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    Willmars

    Willmars: Ein Haus verfällt und Anwohner sorgen sich

    Nachdem 2005 in dem Gebäude ein Brand ausbrach, zerfällt es zusehends. Der Besitzer kümmert sich nicht darum. Nun soll eine Absperrung angebracht werden. Wie geht es weiter?
    Im Jahr 2005 brach in dem Haus in Willmars ein Feuer aus. Seitdem steht es leer und verfällt zusehends. Die Anwohner machen sich Sorgen wegen der Sicherheit. Nun soll eine Absperrung angebracht werden. Foto: Sigrid Brunner

    Die Anwohner im Unteren und Oberen Bergweg in Willmars machen sich Sorgen. Grund ist ein Gebäude, in dem 2005 ein Feuer ausbrach und das nun langsam zerfällt. Andree Petzold lebt mit seiner Familie direkt gegenüber. Er befürchtet, dass jemand von herunterfallenden Gebäudeteilen getroffen und verletzt wird. Erst vor zwei Wochen sei ein Teil des oberen Stockwerkes herabgestürzt. Das Haus liegt nur wenige Meter von der Straße entfernt. Insbesondere um die Kinder ist dem Mann bange. Nicht nur um seine drei eigenen, kürzlich habe seine Frau dort spielende Kinder mit dem Hinweis, dass es gefährlich sei, aufgefordert, weg zu gehen. Petzold vermisst vor allem eine Absperrung, die verhindert, dass man das Grundstück betritt. Diese soll nun angebracht werden, teilen Bürgermeister Reimund Voß und Manfred Endres, Leiter der Bau- und Umweltabteilung im Landratsamt, mit.

    Das Dachgeschoss brannte damals vollständig aus und das erste Obergeschoss wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Sigrid Brunner

    Im September 2005 war in dem Haus, das sich zwischen dem Unteren und Oberen Bergweg befindet, ein Feuer ausgebrochen. Die dort wohnende Familie war im Urlaub, so dass glücklicherweise keine Personen zu Schaden kamen. Das Gebäude war jedoch danach unbewohnbar und steht seitdem leer. Die Besitzer zogen weg und das Grundstück gelangte in andere Hände. Vor Jahren sei ein Teil des Hauses abgerissen und der restliche Teil mit einer Plane abgedeckt worden. Danach sei aber nichts mehr geschehen, erzählt der Nachbar. Wiederholt habe er sich diesbezüglich an die Gemeinde und das Landratsamt gewandt. 

    Kleinere Gebäudeteile sind bereits herabgestürzt. Foto: Sigrid Brunner

    Besitzer reagiert nicht

    "Wir wissen um die Umstände", sagt Bürgermeister Reimund Voß auf Nachfrage dieser Zeitung. Der derzeitige Besitzer wohnt in München und sei auch bereits wegen des maroden Zustandes des Hauses angeschrieben worden. Es sei jedoch keine Antwort gekommen. Der Inhaber kümmere sich nicht um das Grundstück. Voß vermutet, dass ihm beim Kauf die Situation wohl nicht bewusst gewesen sei. Man berichte regelmäßig der jeweiligen Stelle am Landratsamt vom Zustand des Hauses. "Wir selbst haben aber keinen Einfluss bzw. keine Handhabe, etwas zu unternehmen", so Voß. Die Gemeinde sei nur Mittlerin zum Landratsamt. Nun habe das Landratsamt mitgeteilt, dass um das Grundstück eine Absperrung angebracht werden soll, um Personen vom Zugang fernzuhalten.

    Das bestätigt Regierungsdirektor Manfred Endres, Leiter der Bau- und Umweltabteilung im Landratsamt. Seine Behörde befasst sich seit vielen Jahren mit dieser Angelegenheit. Zunächst sei es darum gegangen, dass der Schutt beseitigt wird. Nachdem der Eigentümer einer diesbezüglichen Aufforderung nicht nachgekommen sei, habe man 2016 selbst veranlasst, dass dieser entfernt wird. Als das Anwesen verkauft wurde, habe man gehofft, dass sich etwas tut, aber vergebens. 2018 habe man sich die Lage erneut vor Ort angesehen und festgestellt, dass diese so nicht bleiben kann. Versuche, auf den Eigentümer in dieser Richtung einzuwirken, seien ohne Erfolg geblieben.

    Förmliche Anordnung und Zwangsgeld

    Im Juni 2019 habe man schließlich, schildert Manfred Endres weiter, eine förmliche Anordnung erteilt, die Baufälligkeit zu beseitigen. Die gesetzte Frist sei aber ergebnislos verstrichen. Dem folgte im September die Festsetzung eines ersten und im November, als wiederum keine Reaktion kam, eines zweiten Zwangsgeldes mit dem gleichen negativen Ergebnis. 

    Derzeit prüfe man, ob behördlicherseits eine Ersatzmaßnahme vorgenommen werde, so der Regierungsdirektor. Das heißt, ob eine Firma beauftragt wird, am Oberen Bergweg tätig zu werden. Dazu müssten aber mehrere Angebote eingeholt werden. Darüber hinaus müsse man sich das Anwesen genauer ansehen, ob das Gebäude komplett oder in Teilen abgebrochen wird. Diese Frage sei noch nicht geklärt. Derzeit prüfe man das hängige Gelände, um zu vermeiden, dass bei größeren Arbeiten etwas abrutscht.

    Insofern könnten die Arbeiten in diesem Jahr leider nicht mehr starten, bedauert Manfred Endres. Für die Zwischenzeit sei man an die Gemeinde herangetreten, eine Absperrung vorzunehmen, damit Menschen Abstand wahren. Der Regierungsdirektor plant, wenn sich weiterhin der Eigentümer nicht meldet, dann mit einem Maßnahmebeginn Anfang nächsten Jahres. 

    Der Brand in der Nacht von 8. auf den 9. September 2005
    Wenige Minuten vor 3 Uhr wurden in der Nacht vom 8. auf den 9. November gleich mehrere Anwohner durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Sie stellten fest, dass ein Wohnhaus am Oberen Bergweg brannte. Die Feuerwehr wurde alarmiert, mit etwa 120 Mann war sie damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Bei dem Feuer brannte das Dachgeschoss völlig aus und das erste Obergeschoss wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden wurde auf rund 150 000 Euro geschätzt. Die Hauseigentümer hatten sich zum Zeitpunkt des Brandes im Urlaub befunden.
    Bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei Schweinfurt wurden mehrere Benzinkanister aufgefunden, die für eine vorsätzliche Brandlegung sprechen, teilte damals die Polizeidirektion Schweinfurt mit. Die Polizei startete in der Presse einen Zeugenaufruf und vom Landeskriminalamt wurde sogar für Hinweise eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Diesen Betrag erhöhten die beteiligten Versicherungen um weitere 5000 auf insgesamt 6000 Euro. Anhaltspunkte erhoffte sich damals die Polizei vor allem hinsichtlich der aufgefundenen schwarz-roten Zehn-Liter-Kunststoffkanister.
    Bis heute ohne Ergebnis. Wie Polizeioberkommissar Björn Schmitt von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Unterfranken auf Nachfrage mitteilte, konnte kein Tatverdächtiger ermittelt werden und der Fall wurde an die Staatsanwaltschaft abgegeben. Die polizeilichen Ermittlungen wurden abgeschlossen. 

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