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    Wargolshausen

    Wenn die Tragik in Wargolshausen zur Komödie wird

    Der Großvater sorgt für Verdruss in der Familie Bettinghaus, aber auch für die sprichwörtliche Wende beim Graben einer Grube. Foto: Eckhard Heise

    Die Unvollkommenheit des Menschen liefert den Stoff, der für Kulturschaffende als Vorlage für die Darstellung in seiner tragischen oder komischen Existenz dient. Im Sprichwort "Wer ander'n eine Grube gräbt" sind beide Elemente enthalten und diesen Umstand macht sich die Theatergruppe der Feuerwehr Wargolshausen zu eigen und sorgt mit dem gleichnamigen Stück im ausverkauften Haus des Gastes für höchst amüsante Unterhaltung mit Lacherfolgen am laufenden Band.

    Der Inhalt ist mitten aus dem Leben gegriffen. Barbara Bettinghaus umhegt und pflegt ihren kränklichen Schwiegervater, der seinerseits sich als Haustyrann gebärdet und vor allem der Schwiegertochter das Leben schwer macht. Aus dieser Konstellation entwickelt sich der rote Faden, der die Handlung bis zum Finale treibt, also dem zweiten Teil des Sprichworts.

    Böse Worte, Wünsche und absurde Gedanken

    Dazwischen liegen viele böse Worte, Wünsche, absurde Gedanken und jede Menge Irrungen und Wirrungen. Charaktere werden offenbar in einer sich zuspitzenden Szenerie, die für den Zuschauer vor allem komisch wirken. Unterstrichen wird der unterhaltsame Effekt durch die volkstümliche Präsentation in Mundart. Für den nicht Dialekt beherrschenden Zuschauer wird es dann schon einmal bei schnellen Wortwechseln kritisch, aber nicht so unverständlich, dass er dem Ablauf nicht mehr folgen könnte. Der Dialekt macht die Dialoge auf jeden Fall authentischer und steigert die vielen Lachmomente.

    Außerdem sind da auch noch die einzelnen Akteure. Susanne Chevallier als Hauptdarstellerin spielt überzeugend die verzweifelte Barbara Bettinghaus, die einerseits in ihrer Not andererseits in ihrer Habgier Pläne gegen den ebenso gekonnt gespielten, unausstehlichen Schwiegervater (Klaus Scherl) schmiedet. Ein Garant für schallendes Gelächter ist der schwergewichtige Kommandant der Truppe, Herbert Büttner, sei es wenn er als Ehemann der Hauptdarstellerin im Radlerdress oder in der Montur eines Waldarbeiters auf der Bühne erscheint. Eine einfältige und überdrehte Nachbarin spielt Dorothea Harth, die in ihrer geistigen Schwäche den Stein erst richtig ins Rollen bringt. In weiteren Rollen als Doktoren Lukas Reinhard, Nicole Kirchner und Helmut Benkert. Die Regie führen Christel Kirchner und Karoline Gans.

    Einmal ist noch Gelegenheit, die Schauspieler bei ihrer Arbeit zu sehen und sich zwei Stunden beste Unterhaltung zu gönnen. Am Freitag, 6. Dezember, ist um 19.30 Uhr die letzte Vorstellung im Haus des Gastes.                

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