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    EICHENHAUSEN

    Wie der Wald die Veränderungen meistern soll

    Das neue Forsteinrichtungswerk für den Gemeindewald in den Gemarkungen Wülfershausen und Eichenhausen, ist richtungsweisend für die nächsten 20 Jahre. Den Plan übergab nun Forstdirektor Hubert Türich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an Bürgermeister Wolfgang Seifert im Beisein der Gemeinderäte Heribert Schustek und Bernhard Kießner sowie Armin Gernert als Vertreter der VG Saal und Gemeindeförster Marcel Kälber.

    Gemeindewald umfasst 205 Hektar

    205 Hektar umfasst der Gemeindewald. In Abständen von 20 Jahren werden Bewirtschaftungspläne erarbeitet, die nach jeweils zehn Jahren überprüft und eventuell angepasst werden. Die Kosten für die Erstellung von Forstwirtschaftsplänen übernimmt der Freistaat zur Hälfte. Wie Türich erläuterte, handelt es sich nicht um ein „übergestülptes System“, sondern um gemeinsam erarbeitete Maßnahmen für jeden einzelnen Bestand.

    Umfangreiche Vorschlagsliste

    Gemeinsam mit Gemeindevertretern und der Forstsachverständigen Gisela Wenig, die mit der Ausarbeitung beauftragt worden war, gab es bereits 2016 eine grundlegenden Waldbegehung, bei dem Ziele, Vorgehensweise und Maßnahmen definiert wurden. Sachverständige übernahmen dann die Inventarisierung und die Maßnahmenplanung. Als Ergebnis liegen umfangreiche Vorschläge für Bewirtschaftung, Bepflanzung und Durchforstung vor, die für den Gemeindeförster im Revierbuch zusammengefasst sind.

    Weniger Nadelholz und mehr Laubbäume

    Übergeordnetes Ziel ist der Umbau in klimatolerante und leistungsfähige Mischwälder, wobei als Leitbäume Eiche und Buchen gelten, wie Türich erläuterte. Die aus dem hohen Norden stammende Fichte komme mit den langen trockenen Sommern nicht gut zurecht und werde anfällig für Schädlinge und Windwurf. Deshalb bezeichnete es Türich als positiv, dass in den letzten 20 Jahren bereits Fortschritte erzielt wurden, weg von den Kiefernbeständen hin zu standortgerechten, laubholzgeprägten Kulturen. Seit 1997 im Vergleich zu 2018 wurde der Eichenbestand von 11 auf 17 Prozent gesteigert, der Buchenbestand von sechs auf 13 Prozent, während die Kiefern von 55 auf 41 Prozent verringert wurden. Das Laubholz steigerte sich von insgesamt 24 auf 45 Prozent, das Nadelholz verringerte sich von 76 auf 55 Prozent.

    Hiebsatz unter dem Zuwachs

    Der jährliche Zuwachs im Gemeindewald beträgt in normalen Jahren 1150 Festmeter (fm). Um die Nachhaltigkeit zu gewähren, beträgt der jährliche Hiebsatz aber nur 970 fm. Wie im Gespräch erläutert wurde, können Borkenkäferbefall, Windwurf und Trockenschäden die Planung durcheinanderbringen – dann muss der Gemeindeförster flexibel reagieren.

    Bescheidene Gewinne werden erwartet

    Die Schwerpunkte der künftigen Bewirtschaftung sind neben dem oben genannten übergeordneten Ziel: Stabilisierung der Nadelholz-Bestände gegen das Klimarisiko, Investition in die Pflege junger Bestände, Ausbau der Strukturvielfalt und ökologischen Qualität sowie die Reduzierung des Wildverbisses. Aufgrund der vorhandenen Bestände wird ein „bescheidenes positives Betriebsergebnis“ erwartet, wie es in der Übersicht heißt.

    Ein Baum als Geschenk

    Bürgermeister Seifert nahm an der Seeterrasse in Eichenhausen das Forsteinrichtungswerk in Buchform entgegen, der gleiche Inhalt steht auch digital zur Verfügung. Dazu kamen neben dem Revierbuch zwei Flurkarten als zusätzliche Arbeitsgrundlagen. Als kleines Geschenk erhält die Gemeinde einen Baum, dessen Standort noch bestimmt werden muss.

    Esskastanie kann hier heimisch werden

    Gewählt wurde der „Baum des Jahres“, eine Ess-Kastanie, die in Zeiten des Klimawandels hier heimisch werden kann. Seifert bedankte sich bei dem Forstdirektor, aber auch bei den Gemeinderäten und dem Gemeindeförster, die den Prozess begleitet haben.

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