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    BAD NEUSTADT

    Von Sehnsucht und der Sucht nach Bildern

    Gemeinsam: Ute und Achim Gütling vor ihrem Werk „Welche Farbe hat die Liebe?“ In der Ausstellung seh(n)süchtig zeigen beide sonst ihren eigenen Stil. Foto: Nerche-Wolf

    Sie kennen die Melodie „Eine kleine Sehnsucht“? Ein Tipp: Wenn Sie sich in der Zeit bis zum 27. September auf den Weg zur Kunstvilla am Donsenhaug machen, dann singen oder summen Sie das Stück. In diesem Fall hätten Sie die gleiche passende Grundstimmung wie die Besucher der Vernissage, die gespannt auf einen Rundgang durch die Ausstellung „seh(n)sucht“ von Ute und Achim Gütling warteten.

    Vorher galt es allerdings noch zu klären, was es mit dem interessanten roten, eingeklammerten n auf sich hat. Da stehen auf der einen Seite die vielen Sehnsüchte der Menschen nach Liebe, Nähe, Angenommensein oder auch Weite und Ferne, die das Künstlerpaar thematisiert. Eine ganz große Rolle spielt für Ute Gütling das Wasser mit seinen wunderbaren Kräften, die Meere dieser Erde brausen mit ihrem typischen Charakter durch ihre Staffelei.

    Achim Gütling ist da eher heimatorientiert, seine Bilder verraten viel von Verwurzelung, greifen aber auch Religiöses (wie in der tiefgründigen Arbeit „Erlösung) oder Gesellschaftskritik auf. Aus Anlass des zweiten Golfkriegs beispielsweise entstand „Blut &Öl“, aktuell beschäftigt ihn die Flüchtlingsfrage, der sich Kunstvereinsvorsitzender Csaba Horovitz in seiner Begrüßungsrede ebenfalls intensiv widmete.

    Gemütszustände ausdrücken

    Bei beiden Künstlern finden Gemütszustände wie Zufriedenheit oder innere Wärme ihren stimmungsvollen Ausdruck, in einer gemeinsamen Arbeit (sie entstand in einem sogenannten Nachteulen-Gottesdienst) gaben sie eine Antwort auf die Frage „Welche Farbe hat die Liebe?“

    Neben diesen Sehnsüchten treibt die beiden Maler noch ihre Sehsucht an, schaute Ute Gütling auf das rote n, das verrät, wie sehr die Künstler auf Bilder angewiesen sind, deren Schönheit sie entweder in der Realität bewundern oder die vor ihrem geistigen Auge entstehen.

    Und sie erzählte von den spannenden Momenten, in denen sie mit ihrem Mann dasselbe Motiv betrachtet und bearbeitet, die Ergebnisse aber dann doch völlig verschieden ausfallen.

    Die Ausstellung seh(n)süchtig von Ute und Achim Gütling ist bis zum 27. September samstags und sonntags 14 bis 18 Uhr, donnerstags 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter (09773) 5304 zu sehen.