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    Bad Königshofen

    Berufsfachschule für Musik: Vertragsabschluss mit Griechenland per Video

    Per Videokonferenz wurde im Landratsamt Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt der Kooperationsvertrag zwischen dem Bezirk Unterfranken, dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen und dem städtischen Konservatorium Larissa in Griechenland unterzeichnet.
    Per Videokonferenz wurde im Landratsamt Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt der Kooperationsvertrag zwischen dem Bezirk Unterfranken, dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen und dem städtischen Konservatorium Larissa in Griechenland unterzeichnet. Foto: Apostolos Alexiou

    Schon seit mehr als einem Jahr ist ein Kooperationsvertrag zwischen dem Bezirk Unterfranken, dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen (BFM) auf der einen Seite und dem städtischen Konservatorium Larissa in Griechenland im Gespräch. „Nun ist dieser Vertrag unter Dach und Fach“, sagt Schulleiter Professor Ernst Oestreicher in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Er verweist auf die jahrzehntelange Verbindung zwischen der Schule in Larissa, der fünftgrößten Stadt in Griechenland und Hauptstadt von Thessalien, und der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen. Durch diesen Kooperationsvertrag, der aufgrund der Corona-Pandemie per Videokonferenz geschlossen wurde, ist die Zusammenarbeit beider Schulen auf Dauer gesichert. Beide Seiten verpflichten sich darin, zu gleichen Teilen diese Beziehung zu verstärken und auszubauen.

    Die Kontakte hergestellt

    Die Kontakte mit der griechischen Stadt Larisa begannen 1990 durch Christos Ktistakis, damals Schüler an der Berufsfachschule für Musik, der nach seiner Ausbildung in Bad Königshofen an der Musikhochschule Saarbrücken Klavier und Dirigieren studierte. Seit 14 Jahren ist er Chefdirigent des städtischen symphonischen Orchesters der Stadt Larissa. Aufgrund seiner Empfehlung bereiten sich seitdem Schüler aus Larissa, aber auch aus anderen Gegenden Griechenlands in Bad Königshofen auf ein Musikstudium vor. Dazu gehören auch die Geschwister Froso und Dimitris Ktistakis, die ebenfalls eine erfolgreiche Musikkarriere in ihrem Heimatland machen. Erster Höhepunkt zwischen beiden Institutionen war 1991 eine Gastspielreise der Berufsfachschule für Musik nach Griechenland mit der Aufführung des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart im Amphitheater in Larissa und in Thessaloniki unter dem Dirigat von Professor Ernst Oestreicher. Weitere große Konzertprojekte folgten.

    Die Gründerväter der schulischen Verbindung zwischen dem städtischen Konservatorium Larissa und der Berufsfachschule für Musik (von links) Michael Lörcher, Dozent für Klavier, Schulleiter Professor Ernst Oestreicher und Apostolos Alexiou, Direktor des Städtischen Konservatoriums Larissa.
    Die Gründerväter der schulischen Verbindung zwischen dem städtischen Konservatorium Larissa und der Berufsfachschule für Musik (von links) Michael Lörcher, Dozent für Klavier, Schulleiter Professor Ernst Oestreicher und Apostolos Alexiou, Direktor des Städtischen Konservatoriums Larissa. Foto: Hanns Friedrich

    In den letzten beiden Jahren war das städtische Symphonieorchester Larissa zu Gast für zwei große Konzerte in Unterfranken unter der Leitung von Christos Ktistakis und Professor Ernst Oestreicher. Ein weiterer Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war im vergangenen Jahr die Konzertreise des städtischen Frauenchores Larissa „InDonnaTion“ in Unterfranken unter der Leitung des Chefdirigenten Dimitris Ktistakis, des Bruders des Orchesterdirigenten. Neben der Teilnahme an den Europatagen in Volkach gastierte der Chor in Hammelburg und Bad Königshofen. Seit 2015 finden im Frühjahr und Herbst jeweils einwöchige Seminare an beiden Instituten für Musiker aus Bad Königshofen und Larissa statt. Die jungen Studierenden erhalten durch die qualifizierten Instrumentallehrer musikalische Inspiration, Ratschläge in der Musikausbildung in beiden Ländern und individuelle Hilfe bei instrumentalen Problemen.

    „Nun setzt die Politik ein starkes Zeichen für eine gemeinsame Weiterarbeit“, sagt Schulleiter Ernst Oestreicher. Nachdem die griechischen Musiker wegen der Corona-Krise ihren geplanten Besuch absagen mussten, fand in Form einer Videokonferenz die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung statt. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Würzburg), Landrat Thomas Habermann, Apostolos Kalogiannis (Bürgermeister der Stadt Larissa), Panagiotis Sapkas (Vizebürgermeister von Larissa) unterzeichneten den Kooperationsvertrag im Rahmen dieser virtuellen Zusammenkunft. Zugeschaltet waren in Larissa der Direktor des städtischen Konservatoriums Apostolos Alexiou, der Dirigent des städtischen Symphonieorchester Larissa Christos Kthistakis, der von griechischer Seite die Kooperation organisierte. Von der Berufsfachschule für Musik nahmen Fachlehrer Michael Lörcher als Organisator des Schüleraustausches und Schulleiter Professor Ernst Oestreicher an dieser ungewöhnlichen Zeremonie teil.

    Gegenstand der Kooperationsvereinbarung

    Gegenstand der Kooperationsvereinbarung ist eine nachhaltige Förderung des Schüleraustausches zwischen Musikern des Konservatoriums Larissa und der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen sowie eine Festigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Instituten. Beide Seiten stellen dafür jeweils 3000 Euro jährlich zur Verfügung. Besondere größere Konzertprojekte werden im Rahmen der Vereinbarung ebenfalls in Aussicht gestellt.

    Landrat Thomas Habermann dankte insbesondere Michael Lörcher für die jahrzehntelange Begleitung und Organisation der Zusammenarbeit zwischen den beiden Instituten. Er wünscht sich, dass durch diese Vereinbarung die langjährige Freundschaft intensiviert wird und die Schüler auf beiden Seiten langfristig davon profitieren. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel betonte, dass diese Kooperation bereits im letzten Jahr einstimmig vom Bezirk beschlossen wurde. Es sei erfreulich, dass sie jetzt, trotz der aktuellen Reisebeschränkungen dank der modernen Übertragungstechnik, zustande kommen konnte. Nun hofft man, dass nach Corona die Vereinbarung 2021 bei einem Besuch der griechischen Gäste  in Bad Königshofen ganz offiziell unterzeichnet werden kann. „Natürlich mit einem guten Sekt aus Würzburg und einem griechischen Wein aus Larissa,“ meinten die Teilnehmer der Videokonferenz. Und dann natürlich im fertiggestellten Neubau der  Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen.

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