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    Bad Neustadt

    Zeugnisse über die DDR und ihr Ende an der Realschule

    Ausstellung zur Wiedervereinigung an der Realschule: Beeindruckt zeigten sich (von links) der ehemalige Schulleiter, Hartmut Schikora, Constanze Foidl und Schulleiter Thomas Schlereth.
    Ausstellung zur Wiedervereinigung an der Realschule: Beeindruckt zeigten sich (von links) der ehemalige Schulleiter, Hartmut Schikora, Constanze Foidl und Schulleiter Thomas Schlereth. Foto: PHILIPP WOHLFART

    Historisch gesehen ist es noch gar nicht so lang her, da gab es noch zwei deutsche Staaten. Einen westlich-demokratischen und einen östlich-sozialistischen. Und die Menschen im Kreis Rhön-Grabfeld lebten gar nicht so weit weg, sondern direkt an der Grenze. Anlässlich des Jubiläums 30 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung wurden Impressionen, Bilder und Zeitzeugenberichte aus der Zeit dieser Teilung aus den Kreisen Rhön-Grabfeld und Meiningen zu einer Ausstellung zusammengefasst. Nachdem sie Ende des vergangenen Jahres in Meiningen zu sehen war, machte die Ausstellung nun eine Woche lang in der Realschule Bad Neustadt Station. Neben den Realschülern hatte an einem Tag auch die Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Exponate zu besichtigen.

    Lange Schlangen

    Etwa 50 Interessierte zog es auf den Schulberg. Die meisten von ihnen hatten den Mauerfall und die Grenzöffnung selbst miterlebt. So wie Manuela Roth: „Damals habe ich im Jahr 1986 durch Verwandte meiner Familie eine Brieffreundin in der DDR gehabt. Ich habe ihr Zeitschriften wie die Bravo, Poster oder auch Aufkleber per Post zugeschickt“. Irgendwann hat Manuela Roth dann den Schritt gewagt und ist über die Grenze gegangen: „Als ich im Jahr 1987 erstmals über die Grenze fuhr, war das schon etwas seltsam. Vor allem nichts Alltägliches. Wir mussten den Grund für unseren Besuch angeben, wie viel Bargeld wir dabei hatten und unsere Sachen wurden alle kontrolliert“.

    Als die Grenze im November `89 gefallen war, wollte sie ihre Brieffreundin Claudia unbedingt sehen: „Ich fuhr mit meiner Familie an einem kalten Tag Richtung Thüringen. Hier haben wir mitgebrachte Suppe und Süßigkeiten an Claudia, ihre Familie und andere Leute verteilt. Im Westen standen viele in einer langen Menschenreihe, um sich die 100 DM Begrüßungsgeld zu holen. Ich weiß noch, dass viele vor Freude geweint haben. Für mich ist es eines der wichtigsten Ereignisse der deutschen Geschichte, welches aber immer mehr in Vergessenheit gerät“.

    Um sich an diese friedliche Revolution zu erinnern, kam auch der ehemalige Schulleiter, Hartmut Schikora an seine alte Wirkungsstätte zurück und zeigte sich von der Ausstellung, die von Belinda Hauck und Constanze Foidl organisiert wurde, beeindruckt.

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