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    Bad Neustadt

    Vortrag in der FOS/BOS über eines der größten Rätsel der Menschheit

    Eine ungefähre Vorstellung vom Phänomen der "Schwarzen Löcher" gab der aus Bischofsheim stammende Astrophysiker Dr. Christian Fromm. Foto: Eckhard Heise

    Die Aula platzte aus allen Nähten und Schulleiter Ralf Kaminski war überaus erfreut über das enorme Interesse. Es ging allerdings um nichts weniger als eines der größten Rätsel der Menschheit. Und ein Rhöner war daran beteiligt, wie die Wissenschaft der Entschlüsselung des Geheimnisses ein Stück näher gekommen ist. Und dieser Mann, Dr. Christian Fromm, ließ die Zuhörer nun an seinem Wissen teilhaben.

    Mit einem Bus war ein Teil der über 200 Zuhörer aus Bischofsheim, der Heimatstadt des Wissenschaftlers der Uni Frankfurt, angereist, um etwas über das "Schwarze Loch" zu erfahren. Der Forscher weilt für eine Woche in seiner Geburtsstadt, so dass der Förderverein der FOS/BOS die Gelegenheit ergriffen hatte, Fromm zu einem Vortrag einzuladen.

    Wissenschaftliche Sensation des Jahres

    Schulleiter Kaminski erklärte stolz, das der Astrophysiker an der Einrichtung in Bad Neustadt im Jahr 2000 sein Abiturzeugnis entgegen genommen hat und dass der Referent ein Teil des Teams war, das im Jahr 2018 mit der Präsentation des ersten Fotos von einem Schwarzen Loch für die wissenschaftliche Sensation des Jahres gesorgt hatte.

    Nach kurzer Einführung legte der Wissenschaftler aber gleich los mit "Grundlagen der Astronomie in zehn Minuten". Hinter ihm auf einer Leinwand das Foto, das die Welt der Astronomie in Verzücken versetzt hat: ein rot-gelber ovaler Fleck mit unterschiedlichen Schattierungen. Trotz der Komplexität der Materie gelang es dem Gastredner, mit anschaulichen Vergleichen zumindest ansatzweise eine Vorstellung von dem Phänomen zu vermitteln. Um das Foto zu machen, erklärte er beispielsweise, wäre normalerweise ein Teleskop von der Größe der Erde notwendig. Mit der dann erreichten Vergrößerung könnte bei entsprechender Auflösung von Bischofsheim aus eine Zeitung in New York gelesen werden. Ein Schwarzes Loch verglich Fromm mit einem Strudel, in den die am Rand befindlichen Gegenstände eingesogen werden – allerdings ist der Strudel millionenfach so groß wie unser Sonnensystem.

    Wissenschaftler in Verlegenheit gebracht

    Einen älteren Mann, den die Sorge trieb, dass eines Tages auch die Erde in dem Sog verschwinden werde, konnte der Wissenschaftler mit dem Hinweis beruhigen, dass es dazu nicht kommen wird - weil unser Sonnensystem bis dorthin längst mit einer anderen Galaxie kollidiert ist. Allerdings vergeht ein Zeitraum von Milliarden von Jahren bis zum Eintritt des Zusammenstoßes. Dann brachte der selbe Mann den Wissenschaftler aber doch noch in Verlegenheit. "Wenn oben alles reinfällt, was kommt denn hinten raus?" Da war schließlich doch der Wissenschaftler mit seinem Latein zu Ende. "Wenn wir das mal wüssten."

          

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