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    Wollbach

    Woran man sieht, dass Wollbach auf Felsen gebaut ist

    Trotz Corona-Krise hält der Frühling Einzug und rahmt Wollbach mit blühendem Weißdorn ein. Vom Ausweichsportplatz hat man diesen beeindruckenden Blick auf den Ort.
    Trotz Corona-Krise hält der Frühling Einzug und rahmt Wollbach mit blühendem Weißdorn ein. Vom Ausweichsportplatz hat man diesen beeindruckenden Blick auf den Ort. Foto: Klaus-Dieter Hahn

    Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Sitzungsorte. Durch die Corona-Pandemie sah sich auch Bürgermeister Thomas Bruckmüller vor der jüngsten Gemeinderatssitzung gezwungen, vom gewohnten Sitzungssaal im Rathaus in die großräumige Wollbacher Halle umzuziehen. Mit dem nötigen Abstand zwischen den einzelnen Ratsmitgliedern konnte er dort die letzte Zusammenkunft in der aktuellen Amtsperiode eröffnen.

    Mit dem Frühling ist offenbar auch der Wunsch vieler Bauwilliger nach den eigenen vier Wänden erwacht. Gleich drei Anträge auf Wohnhausneubauten lagen zur Entscheidung vor. Allesamt in der Straße "Am Weissenrain" im Baugebiet "Südlich der Unslebener Straße". Insbesondere die Bauvoranfrage zur Errichtung eines Dreifamilien-Wohnhauses sorgte für Diskussionsstoff. Als störend wurde dabei vor allem die Überschreitung der zulässigen Wandhöhe von 6,50 Metern (geplant 7,29 Meter im Mittel) empfunden. "Hier wird ein Präzedenzfall geschaffen", so die Befürchtung der Bürgervertreter. Das Einvernehmen wurde demnach einstimmig nicht erteilt.

    Keine Überreste der alten Kirche gefunden

    Ohne Einwände wurden die beiden anderen Vorhaben – Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage sowie eines Einfamilienwohnhauses mit Einliegerwohnung, Terrassenüberdachungen und Doppelgarage – genehmigt. Sie hielten die Festsetzungen des Bebauungsplanes ein und wurden daher bereits von der Verwaltung im Genehmigungsfreistellungsverfahren abgesegnet. Viel Lob gab es aus dem Mund des Bürgermeisters und der Ratsmitglieder für die Aktion der Dorfjugend, die im Zuge der Corona-Krise die älteren und hilfsbedürftigen Dorfbewohner im Ort unterstützen: "Eine tolle Sache", so Bruckmüller, der das Engagement des Nachwuchses betonte.

    Kurz informierte Bürgermeister Bruckmüller über den Fortgang der Arbeiten am Dorfplatz. "Man sieht deutlich, dass Wollbach auf Felsen gebaut ist", stellte er angesichts des vorgefundenen harten Untergrunds dort fest. Enttäuscht zeigte er sich allerdings darüber, dass man bei den Erdarbeiten vor der Kirche keine Überreste des alten Gotteshauses gefunden hat, was man sich eigentlich erhofft hatte.

    Defibrillator wird gekauft

    Die vor der Kirche gepflanzten Kornelkirschen-Bäume wurden nicht gefällt, sondern in die Nähe des Buswartehäuschens in der "Lebenhaner Straße" verpflanzt. Mit Hilfe der NES-Allianz-Kleinprojekteförderung wird nun der beantragte Defibrillator gekauft werden. Die Anschaffung des etwa 2500 Euro teuren Gerätes wird mit 58 Prozent bezuschusst. Der Defi soll nun im Eingangsbereich aufgehängt werden und so jederzeit zugänglich sein.

    Abschiednehmen hieß es an diesem Abend für einige Ratsmitglieder, die sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatten beziehungsweise bei den jüngsten Kommunalwahlen nicht in ihrem Amt bestätigt wurden. "In der Corona-Zeit überreiche ich nur eine Dankurkunde. Die offizielle Verabschiedung folgt nach der Krise", bat das Ortsoberhaupt um Verständnis bei der Überreichung der Dankurkunde.

    "Es war in den vergangenen sechs Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit. Wir haben alles in einer sehr demokratischen und menschlichen Art und Weise abgearbeitet. Ich bin sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit euch", fand Thomas Bruckmüller nur Lob für seine Kollegen im Gemeinderat. Josef Baumeister und Hans-Jürgen Manger waren 18 Jahre Bürgervertreter. Klaus Werner arbeitete zwei Amtsperioden im Gemeinderat mit, also zwölf Jahre lang. Peter Lochner, Kerstin Manger und Herbert Hoch jeweils sechs Jahre. "Ihr habt aktiv an der Zukunft von Wollbach mitgearbeitet, habt euch dabei auch der Kritik der Bürgerinnen und Bürger gestellt, was nicht einfach war", so der Bürgermeister in seiner kurzen Laudatio. Der scheidende Bürgervertreter Herbert Hoch bedankte sich mit bewegten Worten für das gute Miteinander.  

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