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    Bad Königshofen

    Zu wenig Regen im Grabfeld: Jetzt muss Wasser gespart werden

    Der Wasserverbrauch steigt schon jetzt wegen der Corona-Krise. Die Zweckverbände Mitte und Nord erlassen erneut Verbrauchs-Beschränkungen. Was ist alles verboten?
    Am Wasser hängt doch alles. Wieder hat es im Grabfeld zu wenig geregnet, die Situation der Brunnen der Zweckverbände bleibt unverändert angespannt.
    Am Wasser hängt doch alles. Wieder hat es im Grabfeld zu wenig geregnet, die Situation der Brunnen der Zweckverbände bleibt unverändert angespannt. Foto: DPA/Jens Büttner

    Von Entwarnung kann keine Rede sein. Auch wenn es angesichts eines oft wolkenverhangenen Himmels vielleicht den Anschein hatte, die Niederschläge während des Winters hätten bei der Wasserversorgung für Entspannung gesorgt. Im Februar hatte es zwar mit 73,6 Liter auf den Quadratmeter exakt doppelt so viel geregnet, wie im Mittel der vergangenen 30 Jahre, dafür waren der Januar mit 25 Litern (das Soll liegt bei 46,5) und der März mit 26 Litern (41,5) wieder um so trockener. Unter dem Strich lag die Niederschlagsausbeute in den drei Wintermonaten bei 124,6 Liter und damit o,2 Liter unter dem Mittel eines Durchschnittsjahres. Die Zahlen stammen von der Station des Deutschen Wetterdientes in Merkershausen, die von Hilmar Mauer betreut wird.    

    Weil damit nach den beiden zurückliegenden, sehr trockenen Jahren die Situation der Brunnen zur Trinkwasserversorgung um keinen Deut besser geworden ist, sieht man bei den Zweckverbänden keinen Grund, die im April vergangenen Jahres verhängten Einschränkungen für den Wasserverbrauch aufzuheben. Im Gegenteil: Der Zweckverband Mitte mit seinem Vorsitzenden Thomas Helbling erneuerte jetzt das Wasserspargebot, was zur Folge hat, dass private Swimmingpools nicht befüllt, der Rasen nicht gesprengt und Autos nicht gewaschen werden dürfen.  "Uns fehlt einfach der Niederschlag", sagte Helbling im Gespräch mit dieser Redaktion. Das gleiche gilt für das Bewässern von landwirtschaftlichen Flächen. Der Zweckverband Nord entschied sich ebenfalls für eine Verlängerung der Verordnung.  

    Immerhin: die privaten Regenzisternen dürften gefüllt sein

    Natürlich dürfen auch keine Regenzisternen mit Trinkwasser aus den Brunnen aufgefüllt werden. Diese dürften durch die Niederschläge im Winter derzeit eh gefüllt sein, vermutet Wassermeister Michael Müller. Zu mehr habe es aber nicht gereicht. Bei den Hauptbrunnen 3 und 4 jedenfalls sei kaum etwas angekommen, sagt Müller, der die Pegel weiterhin immer noch auf niedrigem Niveau hält, in dem die Brunnen nur gedrosselt laufen. Dabei sorgt schon die Coronakrise für einen um gut zehn Prozent höheren Wasserverbrauch, weil jetzt viel mehr Leute den ganzen Tag zuhause sind. "Jetzt müsste es viel regnen", betont Müller, der aber auch genau weiß, dass die Vorhersagen mit seinem Wunsch nicht übereinstimmen."Hoffentlich halten die Brunnen das aus." 

    Auch die Leute vom Wasserwerk sind von den Auswirkungen des mittlerweile alles beherrschenden Virus betroffen. Die vier Männer arbeiten in Zweierteams, die keinen direkten Kontakt zueinander haben. Damit soll verhindert werden, dass alle ausfallen, wenn sich einer infizieren sollte. Statt wie sonst neue Wasserzähler zu setzen, sind sie jetzt - ebenfalls um Kontakt zu anderen zu vermeiden - mehr mit Wartungsarbeiten beschäftigt. Zudem haben sie an der Fertigstellung des neuen Hochbehälters am Judenhügel mitgearbeitet, der jetzt bald in Betrieb geht.         

    Hoffnung auf baldige Entscheidung für die Zukunft der Wasserversorgung

    Georg Rath, Vorsitzender der Zweckverbandsgruppe Nord, sieht auch keine Veranlassung für eine Lockerung der Spargebote. "Derzeit ist alles im Corona-Modus", meint der Herbstädter Bürgermeister, der darauf drängt, dass sich in Sachen Wasserversorgung für das Grabfeld bald wieder etwas tut. Zunächst müsse man aber noch die Konstituierung der Verbände abwarten. Auch Thomas Helbling, der mit der Fernwasserversorgung Oberfranken und dem Wasserwirtschaftsamt Kontakt hält, bedauert, dass es nicht recht voran geht. "Die Vorarbeiten sind gemacht, das weitere liegt nicht in unserer Hand", sagt er.  Rath hofft darauf, dass bald ein Lösungsansatz aus München kommt. Am liebsten wäre ihm und den Leuten bei den Zweckverbänden, wenn der Versorger aus Oberfranken von Seßlach aus den Bau der Leitung ins Grabfeld stemmt und die Zweckverbände hier die Verteilung übernehmen.     

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