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    Oberelsbach

    Wenn Tag und Nacht gleich lang sind

    Auch im September gibt es für Sternenfreunde am Firmament viel Spannendes zu entdecken. Foto: Vereinigung der Sternenfreunde e. V.

    Am 23. September ist es wieder soweit – auf ihrer Jahresreise um die Sonne erreicht die Erde den Ort in Raum und Zeit, wo Tag und Nacht genau gleich lang sind, je zwölf Stunden. Die Tag- und Nachtgleiche ist zugleich Herbstbeginn, und das zeigt sich auch im Abendhimmel: Das so genannte Herbstquadrat, bestehend aus den vier hellen Sternen des Sternbilds Pegasus, nimmt die Mitte des Südhimmels ein, während das Sommerdreieck (Wega, Deneb, Atair) nach Westen abwandert.

    Blicke in einen herbstlichen Nachthimmel ohne Lichtverschmutzung können atemberaubend sein. Von Nordost bis Südwest wölbt sich die Milchstraße mitten durch den Zenit hindurch und lässt in prachtvollen Sternbildern Tausende von kleinen und großen Sternen glitzern, strahlen und funkeln. Seit Urzeiten fallen Menschen Geschichten ein zu diesem Schaumteppich aus Sternenlicht. Die Mutterbrust von Hera, Gattin von Zeus, soll Urquell gewesen sein, meinten die alten Griechen. Für die Chinesen sind die Flügel des Sternbilds Schwan eine Brücke über den breiten Strom. Sie darf nur einmal im Jahr von einem ansonsten getrennten Liebespaar, symbolisiert durch die Sterne Atair und Wega überquert werden – und wenn es regnet, sind es die Tränen der beiden.

    Jupiter und Saturn geben sich ein Stelldichein

    Könnten wir tief im Süden durchs Sternbild Schütze und die dahinter liegenden Gas- und Staubwolken weiter blicken, kämen wir in 26 000 Lichtjahren Entfernung zum Zentrum unserer Galaxie. Es ist ein so genanntes Schwarzes Loch mit dem unvorstellbaren „Gewicht“ von 4 Millionen Sonnenmassen.             

    Viel näher sind uns die Planeten Jupiter und Saturn, die abends den Südhimmel durchziehen. Etwa denselben Weg nimmt der Mond (Vollmond 14. September, Neumond 28. September), dessen Sichelphasen im Fernglas viel Freude machen können. Da zeigen sich, besser noch als bei Vollmond, Details wie Kraterränder, Gebirge, Gräben und dunkle Tiefebenen, über die einst Lava floss. Auch ein paar Sternschnuppen könnten über den Monat hinweg von Nordosten her aufblitzen.

    Ein sternenklarer Nachthimmel gehört zum Schönsten, was die Natur uns schenken kann. Den September sollte man sich da nicht entgehen lassen. Viel Glück dazu wünscht das Team des Sternenparks der Rhön (https://biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark).

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