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    Wülfershausen

    Wolfgang Seifert: Der Wunsch nach dem neuen Wir-Gefühl

    Wolfgang Seifert mit Enkelsohn Tristan.
    Wolfgang Seifert mit Enkelsohn Tristan. Foto: Wolfgang Seifert

    Wolfgang Seifert kandidiert in Wülfershausen für die CSU als einer von zwei Bürgermeisterkandidaten. Diese Zeitung stellte ihm folgende Fragen:  

    Zum Stand der Entwicklung eines Dorfladens in Wülfershausen: Wie soll es hier weitergehen?

    Wegen der Planung eines Discounters im Wiesenflecklein in Saal und der geplanten Erweiterung der Fleischerei Spiegel mit Sortimenten der Grundversorgung und Backwaren, ist eine Umsetzung des geplanten Dorfladens aus Gründen der Wirtschaftlichkeit derzeit nicht denkbar. Deshalb lassen wir die Planungen ruhen, um nicht in eine finanzielle Abhängigkeit zu geraten. Unverpacktes, aus der Region stammende Gemüse von einem Erzeuger aus Junkershausen gibt es im mobilen Verkaufsstand vor der Fleischerei Spiegel.

    An Wülfershausen mag ich besonders...
    die Menschen, denen ich jeden Tag begegne. Ich liebe es, an der Saale entlang zu bummeln und danach gemütlich im Biergarten zu sitzen. Dabei kann ich mich wunderbar entspannen.
    Stichwort Umgehung Saal: Wo liegen für Wülfershausen die Knackpunkte ihrer Meinung nach? Und bei was könnten Sie auf keinen Fall zustimmen?

    Die jetzt geplante Ortsumgehung führt zu einer Entlastung des Marktes Saal zu Ungunsten von  Wülfershausen. Die Trasse kann in der jetzigen Planung von Wülfershausen nicht akzeptiert werden, da sie zu nahe an die Wohngebiete der Findelmühlstraße und am Sportplatz liegt. Deshalb muss die Trasse in Richtung Süden verlagert werden und mit einem wesentlich verbesserten Lärmschutz als vom Gesetzgeber vorgeschrieben versehen werden. Der zurzeit geplante Lärmschutz ist nicht ausreichend. Gleichzeitig käme es bei der Verwirklichung der jetzt geplanten Trasse zu einem enormen Landverbrauch für Wülfershausen. Deswegen fordere ich ein Gespräch mit allen  Verantwortlichen. 

    Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich ...
    sofort die Baukosten für die Kinderkrippe, den Schülerhort und die Schule begleichen und in die Dorferneuerung einsteigen.

    Weiterhin beantrage ich die Einbindung der Kreuzung B279 / Gewerbegebiet Wülfershausen-Ortseinfahrt Wülfershausen in die Planung aufzunehmen, da die Kapazitätsgrenze der vorhandenen Kreuzung am Angertor bereits überschritten ist. Als mögliche Abhilfe sehe ich die Verwirklichung eines Kreisverkehrs mit Fußgängerunterquerung und eine weitere Zufahrtsmöglichkeit von der B279 in das Gewerbegebiet. Als beste und zukunftsorientierte Lösung würde für Wülfershausen nur die Verlegung der B 279 südlich des Gewerbegebietes in Frage kommen. 

    An Wülfershausen missfällt mir...
    nichts, sollte es doch zu einem Missfallen kommen, werde ich es ändern.
    Es gibt aber noch weitere Themen, die in Wülfershausen und Eichenhausen wichtig sind. Welche sind das und warum?

    Zur Stärkung der Ortsmitte hat die Gemeinde die Aufnahme in die Städtebauförderung gestellt. Es sollen die örtlichen Missstände behoben und die Lebensbedingungen verbessert werden. Dies gilt auch für die Osteinfahrt Eichenhausen mit der neuen Bushaltestelle und den gemeindlichen Grundstücken und der Ortsstraße. Zudem wird die Telekom im Laufe der nächsten zwei Jahre die noch unterversorgten Gebäude mit Glasfaser-Hausanschlüssen versorgen. Des Weiteren müssen wir eine Kinderkrippe und den Kinderhort in Wülfershausen neu bauen. Unsere in die Jahre gekommene Schule wird zurzeit generalsaniert. Ferner werden wir bis Ende 2021 die gesamte Gemeinde Wülfershausen auf LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung umrüsten. Die Verkehrsengstelle am Mockshügel in Wülfershausen wird so verändert, dass der Verkehr weitestgehend ungestört durch Wülfershausen fliesen kann.

    Mein Lieblingsplatz hier...
    sind die Ufer der Fränkischen Saale und der Dorfsee Eichenhausen.

    Welche Dinge liegen Ihnen aus kommunalpolitischer Sicht persönlich am Herzen?

    Eine wichtige Aufgabe des Bürgermeisters sehe ich darin, möglichst frühzeitig über anstehende Projekte zu informieren. Dazu ist es von besonderer Wichtigkeit, ein neues WIR-Gefühl zu fördern. Ich stelle mir vor, alle Interessierten in Bürgerforen an der Ideensammlung zu beteiligen. Eine wichtige Herausforderung ist für mich, Jung und Alt in einem Mehrgenerationenprojekt zusammen zu führen. Das Ziel ist eine familienfreundliche Kommune.

    Zu den Zukunftsvisionen für Wülfershausen zähle ich...
    die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte und den Bau eines Gemeindezentrums.

    Vorrangige Ziele sind eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die optimale Förderung von Kindern sowie die Entlastung von Familien, die Angehörige zu Hause pflegen. Mit der Bewerbung und der erfolgten Zusage am Forschungsprojekt EUBeKo habe ich einen wichtigen Schritt eingeleitet. Ziel des Projekts ist es, Verhältnisse zu schaffen, die Bewegung ermöglichen oder erleichtern. Die Schaffung neuer Spielplätze, der Ausbau von Fuß- und Radwegen oder die Verbesserung der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern durch bessere Beleuchtung sind nur Beispiele. 

    Steckbrief
    Name: Wolfgang Seifert
    Geburtsdatum: 22. November 1956
    Geburtsort: Eichenhausen
    Wohnort: Wülfershausen
    Parteizugehörigkeit: CSU
    Ausbildung/Beruflicher Werdegang: Nach meiner Ausbildung zum Starkstromelektriker übernahm ich 12 Jahre Verantwortung in der Bundeswehr und bildete mich über den zweiten Bildungsweg an der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und dem Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung weiter. Danach war ich lange Jahre Beamter mit Filialverantwortung bei der Deutschen Bundespost. Seit neunzehn Jahren bin ich als Finanzkaufmann tätig.
    Familienstand/Kinder: Verheiratet, einen erwachsenen Sohn.
    Ehrenämter: 1. Bürgermeister der Gemeinde Wülfershausen, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschuss des Schulverbandes Saaletal, stellv. Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Saal, CSU-Ortsvorsitzender im CSU-Ortsverband Wülfershausen.
    Hobbys/Interessen: Ich bin begeisterter Skifahrer und Jäger. Daneben interessiere ich mich sehr für Kommunalpolitik, da sich hier direkt etwas gestalten lässt. Wenn mir meine Verpflichtungen Zeit lassen, trifft man mich auf verschiedenen Veranstaltungen. Unsere Vereine lassen sich immer viel einfallen.
    Lieblingsverein: Einen Lieblingsverein habe ich nicht, ich schätze und würdige alle Vereine meiner Heimatgemeinde Wülfershausen. Überregional drücke ich dem FC Bayern München die Daumen.
    Ihr Vorbild: Das ist eine schwere Frage, aber gehören dazu: Konrad Adenauer, Franz-Josef Strauß, Helmut Kohl, John F. Kennedy, Golda Meir und Nelson Mandela.
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    Bearbeitet von Michael Petzold

    Kommentare (4)

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