• aktualisiert:

    Wargolshausen

    Wargolshausen: Leuchtturmprojekt Kommunikationshof

    Als Leuchtturmprojekt für die Ortsteile Wargolshausen und Junkershausen stellte Bürgermeister Georg Menninger bei der Bürgerversammlung die Realisierung des Kommunikationshofes in Wargolshausen heraus. Dank des Einsatzes der Ortsbevölkerung blieben die Kosten im Rahmen und im Vergleich zu den Planungskosten habe man eine finanzielle Punktlandung geschafft.
    Als Leuchtturmprojekt für die Ortsteile Wargolshausen und Junkershausen stellte Bürgermeister Georg Menninger bei der Bürgerversammlung die Realisierung des Kommunikationshofes in Wargolshausen heraus. Dank des Einsatzes der Ortsbevölkerung blieben die Kosten im Rahmen und im Vergleich zu den Planungskosten habe man eine finanzielle Punktlandung geschafft. Foto: Markus Büttner

    Der Fußballprofi Sebastian Prödl hat einmal Spiele gegen den FC Bayern München so verglichen: „München ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich wehtun. Kann aber auch glimpflich ausgehen.“ Ähnlich muss sich auch der Hollstädter Bürgermeister Georg Menninger vor der Bürgerversammlung in Wargolshausen fühlen. Eine Woche vor der Kommunalwahl stellte er sich den Fragen der Bevölkerung.

    Georg Menninger begann gewohnt mit vielen Zahlen. Aus diesen wurde viel Positives ersichtlich. So stehe die Gemeinde im Jahr 2019 sehr gut da, könne auf ein reges Vereinsleben blicken und konnte neben weniger Sterbefälle gleichzeitig mehr Geburten verzeichnen. Dennoch liegt die Gemeinde mit ihren insgesamt 1583 Bürgern im Landkreis-Trend – die Bevölkerung geht zurück.

    Leuchtturmprojekt Kommunikationshof Wargolshausen

    Als Leuchtturmprojekt für die Ortsteile Wargolshausen und Junkershausen stellte das Gemeindeoberhaupt die Realisierung des Kommunikationshofes in Wargolshausen heraus. Dank eines beispiellosen Einsatzes der Ortsbevölkerung blieben die Kosten im Rahmen und im Vergleich zu den Planungskosten habe man dank Ansgar Büttner, der sich federführend bei der Beschaffung von Fördermitteln und beim Bau engagierte, eine finanzielle Punktlandung geschafft. Für Büttners Einsatz und die Arbeit der gesamtem Vereinsgemeinschaft dankte Menninger. Auch bei der Erweiterung des Anwesens habe man in Wargolshausen gut und auch sichtbare Fortschritte gemacht. Die alte Dreschmaschine aus dem Jahre 1957 soll dort ein neues Zuhause finden und in einem Neubau ausgestellt werden. Das Gebäude soll Schüler zur Besichtigung einladen und an das alte Dreschhandwerk erinnern. Im Rahmen eines Dreschfestes soll am 16. August das komplette und bis dahin fertiggestellte Anwesen offiziell eingeweiht und an die Vereinsgemeinschaft übergeben werden.

    SuedLink-Trasse wird einschneidend

    Bei der geplanten SuedLink-Strom-Trasse sieht es dagegen weniger rosig für die Gemeinde aus. Nach dem Bau der Autobahn, der Photovoltaik-Freiflächenanlagen in den Hollstädter Fluren und dem geplanten Bau der Windräder sei die Gemeinde maximal gebeutelt und getroffen worden, so Menninger. Jetzt könne nur noch eine U-Bahn oder ein Weltraumbahnhof auf die Gemeinde zukommen, so das Gemeindeoberhaupt schmunzelnd. Auch beim Mammutprojekt der Dorferneuerung Junkershausen stehe man in den Startlöchern.

    Im laufenden Jahr sei auch die Beantragung für die Breitbanderschließung für Wargolshausen und Hollstadt vorgesehen. Aktuell stünden zwar 937.000 Euro Fördermittel für schnelleres Internet zur Verfügung und seien auch abrufbar, aber dies löse das Problem der Qualität der Breitbandversorgung nicht. Denn nach Angaben des Bürgermeisters könne nur eine begrenzte Leistung von 30Mbit damit erreicht werden. Der letzte Kilometer müsse nämlich nach wie vor mit Kupferkabel anstelle von Glasfaser getätigt werden. Deshalb hoffe man noch in diesem Jahr auf die nächste Förderstufe, um in Zukunft eine optimale und schnelle Versorgung von 1Gbit zu gewährleisten.

    Wasser beschäftigt Wargolshäuser Bürger

    In der anschließenden Diskussion beklagte Arthur Schmitt eine fehlende Transparenz bei der Kalkulation bei den Wasser- und Abwasserkosten und wollte wissen, wann man wieder mit einer aktuellen Kalkulation und gutem Trinkwasser aus der Wargolshäuser Quelle rechnen könne, die derzeit zu hohe Sulfatwerte aufweise. Menninger antwortete, dass man sich diesem Thema, zwar verspätet, aber im Zuge der Dorferneuerung annehmen werde, da bei diesem Projekt eh die Kosten neu kalkuliert werden. Für das Wargolshäuser Wasser komme es darauf an, wohin sich die Arbeitsgruppe bewege, von wo diese in Zukunft das Wasser beziehe. Eine konkrete Antwort gebe es aber bisher nicht.

    Auch bei den weiteren Fragen war immer wieder Wasser das Thema, welches die Bürger beschäftigte. Albrecht Warmuth schaltete sich in das Thema ein und schlug vor, den stillgelegten Brunnen in Junkershausen zu reaktivieren.

    Streitthema Schwimmbad

    Manfred Hartinger, Peter Büttner, Klaus Heid und Julia Diller kritisierten die Situation des Schwimmbads in Wargolshausen im Allgemeinen und bezüglich des Kinderbeckens im Speziellen. Nach einer Abbruchaktion war das betonierte Kinderbecken im letzten Jahr über Nacht verschwunden. Menninger sagte, dass der Abbruch zu einem unglücklichen Zeitpunkt geschehen sei, man aber das Wasser in dem Becken nicht hätte sauber halten könne. Aus Angst vor Hauterkrankungen bei Kindern habe er sich zu diesem Schritt entschieden. Schließlich sei die Gemeinde haftbar für die Sauberkeit des Wassers. Für die neue Saison stelle man nun ein aufblasbares Planschbecken, welches die Eltern, nicht die Gemeinde, regelmäßig entleeren sollen, zur Verfügung. Peter Büttner forderte Menninger auf, eine gemeinsame Lösung zu finden. Denn gerade das Kinderbecken mache das Freibad auch bei Auswärtigen sehr beliebt. Nach 16 Jahren gibt Edith Scherl den Kioskbetrieb im Schwimmbad auf. Auf die Frage, was denn passiere, wenn sich kein neuer Betreiber finde, werde man einen Getränkeautomaten aufstellen. 

    Wargolshäuser Gemeinderäte ziehen Resümee nach zwölf Jahren

    Nach zwölf Jahren sprachen Ansgar Büttner und Jürgen Gessner, die wie alle anderen Gemeinderäte aus Wargolshausen und Junkershausen nicht mehr in der neuen Wahlperiode kandidieren werden, das Schlusswort. Büttner bedankte sich vor allem für das Engagement der Ortsbevölkerung für die tatkräftige Unterstützung. Diese werde auch von anderen Dörfern bewundert und nur dadurch habe man Projekte wie die Gästehaussanierung, die Friedhofsneugestaltung und den Bau des Kommunikationshofes realisieren können. Gessner war im Gegensatz zu Büttner nicht ganz so zimperlich und nahm Menninger in die Kritik. Er führte eine fehlende Transparenz bei der unklaren Finanzierung des Kernwegenetzes an, seiner Meinung nach zurückgehaltene Informationen bei der zukünftigen Wasserversorgung sowie Verzögerungen beim Internet-, Straßenbau sowie der Schwimmbadsanierung. Letztlich wisse man doch, dass die Kosten der Baufirmen jährlich um fünf Prozent steigen.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Rhön-Grabfeld-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!