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    Bad Königshofen

    Bad Königshofen: Kleines Regenplus trotz sechs Wochen Dürre

    Die Halbjahresbilanz bei den Niederschlägen fällt durchwachsen aus. Nur der Februar und Juni lagen über dem Soll. Temperaturen in den ersten sechs Monaten etwas zu hoch.
    Wenn im Grabfeld dunkel Wolken aufziehen, hofft man auf ergiebigen Regen. Immerhin gab es im ersten Halbjahr 2020 in der von der Trockenheit gebeutelten Region etwas mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. 
    Wenn im Grabfeld dunkel Wolken aufziehen, hofft man auf ergiebigen Regen. Immerhin gab es im ersten Halbjahr 2020 in der von der Trockenheit gebeutelten Region etwas mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel.  Foto: Sonja Demmler

    Die ausgiebigen Niederschläge im Juni zeigen Wirkung. Nicht nur in der Natur, die in den vergangenen Jahren zu dieser Zeit nicht immer im grünen Kleid daherkam, sondern auch in der Statistik.  Die 273,2 Liter, die es im ersten Halbjahr geregnet hat, bedeuten ein leichtes Plus von 7,7 Liter im Vergleich zum Mittelwert der vergangenen drei Jahrzehnte, der bei 265,5 Liter liegt. Für Hilmar Mauer, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach in Merkershausen eine Wetterstation betreut, ist das nach allzu trocknen Jahren ein Grund für ein wenig Freude.

    Jedenfalls läuft die Stadt heuer nicht noch einmal Gefahr, zum trockensten Ort in Bayern erkoren zu werden wie 2019. Wenn Mauer allerdings aus seinem Wintergarten  auf die Haßberge blickt, dann fallen ihm die braunen Flecken am dunkelgrünen Horizont auf. Sie markieren vertrocknete Fichten und Kiefern, die hierzulande wohl keine Zukunft haben.   

    Februar und Juni waren feuchte Monate

    Das gute Ergebnis ist vor allem auf den Februar und den Juni zurückzuführen. Im zweiten Monat des Jahres wurden 73,82 Liter Niederschlag in der Station in Merkershausen gemessen, was mit einem Plus von 37,02 Liter mehr als das Doppelte des Mittelwertes in Höhe von 36,80 Liter bedeutete. 97,20 Liter waren es im Juni, 38,60 Liter mehr als das Mittel mit 56,80 Liter.

    Dagegen entpuppte sich heuer der April, dem man früher Unstetigkeit beim Wetter nachsagte, als regelrechter Dürremonat, in dem es gerade einmal 3,5 Liter geregnet hat - 40,80 Liter zu wenig, geht man nach dem nassen Soll, das eigentlich vom Himmel hätte fallen sollte. Dazu muss man noch die Zeitspanne vom 14. bis 31. März hinzurechnen, während der es sage und schreibe 0,34 Liter Niederschlag gab. Fast hätten die 3,5 Liter im April in der fast 120 Jahre alten Wetterstatistik wieder für einen traurigen Rekord gereicht, denn nur noch 2007 hatte es mit 1,5 Liter noch weniger geregnet. Einstellig blieben die Werte mit 9 Litern in der ganzen Zeit auch nur noch zweimal: 1957 und 1971.  

    In den meisten Monaten gab es zu wenige Niederschläge

    Dass es im März dann mit insgesamt 25,92 Liter doch etwas geregnet hat, ist dann nur der ersten Monatshälfte zu verdanken. Das waren dann am Ende aber doch 15,98 Liter zu wenig, denn im Mittel fallen 41,50 Liter Niederschläge. Auch der Januar fiel mit 25,12 Liter deutlich zu trocken aus. Laut Sollwert hätten es 46,50 sein sollen, also 21,38 Liter mehr. Bleibt noch der Mai, der, ist er nass, er dem Bauern füllt Scheuer und Fass, wie eine alte Regel weiß. 47,80 Liter waren 12,70 zu wenig, gemessen am 30-jährigen Jahresmittel mit 60,50 Litern.  Verglichen mit Zahlen etwa aus Berchtesgaden wird deutlich, wie wenig Niederschlag im Grabfeld niedergeht. Im Oberbayerischen Urlaubsparadies wurden im ersten Halbjahr 725 Liter Niederschlag gemessen. In Bad Königshofen würde man sich schon sehr glücklich schätzen, wenn es hierzulande soviel im ganzen Jahr geben würde.                  

    Dass die Natur heuer weniger Stress ausgesetzt ist, dafür macht Hilmar Mauer auch die vergleichsweise niedrigen Temperaturen verantwortlich. Nur der Februar war mit Schnitt mit 4,9 Grad viel zu warm, weil es hier nur 0,7 Grad sein sollten. Am wärmsten fielen hier der 18. und 19. Februar aus. Hier kletterten die maximalen Tageswerte auf 16,3 beziehungsweise 18 Grad. Der Januar fiel mit einem Plus von 1,8 Grad gegenüber dem bei 0,2 Grad liegenden Mittel zwar auch zu warm aus, hatte aber nur am letzten Tag des Monats mit 11,1 Grad einen zweistelligen Wert zu bieten.

    März und April waren mit 4,9 statt 4,4 um 0,5 Grad und mit 9,5 statt 8,8 um 0,7 Grad zu warm. Was nicht heißen soll, dass es in diesen beiden Monaten nicht auch bitter kalt sein konnte. Vom 21. März bis 3. April fiel bisweilen die Bodentemperatur bis auf Minus 14,1 Grad. Auch die Eisheiligen am 11., 12. und 13 Mai wurden ihrem Namen mit Frost bis zu 5,5 Grad gerecht. Der Mai fiel insgesamt mit 11,5 statt 13 Grad um 1,5 Grad zu kühl aus. In etwa im Soll von 16,3 Grad lag der Juni.          

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