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    Bad Königshofen

    Wo Besenstiele für den richtigen Rhythmus sorgen

    So sehen Noten für Besenstiele aus: Luisa Steg und Andreas Pickel präsentieren ihre selbst hergestellten Instrumente und die dazugehörigen Notenblätter. Foto: Regina Vossenkaul

    Ein abwechslungsreiches Konzert auf hohem Niveau gestaltet vom Schlagzeug-Ensemble der Berufsfachschule für Musik unter der Leitung von Martin Amthor, begeisterte am Donnerstagabend das Publikum. In der Aula des Gymnasiums zeigten die Musiker, dass auch Besenstiele als Instrumente Verwendung finden können, wie  beim Eröffnungsstück "AllerHand" von Eckhard Kopetzki für drei Cajons und zweimal zwei Besenstiele. Erläuterungen zu den einzelnen Werken kamen von Marie Iguchi, die durchs Programm führte.

    Traditionelle Wiener Motive mit einem Touch Jazz

    Die üblichen Percussion-Instrumente wie Vibraphon, Marimba und Schlagzeug kamen natürlich auch zum Einsatz. Nico Fehler interpretierte den "Blues for Gilbert" am Vibraphon, von Komponist Mark Glentworth, der unter anderem in Würzburg studiert hatte. Eckhard Kopetzki, von dem insgesamt drei Werke aufgeführt wurden, studierte ebenfalls in Würzburg am Hermann-Zilcher-Konservatorium und an der Hochschule für Musik. Er unterrichtet an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg Schlagzeug und Tonsatz und bereichert mit seinen einfallsreichen Werken die Percussion-Szene. Von ihm erklang "Double Groove" mit Andreas Pickel und Nico Fehler, außerdem "Viennoiserie", mit verjazzten traditionellen Wiener Motiven. Beim "Log Cabin Blues" von George Hamilton Green war die ganze Gruppe inklusive Martin Amthor im Einsatz, den Solopart hatte Andreas Pickel übernommen.

    Unterstützung von Malik Ouambo mit seiner Bassgitarre erhielten die Interpreten bei "Libertango" von Astor Piazolla, dem leidenschaftlichen argentinischen Bandoneon-Spieler und Komponisten. Das Arrangement hatte Nico Fehler ausgearbeitet. Vollen Einsatz erforderte auch die von Tom Börner aus Berlin stammende Komposition "Monotonie for Quintet", Satz eins aus "Pictures of Percussion", komponiert für drei Tom-Toms und ein Drumset. Letzteres war für Leon Scheffler reserviert, der im zweiten Teil des Konzerts mit seiner eigenen, furiosen Komposition "Set the Tone" begeisterte.

    Fünf Interpreten an einer Marimba: Bei der Komposition von Ney Rosauro war das ganze Ensemble im Einsatz (von links)Andreas Pickel, Luisa Steg, Martin Amthor, Nico Fehler und Leon Scheffler. Foto: Regina Vossenkaul

    Ohne Zugabe durften die Musiker des Abends nicht von der Bühne

    Was kommt dabei heraus, wenn fünf Percussion-Spieler an einer Marimba "arbeiten"? Wenn es nach dem brasilianischen Komponisten Ney Rosauro geht etwas Gutes, das zeigte das Ensemble eindrucksvoll, wobei auch der Rahmen des Instruments, eine Trillerpfeife und die Stimmen der Ausführenden zum Einsatz kamen. Zum Abschluss des eindrucksvollen Percussion-Abends waren noch einmal alle Ensemblemitglieder gefragt bei der "Bohemian Rhapsodie" von Freddy Mercury, bekannt als erster erfolgreicher Rocksong der Gruppe "Queen", hier aufgeführt in einem Arrangement von Nico Fehler.

    Natürlich wurden die Mitwirkenden, Nico Fehler, Andreas Pickel, Leon Scheffler, Luisa Steg, Marie Iguchi, Malik Ouambo und Martin Amthor nicht ohne Zugabe entlassen. Nach Dankesworten an alle Helfer sowie das Gymnasium für die Bereitstellung der Aula, endete der gelungene Konzertabend mit einem Stück für Körperinstrumente, an dem alle noch einmal das Publikum beeindruckten.

    Fünf Interpreten an einer Marimba: Bei der Komposition von Ney Rosauro war das ganze Ensemble im Einsatz (von links) Martin Amthor, Andreas Pickel, Nico Fehler, Leon Scheffler und Luisa Steg. Foto: Regina Vossenkaul
    Mit der Komposition "Allerhand" für drei Cajons und zweimal zwei Besenstiele eröffnete das Schlagzeug-Ensemble den Percussion-Abend (vorn, von links) Leon Scheffler, Nico Fehler, Martin Amthor, dahinter Andreas Pickel und Luisa Steg. Foto: Regina Vossenkaul

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