als positiv beurteilt.

    Wichmann und Geißler beleuchteten die Handlungsfelder "Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur", "Landwirtschaft, Landschaftspflege, Wasserschutz", "Siedlungs- und Dorfentwicklung, Dorfkultur, Demographischer Wandel", "Tourismus, Kultur, Vereine" und das neue Handlungsfeld "Zusammenarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing" und nannten die zielführenden Maßnahmen. Für jede Gemeinde wurde außerdem ein spezieller Maßnahmenkatalog aufgestellt. Neu für die anwesenden Gemeindevertreter war die Umbenennung des Förderprogramms "Kleinere Städte und Gemeinden" zu "Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne" ab 2020. Fördervoraussetzung ist die Ausweisung eines Sanierungs- oder städtebaulichen Erneuerungsgebietes, neuer Handlungsschwerpunkt ist "Grüne Infrastruktur". Dank der guten Zuarbeit durch das Projektmanagement konnte die Evaluierung in einem halben Jahr abgeschlossen werden, berichtete Sarah Geißler. Sie lobte außerdem die erfolgreiche Arbeit der Allianz: "Es gibt keine Allianz, die da mithalten kann. Machen sie so weiter wie bisher."

    Lob von allen Seiten

    Michael Kuhn, seit vier Jahren der zuständige Betreuer des ALE, schloss sich dem Lob an. "Nicht überall läuft es so gut", so sein Fazit. Das sei den Bürgern und Bürgermeistern zu verdanken, die sich zum Wohl der Bevölkerung einsetzten und sich gegenseitig unterstützten, auch wenn sie nicht selbst davon profitierten. Es werde manchmal heiß diskutiert, aber alles sei von gegenseitiger Wertschätzung geprägt, was auch am Führungsstil von Jürgen Heusinger liege, der für eine gute Atmosphäre sorgt und zukunftsorientiert denke. Das Management nannte er "die gute Seele der Allianz", dort liefen alle Fäden zusammen.

    Einige ergänzende Ideen wurden gesammelt. Dann sprach Thomas Helbling einige Schluss- und Dankesworte. Er erwähnte das Pilotprojekt ÖPNV im Grabfeld und erinnerte daran, dass die Erfolge der Allianz auch durch das fehlende "Kirchturmdenken" möglich sind.