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    Bischofsheim

    Zirkus in Bischofsheim: Zoff vor der Premiere

    Unter anderem um dieses Tigergehege geht es bei den Differenzen zwischen der Stadt Bischofsheim und dem Zirkus. Sascha Prehn (im Bild) ist für die Dressur der fünf sibirischen Tiger zuständig. Foto: Kristina Kunzmann

    Die Plakate in und um Bischofsheim kündigen das Gastspiel des Cirkus Manuel Weisheit am Wochenende des 13. bis 15. September an. Seit Anfang dieser Woche stehen die Wagen und Tierkäfige gegenüber vom Aldi-Markt in der Bahnhofstraße. Es scheint, dass alles vorbereitet ist für die erste Vorstellung am Abend des Freitag, 13. September. Offenbar gab es Differenzen zwischen dem Cirkus Manuel Weisheit und der Stadt Bischofsheim über die vom Zirkus belegte Fläche.

    Die Plakate künden schon von den geplanten Vorstellungen des Circus Manuel Weisheit kommendes Wochenende in Bischofsheim. Foto: Kristina Kunzmann

    Manuel Weisheit ist in siebter Generation der Direktor des reinen Familienzirkus, der seit 1824 existiert. Zum Zirkus gehören 35 Wagen, sieben Zugmaschinen sowie vier Lamas, vier Ponys, zwei große Pferde, zehn Laufenten und fünf sibirische Tiger. Für den Zirkus angemietet worden sei ein Teil der Fläche gegenüber dem Aldi-Markt, welche einer Privatperson gehöre. Das direkt an diese Fläche angrenzende Stück gehöre der Stadt Bischofsheim. "Meine Söhne stellten die Wagen und Käfige am Sonntag auf, hierbei muss es zu einem Abstimmungsfehler zwischen mir und meinen Söhnen gekommen sein, sodass auch einige Wagen und der Tigerkäfig auf der städtischen Fläche platziert wurden. Hier ist von meiner Seite nicht alles hundertprozentig richtig gelaufen", schildert Manuel Weisheit.

    Manuel Weisheit führt mit seiner Familie in siebter Generation den gleichnamigen Zirkus. Die Aufbauten für die Vorstellungen am Wochenende in Bischofsheim stehen bereits. Foto: Kristina Kunzmann

    Zirkus erhielt Hinweis der Stadt

    Nach einem Hinweis der Stadt Bischofsheim habe man die betroffenen Lastwagen umplatziert, den Tigerkäfig und die Pferdekoppel verkleinert. Weiter zusammenrücken wolle und könne er die Elemente nicht, es sei ohnehin schon alles eng gestellt. Am Dienstagmorgen dann sei Bürgermeister Georg Seiffert auf das Gelände gekommen und habe ihn darauf hingewiesen, dass sich noch immer einige Lastwagen und der Tigerkäfig auf städtischer Fläche befinden würden. Die Art, wie der Bürgermeister auf ihn zugegangen ist, empfand Manuel Weisheit nach seiner eigenen Angabe als wenig kooperativ.

    "Es entstand für mich persönlich bei diesem Gespräch der Eindruck, dass man den Zirkus nicht in der Stadt haben möchte." Manuel Weisheits Empfindung nach sei der Bürgermeister nicht zu einem Entgegenkommen bereit gewesen. "Ich hätte mir gewünscht, dass der Bürgermeister seinem Herzen einen Stoß gegeben und man gemeinsam einen Kompromiss gefunden hätte. Es geht ja durch den Zirkus nichts kaputt und am Sonntagabend sind wir ohnehin bereits wieder weg", so Weisheit.

    Seifert: Im Vorfeld keine Anfrage zur Nutzung der Fläche

    Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert schildert, konfrontiert mit den Aussagen Manuel Weisheits, dass die Fläche, um die es geht, der Stadt gehört und verpachtet ist. Am Montag sei der Pächter auf ihn zugekommen und habe ihm mitgeteilt, dass dort widerrechtlich Aufbauten des Zirkus stehen würden. Daraufhin habe der Bauhofleiter den Zirkusdirektor darauf aufmerksam gemacht, dass er mit dem Käfig und einigen Wagen widerrechtlich städtische Fläche belegt und ihn auf die Grenze hingewiesen. Schließlich gehöre die Fläche, so Seiffert, der Stadt und damit seien die Aufbauten dort widerrechtlich platziert. Eine entsprechende Anfrage zur Nutzung der Fläche sei im Vorfeld nicht an die Stadt herangetragen worden. "Wir waren bereits sehr entgegenkommend, haben für den Zirkus sogar eine Wasseruhr aufgestellt. Aber das betreffende Stück Fläche ist in städtischem Eigentum. Somit ist es unser gutes Recht, zu verlangen, dass dort keine Zirkusaufbauten platziert werden", sagt Georg Seiffert.

    Am Dienstagmorgen habe er dann gemeinsam mit dem Bauhofleiter noch einmal das Gespräch mit dem Zirkusdirektor gesucht, so Seiffert. Von der Art der Gesprächsführung, die Manuel Weisheit an den Tag gelegt habe, hätten er und der Bauhofleiter sich bedroht gefühlt und deshalb keine Möglichkeit mehr auf ein sachliches Gespräch gesehen. Aus diesem Grund habe man nun den Zirkus noch einmal schriftlich aufgefordert, die städtischen Flächen freizugeben.

    Trotz dieser Widrigkeiten fühlen sich Manuel Weisheit und sein Zirkus sehr wohl in Bischofsheim: "Die Menschen hier sind wirklich sehr nett, es gefällt uns hier", sagt Manuel Weisheit. Die geplanten Aufführungen des Zirkus am Freitag, 13., Samstag, 14., und Sonntag, 15. September, sollen laut Weisheit wie geplant stattfinden, es seien auch bereits Karten verkauft worden. Nach der letzten Vorstellung am Sonntag wird der Zirkus dann mit seinen Wagen und Tieren weiter ziehen nach Gemünden am Main.

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