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    FLADUNGEN

    Wo einst die Schäfer lebten und arbeiteten

    Seit 15 Jahren steht die Schäferei aus Hausen (Lkr. Bad Kissingen) schon im Fränkischen Freilandmuseum in Fladungen. Doch erst jetzt wird das historische Gebäude, das Anfang des neuen Jahrtausends Stein um Stein ins Museumsdorf übertragen worden war, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am kommenden Sonntag, 9. September, wird die Schäferei eröffnet.

    „Wir präsentieren das Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert weitgehend so, wie es in den späten 1960er-Jahren zuletzt genutzt wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung des Freilandmuseums. In der Schäferei aus dem heutigen Bad Kissinger Stadtteil Hausen erfahren die Besucher nun Geschichten rund um den Schäfer, seine Tiere und um das Pferchen.

    Das älteste Bauteil im Museum

    Das Schäferei-Ensemble besteht aus einem Wohnstallhaus mit Wirtschaftsteil und einer direkt angrenzenden Schafscheune. Zwar wurde die Scheune erst um das Jahr 1850 herum errichtet, jedoch steckt in der Rückwand noch die spätmittelalterliche Klostermauer des ehemaligen Prämonstratenserinnen-Ordens Hausen. Diese ist das bislang älteste Bauteil im Museum. Das Wohnhaus wurde im Jahr 1672 erbaut. Hier lebten die Hausener Schäfer, deren Namen von 1852 an schriftlich festgehalten wurden.

    Schon 2003 war das gesamte Ensemble von seinem ursprünglichen Standort ins Museum übertragen worden. Doch der Ausbau zog sich hin. Das Gebäude war in seinem Bestand gesichert, so dass der Rettungsgedanke zunächst keine Rolle mehr spielte, mutmaßt Ariane Weidlich, seit zwei Jahren Museumsleiterin in Fladungen, auf Anfrage dieser Redaktion dazu. Dementsprechend sei das Projekt wohl auf der Prioritätenliste nach hinten gerutscht. Möglicherweise war auch der Finanzplan schuld an der Verzögerung, es fehlte Geld im Budget, um den Ausbau zügig anzugehen.

    Andere Projekte bevorzugt

    In den vergangenen Jahren wurde dann anderen Gebäuden der Vorzug gegeben, so Weidlich, wie etwa ab 2012 der Übertragung und dem Ausbau der Büttnerei aus Sulzthal ins Museumsdorf. Oder es kamen unverhofft Projekte dazwischen – so wie 2014/2015 die Umsetzung des Nordheimer Kalthauses, das nicht denkmalgeschützt war und daher schnellstmöglich in einer spektakulären Aktion ins Museum transportiert werden musste.

    Nachdem in den vergangenen Monaten die Ausstellungskonzeption erarbeitet wurde, kann die Schäferei nun endlich gemeinsam mit der Fränkischen Woche in Rhön-Grabfeld eröffnet werden. Eine Bereicherung für das Museumsdorf – ganz nach dem Motto: „Was lange währt, wird endlich gut.“

    Auftakt mit Musik und Tanz

    Das Festprogramm beginnt um 11 Uhr, wenn Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Vorsitzender des Museums-Zweckverbandes, die Gäste im Festzelt an der Schäferei begrüßt. Nach einem Grußwort von Anton Schick, Bürgermeister der Stadt Bad Kissingen, informiert Museumsleiterin Ariane Weidlich über Bauprojekt und Ausstellungskonzept. Projektleiter Heinrich Hacker blickt zurück in die Zeit, als die Schäfer im Haus lebten und berichtet über deren Alltag. Astrid Hedrich-Scherpf, Leiterin der Kulturagentur Rhön-Grabfeld, schließt sich mit Informationen zur 10. Fränkischen Woche an.

    Die musikalische Begleitung des Festakts am Vormittag übernehmen die Blaskapelle Hausen und Josef Kiesel aus Reiterswiesen. Ab 14 Uhr unterhalten die Blaskapelle Unterwaldbehrungen und der Trachtenverein „Rother Kuppe“ Nordheim die Besucher im Museumsgelände mit Musik und Tanz. Im Dreiseithof aus Leutershausen werden besondere Rhönschafe gebastelt, und es werden Klöße mit Gemüse aus den Museumsgärten zubereitet. Mitkochen und Probieren ist ausdrücklich erlaubt!

    Bad Kissinger haben freien Eintritt

    Anlässlich der Eröffnung der Schäferei aus Hausen erhalten die Einwohner der Stadt Bad Kissingen am Sonntag gegen Vorlage des Personalausweises freien Eintritt ins Freilandmuseum Fladungen. Dies entspricht einer langen Tradition, heißt es. Demnach konnten Besucher das Museum schon in der Vergangenheit immer dann kostenlos erkunden, wenn der Öffentlichkeit ein aus ihrem Wohnort stammendes Gebäude dort erstmals zugänglich gemacht wurde.

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