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    MELLRICHSTADT

    Wiedersehen mit dem ehemaligen „Spieß“

    Die Chronik des Panzergrenadierbataillons 352 hatte es Joachim Herrmann angetan. Auf dem Bild sind zu sehen (von links) ... Foto: Fred Rautenberg

    Sehr konzentrierte Aktivitäten hatte der „Kameradschafts- und Freundeskreis der Garnison Mellrichstadt“ (KFG) in den letzten Wochen an den Tag gelegt. Die Mannen um den Vorsitzenden Gerd Höhn erwarteten hohen Besuch im Hainberg-Areal und im dortigen „Dokumentationszentrum einer Grenzgarnison im Kalten Krieg“. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte sein Kommen angesagt.

    Primärer Zweck seines Besuchs war die Teilnahme des Ministers am „Blaulicht-Gespräch“ beim Mellrichstädter THW. Bevor sich der Minister mit Vertretern der „Blaulicht-Organisationen“ aus Rhön-Grabfeld traf, stattete er einen Besuch im Hainberg-Areal ab. Das hatte einen einleuchtenden Hintergrund: Der Minister hatte 1975 in der Hainberg-Kaserne seine Grundausbildung als Soldat erhalten. Die Organisatoren vom KFG gingen davon aus, dass der Minister darum ein Interesse haben könnte zu sehen, was aus der Kaserne von damals geworden ist – zu Recht, wie Herrmann erkennen ließ.

    Informationen über das Doku-Zentrum

    Fast auf die Minute pünktlich war Herrmann mit seinen Begleitern durch das Haupttor gefahren. Gerd Höhn stellte den KFG als ehrenamtlichen Träger des Doku-Zentrums vor und ging ein auf den Wandel in dem ehemaligen Kasernengelände seit der Auflösung der Garnison 2006.

    Was sich im Laufe der Zeit im Hainberg-Areal angesiedelt hat, erläuterte Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit. Ein neues Gewerbegebiet sei hier entstanden, erläuterte er. Bei dem Bau, in dem er einst als Rekrut untergebracht war, erwartete den Minister eine Überraschung: Denn in den Bus stieg Stabsfeldwebel a. D. Alfred Dietrich, der damals noch Hauptfeldwebel und der Kompaniefeldwebel von Joachim Herrmann gewesen war.

    Nette Kameraden auf der Stube

    Es war ein überraschtes Wiedersehen. Da wurden bei dem Minister Erinnerungen wach an Appelle, an Waffendrill, an Formalausbildung und den Dienstalltag, an den damaligen Kompaniechef und natürlich auch an den „Spieß“ Dietrich. Die Umstellung des frisch gebackenen Abiturienten auf den Dienst als Soldat sei schon beträchtlich gewesen, erinnerte sich Herrmann.

    Die Ausbildung sei nicht unmenschlich gewesen, und die Ausbilder auch nicht unerträglich. „Ich hatte nette Kameraden auf der Stube“, sagte er, bevor er zum Fahnenjunkerlehrgang nach Hammelburg versetzt worden war. Herrmann hatte sogar ein Foto aus seiner Dienstzeit mitgebracht, das ihn im Kreis seiner Gruppenkameraden zeigt. Über seine Dienstzeit und über Wehrübungen habe er den Dienstgrad eines Oberstleutnants erlangt. Damit sei er auch heute noch der Bundeswehr treu.

    Dokumentation für den Minister

    Er fand es „großartig, was der KFG in seinem Doku-Zentrum an Tradition wachhält“, und er lobte nachdrücklich das Engagement der aktiven und ehemaligen Soldaten dieses Vereins. Nach dem kurzen Erinnerungsaustausch setzte Siegbert Diemer vom KFG-Vorstand die Führung und die Fahrt über die Ringstraße mit Erläuterungen zu damals und heute fort. Sie endete beim ehemaligen Kommandeursgebäude, in dem das Doku-Zentrum untergebracht ist.

    Die Kaserne im Modell

    Den Vertretern des KFG wäre es natürlich am liebsten gewesen, wenn sie ihren Gast durch das ganze Gebäude hätten führen können. Wegen der extrem beschränkten Zeit ging das nicht. Ersatz musste die Dokumentationsmappe leisten, die Gerd Höhn für den Gast vorbereitet hatte, welche Auskunft über den KFG und das Doku-Zentrum gibt. So blieb es bei einem Gang zum Kasernenmodell und durch einige wenige Ausstellungsräume, damit auch noch Zeit für den Eintrag in das Goldene Buch des KFG.

    Besonders die Chronik des PzGrenBtl 352 hatte es dem Minister angetan, er fing sofort an, darin zu blättern. Doch auch den Erinnerungskrug des KFG und einen Agenten-Roman über einen Terroranschlag auf das Münchner Oktoberfest nahm Herrmann gern entgegen. In dem Roman wird das damalige Mellrichstädter Bataillon 352 mehrfach erwähnt.

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