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    RHÖN

    Segelflieger fiebern der WM entgegen

    Qualifikation abgeschlossen: Die Rennen vor dem Grand-Prix-Finale auf der Wasserkuppe, der WM der Segelflieger, sind abg... Foto: Lothar Schwark

    (mm) In knapp vier Wochen heben auf der Wasserkuppe, dem Berg der Segelflieger, die 20 weltbesten Aufwindjäger zu einem spannenden Luftrennen ab, beim Grand-Prix-Finale. Beim Ausscheidungsrennen im italienischen Varese qualifizierten sich nun die letzten Luftsportler für die Veranstaltung auf der Wasserkuppe, die den Rang einer Segelflugweltmeisterschaft besitzt.

    Mit Giorgio Galetto wird ein ehemaliger Weltmeister und eine große Segelfliegerpersönlichkeit aus Italien in der Rhön dabei sein. Ebenso hat sich in Varese der Österreicher Peter Hartmann qualifiziert, der ebenfalls zu den besten Thermikjägern der Welt zählt.

    „Der Reiz des Grand Prix Finale besteht darin, dass alle Teilnehmer zeitgleich mit einem Regattastart ins Rennen gehen“, informiert der Leiter des Wettbewerbs, Hans Obermayer, der selbst 1995 bei einer Segelflug-Weltmeisterschaft in Omarama in Neuseeland mitflog und als erfahrener Sportleiter schon Deutsche Meisterschaften betreute. Besucher könnten dank des verständlichen Wettbewerbssystems hautnah nachvollziehen, wer der jeweilige Tagessieger ist: in der Regel derjenige, der der als Erster die Ziellinie auf der Wasserkuppe kreuzt.

    Am Boden wird man die Luftrennen an Videoleinwänden verfolgen können, da die Teilnehmer ein Flugwegverfolgungssystem an Bord mitführen. Karl Senne, langjähriger Moderator des ZDF-Sportstudios und selbst begeisterter Flieger, wird die Luftrennen kommentieren. Die Aufwindjäger gehen mit Luftrennern der 15-Meter Klasse an den Start. Vor dem Start werden die Segelflugzeuge mit bis zu 180 Litern Wasser als Ballast betankt. Im Zielanflug werden sie dann mit langen Wasserfahnen dem Ziel entgegenjagen, mit bis zu 270 Kilometern pro Stunde.

    Die Luftrennen bringen auch einen Wettbewerb der Segelflughersteller mit sich. Als Erfolgsprodukt des Segelflugherstellers Alexander Schleicher aus Poppenhausen an der Wasserkuppe wird sicherlich die ASG-29 eingesetzt. Konkurrent wird der Ventus 2 sein, der bei Schempp-Hirth in Kirchheim/Teck produziert wird.

    Firmenchef Tilo Holighaus persönlich fliegt das Grand Prix Finale mit einem Ventus 2ax mit. Er qualifizierte sich im Mai in Kronstadt (Braºov) in Rumänien für das sportliche Event auf der Wasserkuppe. Er führt mit Mutter Brigitte seit 1994 den Betrieb am Rande der schwäbischen Alb. Bis zu 100 Luftrenner werden dort im Jahr hergestellt.

    „Die Kombination „100 Jahre Segelflug auf der Wasserkuppe“ und Grand-Prix-Finale findet Holighaus genial. „An keinem anderen Ort der Welt kann man den Segelflug besser darstellen“, so der optimistische Thermikjäger.

    Besonders gespannt ist Holighaus auf Endanflüge, die im Schlussteil auf den höchsten Berg der Rhön führen. „Der Grand Prix lässt jedem Piloten die Chance gegenüber Mitbewerbern, schon mal eigene Wege zu gehen“, so Holighaus. Einen Ausreißer nach unten könne man tags darauf wieder ausmerzen. Schon jetzt trainiert der Flieger mit Waldlauf und Radfahren für das Grand-Prix-Finale in der Rhön.

    Auch die Darstellung der Geschichte des Segelflugs beim Jubiläum will er bereichern. „Wenn es klappt, bringe ich meine ,Minimoa‘ mit, die bereits in den 30er Jahren zu weiten Flügen auf der Wasserkuppe abhob.

    Der mittlerweile 42-Jährige fliegt seit dem 17. Lebensjahr. Er hat inzwischen 4000 Flugstunden. Seine Rennqualitäten belegte Holighaus bereits 1993, als er einen Weltrekord mit 155 Stundenkilometer über ein 1000-Kilometer-Dreieck erflog. „Auf der Wasserkuppe wird echte Segelfliegerfreundschaft zelebriert“, ist sich Holighaus jetzt schon sicher.

    Weitere Infos im Internet unter www.sailplane-grandprix-2011.aero

    Von Lothar Schwark

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