• aktualisiert:

    Sandberg

    Wildbienen: Sandberg bewirbt sich als Pilotgemeinde

    Großflächige Steingärten - Kein Lebensraum für Insekten? Ein Pilotprojekt des Biodiversitätszentrums wird dieser Frage nachgehen. Foto: Marion Eckert

    Die Gemeinde Sandberg hat sich entschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Biodiversitätszentrum Rhön am Pilotprojekt "Zur Förderung von Insekten mit Schwerpunkt Wildbienen in Dörfern" teilzunehmen. Hierbei wird untersucht, welche Auswirkungen die sich veränderten menschlichen Einflüsse auf die Vielfalt der Wildbienen in bayerischen Dörfern haben und wie die Lebensräume für Wildbienen erhalten werden können.

    Gemeinderätin Antje Voll stellte in ihrer Funktion als Ansprechpartnerin des Biodiversitätszentrums Rhön das Projekt vor. Es sei das erste Projekt des neuen Zzentrums, dessen Projektmanagerin sie seit Juli ist. In einem ersten Schritt werden 40 Dörfer, je 20 in der Rhön und 20 in Mainfranken ausgewählt, in denen die räumliche Struktur der Lebensräume für Wildbienen, Nistplatzangebote und Nahrungsgrundlage kartiert werden. Dabei gehe es um Strukturen in den Dörfern selbst und in deren Umfeld. Fünf typische Untersuchungsflächen werden ausgewählt, wie beispielsweise der Friedhof, Gärten, Hecken und Mauern. Einbezogen werden auch die modernen Steinvorgärten, die Antje Voll als "Gärten des Grauens" bezeichnete.

    Projekt wird zu 100 Prozent finanziert

    Im zweiten Schritt wird erfasst, welche Wildbienen auf diesen Flächen leben, ebenso wie die bevorzugten Blühpflanzen und Nistplätze. Im dritten Schritt werden die Daten ausgewertet und unterschiedliche Informationsmaterialien zur Ökologie von Wildbienen in Dörfern erstellt. Hinzu kommt ein Konzept zum Schutz für Wildbienen, die Wiederherstellung beziehungsweise Schaffung von Lebensräumen. Für ein bis zwei Modelldörfer soll ein konkretes Umsetzungskonzept erstellt werden. Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung und letztlich ein Wettbewerb "Unser Dorf soll bunter und vielfältiger werden" stehen am Ende des anderthalbjährigen Projektes.

    Auf die Gemeinden kommen keine Kosten zu, das Projekt wird zu 100 Prozent über das Biodiversitätszentrum finanziert. Zudem ist kein Grundstückseigentümer verpflichtet, mit zu machen. Zu Beginn des Projekts, das von der Uni Würzburg (Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie) begleitet wird, wird es aber eine "Kickoff-Veranstaltung" geben, damit die Bevölkerung über das Vorhaben informiert ist.

    Rückgang der Wildbienen ist seit Jahren bekannt

    Bürgermeisterin Sonja Reubelt gewährte in der Gemeinderatssitzung einem Bürger des Permakulturvereins "Waldgeister" Rederecht. Seinen Ausführungen zu Folge gebe es 20 000 Bienenarten weltweit, 520 in Bayern. 50 Prozent seien Bodenbrüter, die anderen 50 Prozent seien auf Totholz und ähnliches angewiesen. Der Rückgang der Wildbienen sei seit Jahren bekannt, ledig 35 Prozent der Arten seien nicht vom Aussterben bedroht.

    Das Hauptproblem sei die konventionelle Landwirtschaft mit den verschiedenen Spritzmitteln, aber auch das Zurückdrängen von Randstreifen, die nächtliche Lichtverschmutzung und die Mobilfunkstrahlung. Er sprach sich dafür aus, die Straßenbeleuchtung nachts auszuschalten.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!