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    BAD KÖNIGSHOFEN

    Wo können Kinder denn hier schwimmen lernen?

    Viele Fragen stellte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth bei ihrem Besuch in Bad Königshofen, sie wurden von Bürgermeister Thomas Helbling (vorn, links) und zweitem Bürgermeister Philipp Sebald beantwortet, mehrere Landtags- und Bezirkstagskandidaten begleiteten sie. Foto: Regina Vossenkaul

    In Franken ist die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), unterwegs und besucht die Kreisverbände. Einerseits, um im Vorfeld der Landtags- und Bezirkstagswahlen Schützenhilfe zu leisten, andererseits, um sich die Sorgen, Nöte und Erfolge der Menschen vor Ort anzuhören. Am Freitag war sie zu Gast in Bad Königshofen, zunächst im Rathaus, dann in der Berufsfachschule für Musik.

    Die Kandidaten im Tross

    Begleitet wurde Claudia Roth von der Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann, der Vorsitzenden des Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen und Direktkandidatin für den Landtag Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld, Birgit Reder-Zirkelbach, dem Direktkandidaten für den Landtag Stimmkreis Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld, Yatin Shah, und der Direktkandidatin für den Bezirkstag Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld, Klara May.

    Die Frage nach dem Hallenbad

    Am Rathaus begrüßten Bürgermeister Thomas Helbling und stellvertretender Bürgermeister Philipp Sebald in Begleitung von Alfred Werner, der die Grünen im Stadtrat vertritt, die Gäste und beantworteten gleich erste Fragen nach den Amtsketten und der Geschichte des Rathauses. Wo die Kommunen oft der Schuh drückt, ist der Bundestagsabgeordneten nicht fremd, das zeigte ihre Frage nach einem Hallenbad, das natürlich in einer Kurstadt nicht fehlen darf, aber bekanntermaßen ein Zuschussgeschäft ist. Wo können die Kinder schwimmen lernen? Dafür gibt es ein eigenes Schwimmbad, das auch von den umliegenden Schulen genutzt wird, erfuhr Claudia Roth.

    Die erste Sauna in ganz Bayern

    Dass es in Königshofen wahrscheinlich die erste Sauna in Bayern gab, erbaut von den finnischen Truppen im Schwedenkrieg, war ihr neu. Die Sage vom Grabfeld interessierte sie und sie ließ sich die ehemalige Festung Königshofen erklären, die durch den Baumeister Balthasar Neumann entstanden war.

    Lebhafter Austausch im Rathhaussaal

    In einem lebhaften Gespräch im historischen Rathaussaal kamen viele Themen zur Sprache, darunter auch die ehemalige Zonengrenze, die Familien und Geschäftsbeziehungen trennte. Römhild als Partnerstadt – „das war ja ums Eck, aber nicht erreichbar“, bemerkte Roth und erkundigte sich, wie das damals war, als sich der Grenzzaun öffnete.

    Schrumpfende Bevölkerungszahl

    Zu den aktuellen Themen gehörte die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung. Durchschnittlich zehn Prozent geringer bis 2030, nicht in Bad Königshofen direkt, aber in den kleineren Orten in Rhön-Grabfeld, lautet die Prognose. Daraus ergeben sich Probleme für die Infrastruktur, die auch bei geringeren Bevölkerungszahlen funktionieren muss. Wo gibt es Arbeitsplätze für die Einwohner, wie sind die Stadtteile bustechnisch verbunden und wie teuer sind hier die Bauplätze?

    180 Flüchtlinge in der Stadt

    Die Bundestagsvizepräsidentin hatte viele Fragen und freute sich zu hören, dass aktuell 180 Flüchtlinge problemlos in der Stadt wohnen und die Tischtennismannschaft sowie die Frauen-Schachmannschaft in der Bundesliga mitmischen.

    Über die Chancen der Grünen

    Nach ihrer Einschätzung der Landtagswahl in Bayern im Oktober gefragt, zeigte sich Roth hoffnungsvoll, dass die absolute Mehrheit der CSU nicht mehr zustande kommt. Eine Koalition von Grünen, SPD und Freien Wählern – das wäre eine Option, aber wahrscheinlicher sei, dass sich die CSU einen oder mehrere Koalitionspartner suchen wird. Schwarz-Grün hält Roth mit der CSU in der jetzigen Konstellation für schwierig. Sie hofft, dass die AfD nicht so viele Sitze erhält, wie sich derzeit abzeichnet.

    Besuch der Berufsfachschule

    Für ihre Arbeit im Bundestag wünscht sich Roth, dass Entscheidungen nicht nach Parteizugehörigkeit, sondern sachbezogen gefällt werden, wie es im Stadtrat in Bad Königshofen üblich ist, wie der Bürgermeister berichtete. Nach Roths Eintrag ins Goldene Buch der Stadt verabschiedeten sich die Gäste, um sich anschließend in der Berufsfachschule für Musik von der stellvertretenden Leiterin Brigitte Schmidt, die jüngsten Entwicklungen und Pläne erläutern zu lassen.

    Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags (Bündnis 90/ Die Grünen), trug sich ins Goldene Buch der Stadt Bad Königshofen ein im Beisein von (von links) Bürgermeister Thomas Helbling, Stadtrat Alfred Werner, Landtagskandidat Yatin Shah, Dr. Manuela Rottmann, MdB, und zweiter Bürgermeister Philipp Sebald. Foto: Regina Vossenkaul

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