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    Bischofsheim

    Vortrag beim "Bischofsheimer Frühstück"

    Kerstin König referierte zum Thema Plastik im Rahmen des 'Bischofsheimer Frühstücks'.
    Kerstin König referierte zum Thema Plastik im Rahmen des "Bischofsheimer Frühstücks". Foto: Christina Weber-Hoch

    Auch dieses Jahr lud der vlf (Verband für landwirtschaftliche Fachbildung) Rhön-Grabfeld wieder zum traditionellen "Bischofsheimer Frühstück" mit Büfett und Vortrag in die Räumlichkeiten der Hauswirtschaftsschule ein. Schulleiterin Christina Weber-Hoch begrüßte 47 Frauen aus dem Landkreis, die der Einladung gefolgt waren und interessiert hörten, was Hauswirtschaftsmeisterin Kerstin König aus aktuellen Statistiken zum Thema Plastik darlegte. Seit den 1950er Jahren sind ca. 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert worden - wovon inzwischen 6,3 Milliarden Tonnen "Müll" sind. Knapp 80 Prozent davon befinden sich weltweit auf Deponien oder frei in der Umwelt. 150 Millionen Tonnen Plastik bewegen sich im Meer - und für das Jahr 2050 ist gar die Prognose, "dass gewichtsmäßig mehr Plastik als Fisch im Meer sein wird".

    Sie stellte Hoffnungsträger und Aktivisten wie zum Beispiel Boyan Slat aus den Niederlanden vor, der in jungen Jahren schon Visionen für ein plastikärmeres Meer entwickelte und das ehrgeizige Projekt "Ocean Cleanup" in Angriff nahm. Oder David Katz, der frei in der Umwelt befindlichen Müll zu "social plastic" machte und auf Haiti, dem heute ärmsten Land der westlichen Welt, Umweltschutz mit Einkommen für die Einwohner verbindet. Die Haitianer sammeln Kunststoffe aus der Umwelt und können sie zu guten Preisen bei Katz' "plasticbank"  in Guthaben umtauschen und damit die Schulbildung ihrer Kinder und ihr Überleben sichern. Große Konzerne, die einen guten Teil Verantwortung an der Vermüllung der Welt tragen, finanzieren das im Gegenzug durch Ankauf von Meeresplastik oder Sponsoring und können dadurch zumindest einen kleinen Bruchteil wieder gut machen.

    Die Auswirkungen von Kunststoffen in der Umwelt

    Neben erschreckenden Bildern und Fakten über die Auswirkungen von Kunststoffen in der Umwelt und Themen wie Produktion und Recycling waren auch noch Zusatzstoffe, beispielsweise Weichmacher oder Flammschutzmittel ein wichtiges Thema. Vor allem Kinder scheinen zunehmend unter den Folgen der hormonell wirksamen Substanzen zu leiden, mit denen mittlerweile praktisch jeder im Alltag ständig in Berührung kommt. "Kreidezähne" und vor allem hormonelle Störungen wie z.B. verfrühtes Einsetzen der Pubertät oder Unfruchtbarkeit werden häufig mit Weichmachern in Verbindung gebracht.

    Die Frühstücksgäste hatten viele Fragen zu alltäglichen Haushaltsthemen - wie friere ich ohne Plastik ein, was ist von bestimmten Produkten zu halten, wo bekomme ich mein Fleisch ohne Folienverpackung und wie ist die rechtliche Lage zu diesem Thema? Die Referentin ergänzte die Fragen und Antworten noch um einzelne Punkte, die ihr besonders am Herz lagen und beschloss den Vortrag mit Gedanken zum Thema Konsum und "ob wir nicht oft unser Glück an der falschen Stelle suchen. Was ist wirklich wichtig?"

    Nach diesen Worten eröffnete Christina Werner vom vlf das Büfett, das während des Vortrages von den Helferinnen angerichtet wurde.

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