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    Bad Königshofen

    Der Baggerfahrer und sein Dino: Der Abriss ist fast geschafft

    Frank Schwarz und sein Bagger. Mit dem großen Greifer kann er sogar die kleinsten Teilchen auf der Baustelle aufnehmen.
    Frank Schwarz und sein Bagger. Mit dem großen Greifer kann er sogar die kleinsten Teilchen auf der Baustelle aufnehmen. Foto: Hanns Friedrich

    "Die sehen doch aus wie Dinos, oder?" Der Vergleich des Zehnjährigen scheint gar nicht so abwegig, denn wenn man die beiden Abrissgeräte an den Baggern in den vergangenen Wochen betrachtete, hatten diese mit ihren starken Zähnen durchaus etwas Ähnlichkeit mit den Urzeitviechern. Wie geht man mit diesen Geräten um? "Das lernt man mit der Zeit",erklärt Baggerfahrer Frank Schwarz aus Dermbach von der Firma Leinweber aus dem hessischen Künzell. Seit Mai sind er und seine Kollegen dabei, das ehemalige Kreiskrankenhaus in Bad Königshofen dem Erdboden gleich zu machen. Mittlerweile ist der Hauptbau abgetragen und nun ist der Tiefkeller an der Reihe". Dabei bleiben lediglich die Außenwände stehen. Das Innere wird mit Erde aufgefüllt, die bereits auf dem Gelände lagert. Bisher fielen etwa 15 000 Tonnen Bauschutt an, erfährt man von dem Unternehmen.

    Wo ist nur der Grundstein geblieben?

    Trotz intensiver Suche wurde der 1963 gelegte Grundstein nicht gefunden. Ein Archivbild des Boten vom Grabfeld berichtet von der Grundsteinlegung am Nikolaustag im Dezember 1963. Der Grundstein wurde dann aber wohl im Haus vermauert. Manche Bad Königshöfer meinen, dass er im Eingangsbereich zu sehen war, andere verorten ihn in der Wand im großen Foyer. Wahrscheinlich ist er aber irgendwann unter einer Schicht Putz verschwunden. "Schade," sagt Baggerführer Schwarz, der versichert, beim Abriss ganz genau hingeschaut zu haben.

    Vom ehemaligen Kreiskrankenhaus sind eigentlich nur noch die Tiefkeller übrig. Alles andere wurde dem Erdboden gleich gemacht.
    Vom ehemaligen Kreiskrankenhaus sind eigentlich nur noch die Tiefkeller übrig. Alles andere wurde dem Erdboden gleich gemacht. Foto: Hanns Friedrich

     Was im Bad Königshofener Krankenhaus Probleme machte, war die Holzdecken-Schalung. Die musste nämlich nach dem Abriss aussortiert und speziell entsorgt werden. Das galt aber auch für  Eisen- oder Blechteile. Sie kamen in besondere Container. Die Betonteile wurden zerkleinert und zu einem Betrieb nach Fulda gefahren, die größeren Steine kamen auf einen Steinbruch im nahe gelegenen Thüringen. Dort könnte dann auch der gesuchte Stein mit den Urkunden gelandet sein. Wie bereits berichtet, wird der Tiefkeller nicht insgesamt abgerissen, da dieser teils unter Wasser steht und das Krankenhaus im Heilquellenschutzgebiet liegt. Allerdings muss der Bereich um die Betonwände freigelegt werden, da diese beim Bau mit einem Bitumenanstrich versehen wurde. Der muss nun entfernt werden.

    Bei den aktuellen Temperaturen ist das sich nicht der schlechteste Job auf einer Baustelle. Eine kalte Dusche mal so zwischendurch tut gut.
    Bei den aktuellen Temperaturen ist das sich nicht der schlechteste Job auf einer Baustelle. Eine kalte Dusche mal so zwischendurch tut gut. Foto: Hanns Friedrich

    Für Schwarz war der Krankenhausabriss eher eine kleine Baustelle, wie er sagt. Wer den Mann bei seiner Tätigkeit eine Weile beobachtet, stellt schnell fest, dass er bestens mit seinem Bagger umgehen kann. "Das geht aber nur durch ständiges üben," betont er. Beim Abriss des Kreiskrankenhauses durfte zum Beispiel kein Stein auf den vorbeiführenden Weg fallen, sondern die Wände mussten nach innen stürzen. Zuletzt blieb nur noch ein Bereich stehen, der mit einem Ruck in sich zusammen fiel. "Mein Kollege hat einen Pfeiler angepackt und schon war nur noch eine große Staubwolke zu sehen und der Rest der Dachterrasse mit Casino war Vergangenheit." Immer wieder wurde zwischenzeitlich von zwei Arbeitern sortiert und beim Abriss mit Wasser gespritzt, um den Staub zu binden, damit die Anwohner nicht belästigt wurden. Der "eiserne Dino" riss dann große Steinplatten nach unten, ein weiterer kleiner Bagger zermalmte diese Betonteile regelrecht, sortierte die Eisen und den restlichen Beton.

    In Bad Königshofen steht bereits das nächste Abrissprojekt an, ein landwirtschaftlicher Hof, der in den 1970er Jahren als Grenzpolizeistation diente. Bis dahin waren die Beamten in der Klosterstraße untergebracht. Das landwirtschaftliche Grundstück in der Sparkassenstraße wurde von Georg Mauer mit seiner Familie bewirtschaftet. Die Grenzpolizei hatte im Erdgeschoss die Diensträume, die oberen Stockwerke und ein Anbau waren an die Familien der Beamten vermietet. Angebaut hat man damals Garagen für die Polizeifahrzeuge. Nach dem Abriss des Areals entsteht dort ein Wohnhaus.

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