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    Was ist der größte Fehler beim Putten?

    Der ehemalige Profi-Golfer und heutige Trainer Craig Hanson hat eine Internet-Plattform ins Leben gerufen, die die einzelnen Bereiche des Golfsports lehrt. Foto: Mark Dadswell

    Wie vermeidet man den gefürchteten Slice, bei dem der Golfball eine ungewollte Kurve fliegt? Was ist der größte Fehler beim Putten? Was sollte man beim Rückschwung besser nicht tun? Und wie kann man einen Ball über eine hohe Kante aus einem Sandbunker herausschlagen? Auf all diese Fragen hat Craig Hanson eine Antwort. Hanson spielte über acht Jahre professionell Golf. Seit mehr als 20 Jahren gibt er seine Erkenntnisse als Trainer an andere Golfspieler weiter, unter anderem in Maria Bildhausen. Im Mai stellte der gebürtige Australier nun eine Website online, auf der von ihm gedrehte Videos alle Bereiche des Golfsports lehren.

    Unter www.worldclassgolf.com sind über 500 Video-Kurse für Golfer mit jedem Handicap zu finden. Schauen und Lernen heißt es auf der Plattform,die nicht nur die Grundlagen des Golfspiels vermittelt, sondern darüber hinaus den Nutzer mit Übungsprogrammen auf seinem Weg zu einem immer besseren Golfer begleitet.

    14 Profi-Turniere gewonnen

    Craig Hanson wurde 1971 in der Nähe von Melbourne geboren. Bereits mit elf Jahren hat er in Australien in einem der dort zahlreich vorhandenen Clubs mit dem Golfsport angefangen. Als Profi war er rund um den Globus unterwegs, nahm unter anderem an den Australian Open oder der Australian PGA Championship teil und gewann 14 Profi-Turniere. Er traf einige der besten Golfspieler und Trainer der Welt. Darunter der australische Profigolfspieler Greg Norman, der in den 1980er und 1990er Jahren über 300 Wochen lang die Weltrangliste anführte. Hanson sammelte Erfahrungen und Informationen. Das im Laufe der Jahre angehäufte Wissen sei für ihn von unschätzbarem Wert, sagt er heute. "Ich hatte keine Berührungsängste. Ich habe immer gefragt, mit den Top-Leuten gesprochen, gespielt und von ihnen gelernt."

    Nach seiner Profikarriere stand die Überlegung an, wie es weitergeht. "Ich war schon immer fasziniert vom Trainerwesen und habe gemerkt, dass ich das gut kann." Es sei nicht einfach, das komplexe Golfthema leicht verständlich zu machen. Sein beruflicher Weg führte ihn nach Deutschland und schließlich 2005 zum Golfplatz von Maria Bildhausen. Craig Hanson ist mit einer Rhön-Grabfelderin verheiratet und lebt in Salz. "Deutschland ist im Sommer sehr schön, so grün", ist er von seiner neuen Heimat angetan.

    Craig Hanson zeigt am heimischen Computer seine Lehr-Plattform. Foto: Sigrid Brunner

    Wie ist worldclassgolf.com entstanden? "Das Internet bietet sehr viele Möglichkeiten. So ist mir die Idee gekommen, eine riesige Video-Plattform zu erstellen", schildert Craig Hanson den Werdegang. Die Web-Variante biete den Vorteil, weltweit viele Leute zu erreichen. Weitere Vorteile sind, dass auf einfache und auch kostengünstige Weise die Informationen zu den Nutzern gebracht werden können.

    Videodrehs in Australien, Deutschland, Spanien und Ägypten

    Bis die Website online gehen konnte, musste aber noch jede Menge Vorarbeit geleistet werden. Allein der Dreh der über 500 Videos nahm viel Zeit in Anspruch. Entstanden sind diese mittels einer Hochgeschwindigkeitskamera in Australien, Deutschland, Spanien und Ägypten. Eine Herausforderung war die Untermalung der Videos mit Grafiken. Das Einblenden von Vektoren und weiteren bildtechnischen Elementen verdeutlicht die Bewegungsabläufe und ermöglicht leicht verständliche Erklärungen. Den High-Tech-Bereich seiner Videos sieht Craig Hanson auf einem sehr hohen Niveau. Sein Ziel sei es, den modernsten Stand der Technik zu bieten.

    Obwohl die Website erst seit einigen Tagen offen ist, ist sie schon auf ein großes Interesse gestoßen. In den ersten sechs Tagen wurde sie bereits von rund 7 000 Interessierten aufgerufen. Die Videos sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Sie umfassen alle Bereiche des Golfsports, sind sehr detailliert und in verschiedenen Sprachen einsehbar. So zeigt Hanson auf, wie man einen Golfball aus dem eingangs erwähnten tiefen Sandbunker heraus schlägt. "Je tiefer und breiter der Stand, desto steiler wird die Flugkurve des Balls", rät der Profi. Die Füße stehen weit auseinander und der Schläger hält einen größeren Abstand zum Ball. Dieser wird dann schließlich mit dem hinteren Teil des Schlägers aus dem Bunker befördert.

    Als Trainer weltweit gefragt

    Auch als Trainer ist Craig Hanson nach wie vor weltweit unterwegs. Mitte Juni fliegt er nach Kalifornien, um dort mit Dodge Kemmer zu arbeiten. Der US-amerikanische Golfer spielt auf der japanischen Profi-Tour. Vor allem in Hansons Heimatland Australien nutzen etliche Top-Spieler sein Know-how und suchen regelmäßig den Kontakt zu ihm. Darunter Peter Lonard und Mark Hensby, zwei australische Profigolfer der PGA-Tour. Nicht wenige kommen eigens seinetwegen nach Maria Bildhausen, um mit ihm zu trainieren. Die moderne Technik ermöglicht aber auch eine Verbindung über Entfernungen hinweg. Viele Golfer, darunter auch Profi-Golfer, wenden sich online per Video an ihn. Die Aufzeichnungen der Sportler während des Spiels werden dann von Hanson analysiert und mit Hilfe der modernen Technik ausgewertet.

    Auch bei seiner Trainertätigkeit greift Hanson auf modernes Equipment zurück. Er nutzt eine 3D-Radartechnologie und eine Druckmatte, die die Gewichtsverlagerung des darauf stehenden Golfers misst. Ein biomechanisches System (Craig Hanson ist zertifizierter Bio-Mechanik-Instruktor) mit Sensoren am Körper offenbart ferner die Bewegungen des Sportlers.

    Stetes Lernen

    Hanson setzt auf stetes Lernen. Man lerne durch Gefühl, Hören und vor allem durch Betrachten, ist seine Überzeugung. Das Üben höre nie auf. Um sich immer weiter zu verbessern, sei man auf gute Informationen angewiesen. Er zitiert einen Mental-Trainer, der sagt, dass Golf eine Sportart sei, die man nie perfekt ausüben könne. Der Wissensdrang sei unbegrenzt. Insofern stellt der Golfsport eine echte Herausforderung dar. Da gehört der tiefe Sandbunker noch zu den kleineren Schwierigkeiten.

    Die Videos enthalten aufwendige Grafiken, die die Erklärungen anschaulicher machen. Foto: Craig Hanson

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