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    Wechterswinkel

    Wechterswinkel: Auf einer Stufe mit den Großstädten

    Die 'River Rats' begeisterten bei ihre Premieren-Gastspiel im 'Kloster Wechterswinkel' das Publikum. (Von links): Matthias Böhme, Camille Franc, Philipp Schönberg und 'Lokalmatador' Steffen Vogel.
    Die "River Rats" begeisterten bei ihre Premieren-Gastspiel im "Kloster Wechterswinkel" das Publikum. (Von links): Matthias Böhme, Camille Franc, Philipp Schönberg und "Lokalmatador" Steffen Vogel. Foto: Klaus-Dieter Hahn

    Ein lauer Sommerabend, die Sterne glitzern vom wolkenlosen Firmament, das magisch-mystische Ambiente des alten Kloster-Innenhofes, ein Glas Rotwein in der Hand und dazu die lebendigen, temperamentvollen und mitreißenden Rhythmen der "River Rats". Ja, genau so hatte sich Kreiskulturmanager Thomas Eckert das letzte Konzert während seiner Vertretungszeit in der Kreiskulturagentur eigentlich vorgestellt.

    Und man hätte es ihm aus tiefstem Herzen auch gewünscht. Doch es war ihm bis auf den letzten Part nicht vergönnt gewesen. Petrus machte ihm an diesem Abend einen dicken Strich durch die Rechnung. Statt Sonnenschein und sommerlicher Temperaturen nur mickriges Aprilwetter, kühl und Regenschauer. Auch wenn damit das erste der drei in diesem Sommer geplanten Open-Air-Konzerte unter dem Motto "draußen oder drinnen" im Konzertsaal des Klosters  Wechterswinkel stattfinden musste, so ließen sich die Bandmitglieder und die vielen Besucher  davon den Spaß und die Freude nicht verderben. Am Ende wurde die gut zweistündige Premiere von den begeisterten Besuchern umjubelt und gefeiert. Gleich zwei Zugaben waren nötig, um den Wunsch des Publikums nach mehr zu befriedigen.

    Wechterswinkel auf einer Stufe mit Leipzig und Nürnberg

    Auf dem Weg vom Auftritt in Leipzig zum nächsten Gastspiel in Nürnberg machten die Berliner Jungs von "River Rats" auch im Kloster Wechterswinkel Station. Das kleine Wechterswinkel auf einer Stufe mit den Großstädten Leipzig und Nürnberg? Dass die Band im ehemaligen Frauenkloster auftrat, lag vor allem an Gitarrist Steffen Vogel, über dessen Mutter der Kontakt zustande kam. Steffen Vogel stammt ursprünglich aus Windshausen. Klar, dass Thomas Eckert da sofort an die musikalische Reihe des Kreiskulturzentrums dachte, junge Talente, die sich auswärts bereits Meriten erworben haben, auch einmal wieder in der früheren Heimat durch ein Konzert eine Plattform zu geben.

    Mit seinen drei Kollegen von den "River Rats" nahm Steffen Vogel diese Gelegenheit gerne wahr. Dabei präsentierte das Quartett mit dem Franzosen Camille Franc (Gesang, Violine), Philipp Schönberg (Gitarre, Saxophon, Flöte), Mathias Böhme (Doppelbass) und Steffen Vogel (Gitarre, Cajon, Gesang) nicht nur die exzellente Beherrschung ihrer Instrumente, sondern auch eine breite Palette und bunten Mix aus Jazz Manouche, Swing, Folk und Blues. Die Mischung aus verschiedenen musikalischen Stilrichtungen war am Anfang für einige Konzertbesucher ungewohnt und fast ein wenig exotisch. Doch schon nach den ersten Takten freundete man sich damit an, schwang das Tanzbein und begeisterte sich an dem erfrischenden, temporeichen Spiel der vier Jungs, denen der Auftritt im Kloster Wechterswinkel sichtlich viel Spaß bereitete.

    Kombination von Musikstilen kam sehr gut an

    Wechselweise deutsch, englisch und französisch wurde von den vieren gesungen. So wie ihre CD, so nennen sich die "Rats" "Trapezkünstler" - sie kombinieren zahlreiche Musikstile miteinander, ohne zu wissen, was am Ende stehen und wie ihre Musik angenommen werden wird. Im Kloster Wechterswinkel war man jedenfalls begeistert. Mal temporeich und flott, dann aber auch wieder langsamer und "gechillter" - ihre Art von Musik kam bei den Menschen sehr gut an.

    Ob der "Forgotten King" - mit Mundharmonika vorgetragen - oder das Stück "Silence" mit einer klaren Botschaft, wonach es in Großstädten immer schwieriger wird, ein Plätzchen der Ruhe und Stille zu finden. Aber auch die von Philipp Schönberg einmal vorgetragene Maultrommel faszinierten das Publikum, das sich an dieser kunterbunten Mischung einfach nicht satt hören konnte. Schade nur, dass die "River Rats" nicht im Innenhof des Klosters auftreten konnten. Ihre Musik wäre dort sicherlich noch faszinierender und reizvoller gewesen.

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