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    Sulzfeld

    Waldumbau Sulzfeld: 60000 Pflanzen kommen in die Erde

    Jeder Baum zählt: Die Feldgeschworenen schenkten Bürgermeister Jürgen Heusinger eine Elsbeere zum Geburtstag, Obmann Richard Streit (links) hilft beim Einpflanzen. Foto: Regina Vossenkaul

    In den Wäldern im Landkreis nutzen die Waldbesitzer das derzeit frostfreie Wetter, um Bäume zu pflanzen. Vor allem dort, wo der Borkenkäfer zugeschlagen hat und viele Fichten gefällt werden mussten. Sulzfeld ist ein Beispiel dafür, wie sich die Gemeinden in ihren Wäldern um den Waldumbau kümmern, denn es sollen stabilere Mischwälder entstehen, die den Klimawandel besser verkraften.

    "Wir betreiben den Waldumbau ja schon lange", berichtet Wilhelm Schmalen, Abteilungsleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) vor Ort. Abertausende von Laubbäumen sind in den letzten zehn Jahren gepflanzt worden. Sturmschäden, Hitze, Trockenheit und der explodierende Borkenkäferbefall haben ihre Spuren hinterlassen und die Heftigkeit der Situation hat sogar erfahrene Forstleute überrascht. Der Preis für Fichtenholz ist um zwei Drittel gefallen, die Gemeinden können kaum noch mit Gewinnen aus der Waldwirtschaft rechnen.

    Am Tag der Waldaktion hatte der Bürgermeister Geburtstag

    "Dieses Jahr pflanzen wir im Gemeindewald 60 000 Bäume", berichtet Bürgermeister Jürgen Heusinger, der am Tag des Waldtermins Geburtstag hatte und gleich einen von den Feldgeschworenen geschenkten Baum, eine Elsbeere, gemeinsam mit Obmann Richard Streit einpflanzte. Der mit der Betreuung des Waldes beauftragte Revierförster Herbert Geßner vom AELF hatte genaue Zahlen parat. 396 Hektar Waldfläche gibt es in Sulzfeld, davon sind 127 Hektar von Nadelholz bewachsen (davon Fichte 56 Hektar, Kiefer 58 Hektar (plus sonstiges). 88 Prozent sind "natura 2000"- Gebiet, das bedeutet, der Eigentümer hat eine besondere Verantwortung für den Erhalt und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. "Im Gemeindewald gibt es keine Zielkonflikte mit diesen Vorgaben", stellte Geßner fest.

    Hier wird der Waldumbau sichtbar: Vom Stand der Pflanzungen überzeugten sich vor Ort (von links) Michael Pinato, Herbert Geßner, Wilhelm Schmalen, Richard Streit und Jürgen Heusinger. Foto: Regina Vossenkaul

    Tatsache ist: Die Fichte verabschiedet sich, die Kiefer zeigt Trockenschäden und die Einzelbäume werden auch hier entnommen. Wie Geßner erklärte, entstehen beim Umbau der ehemaligen Fichtenbestände Probleme, weil jetzt mehr Licht auf die nährstoffhaltigen Böden fällt und sich dort unerwünschte Konkurrenzvegetation wie die Brombeere entwickelt. Durch zügige Wiederaufforstung und Unterpflanzung der noch vorhandenen Fichtenbestände wird versucht das Problem in den Griff zu bekommen. Hauptsächlich Buche wird nachgepflanzt, aber auch Ahorn, Elsbeere, Roteiche, Hainbuche, Vogelkirsche und Eberesche, wobei auch Schutzhüllen zum Einsatz kommen, die zwar keinen schönen Anblick bieten, aber in den ersten Jahren vor Wildverbiss schützen.

    Pflanztrupp mit Arbeitskräften aus Ungarn und Rumänien

    Im Sulzfelder Gemeindewald trifft man in diesen Tagen auf den Pflanztrupp einer seit mehr als 25 Jahren in der Gegend tätigen Betriebs aus Stockheim mit Chef Michael Pinato. Unermüdlich sausen die Hacken der Pflanzer in festgelegten Abständen in den Boden, sie versenken die kleinen Bäumchen in das entstandene Loch und treten die Erde fest. Fast ideale Pflanzbedingungen herrschen zurzeit, allerdings ist nur der Oberboden feucht, etwas tiefer gegraben zeigt sich, dass das Regendefizit der letzten zwei Jahre noch nicht aufgeholt ist. Michael Pinato lobt seine Arbeiter, die aus Ungarn und Rumänien stammen, deutsche Mitarbeiter waren nicht zu bekommen. Die Pflanzarbeiten werden fortgesetzt, bis es das Wetter nicht mehr zulässt. Würde man alle Fichtenverluste auf 56 Hektar nachpflanzen, ergäbe das bei 6000 Pflanzen auf einen Hektar insgesamt 336 000 Pflanzen – ein Projekt, das die Gemeinde noch jahrelang beschäftigen wird.

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