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    Ottelmannshausen

    Ein wichtiges Zeugnis der Dorfkultur

    An der Straße zum Dörfleshof in Ottelmannshausen segnete Diakon Rudi Reuter ein neues Heiligenhäuschen. Dieses ersetzt das  bisherige, desolate Kulturdenkmal.
    An der Straße zum Dörfleshof in Ottelmannshausen segnete Diakon Rudi Reuter ein neues Heiligenhäuschen. Dieses ersetzt das bisherige, desolate Kulturdenkmal. Foto: Hanns Friedrich

    Als ein wichtiges Zeugnis der Dorfkultur hat Diakon Rudi Reuter die Bildstöcke und Heiligenhäuschen in den Ortschaften Frankens bezeichnet. Vier Heiligenhäuschen seien es einst gewesen, in jede Himmelsrichtung eines, die in den Ortschaften aufgestellt waren. Bei den Flurprozessionen wurden sie als eine der vier Stationen genutzt, wenn die Prozession anhielt und das Evangelium gelesen wurde. Auch in Ottelmannshausen gibt es solche Heiligenhäuschen,  die teils restaurierungsbedürftig sind. So auch das an der Straße zum Dörfleshof.  Die Interessengemeinschaft Denkmalpflege mit Clemens  Behr an der Spitze habe es sich zum Ziel gesetzt, diese Flurdenkmale zu erhalten. Grund genug, das neue Heiligenhäuschen am Dörfleshof nun zu segnen, sagte der Diakon.

    Viele Bürgerinnen und Bürger hätten durch großzügige Spenden mitgeholfen, dass das neue Flurdenkmal finanziert werden konnte. „Es gibt immer wieder Menschen, die etwas anpacken und sich engagieren, um solche Zeugnisse der Dorfkultur zu erhalten.“ Ein solches Heiligenhäuschen verweise aber auch auf den Segen Gottes. „Er ist immer da, wenn wir auf ihn vertrauen,“ sagte der Diakon. In der Lesung, die Marion Nastvogel-Schöpf vortrug, ging es um den Sämann und den zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Dort heißt es: "Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten. Und wer in Segensfülle sät, der wird auch in Segensfülle ernten." So kann man im unteren Teil des Bildstocks denn auch lesen: „Wer mit Segen sät, wird mit Segen ernten.“ Passend dazu erklang das Kirchenlied, das bei Flurprozessionen immer wieder gesungen wurde: „O Schöpfer, dessen Allmachtswort einst diese Welt gebauet…“, musikalisch begleitet von Burkhard Bähr auf der Trompete.

    Wer reichlich hat, kann auch reichlich weiterschenken

    Zur Lesung sagte Diakon Reuter, dass sich der Apostel Paulus für notleidende Christen einsetzte und um Spenden gebeten hatte. Das mache deutlich, dass die Menschen geben und auch teilen sollten. „Wer reichlich hat, der kann auch reichlich weiterschenken.“ Das sei eine Anregung Gottes für die Menschen und die Schöpfung. Zum neuen Bildstock sagte der Diakon, dass im Innern die Struktur eines Kreuzes zu erkennen ist, darauf das Bronzerelief, das Jesus als den Sämann darstellt. Das bedeute aber auch, dass jeder Christ solch ein Sämann ist. „Wir teilen mit seinem Segen und Christus ist der Antrieb.“ Darauf soll das neue Heiligenhäuschen verweisen, dass jeder Einzelne ausgesandt ist und Gott seinen Segen dazu gibt.

    Dies wurde auch in den Fürbitten deutlich, bei denen man an die Verkehrsteilnehmer dachte, die an diesem Bildstock vorbei fahren, aber auch an die Landwirte, die Radler und Erntemaschinen. Rudi Reuter segnete das neue Heiligenhäuschen und erinnerte an den Frankenapostel Kilian. In der zweiten Strophe heißt es: "Das göttlich Wort hast ausgesät, von ihm der Franken Heil entsteht." Das passe auch zu dieser Bildstocksegnung in Ottelmannshausen.

    Das neue Heiligenhäuschen an der Straße zum Dörfleshof.
    Das neue Heiligenhäuschen an der Straße zum Dörfleshof. Foto: Hanns Friedrich

    Ein Dankeschön für die vielen Spenden

    Clemens Behr von der Interessengemeinschaft Denkmalpflege erinnerte sich, dass er als Jugendlicher mit dem Rad von Herbstadt über Ottelmannshausen nach Bad Königshofen an den Heiligenhäuschen vorbeifuhr. Nun wollte er das völlig desolate Häuschen am Weg zum Dörfleshof renovieren lassen. Er nahm Rücksprache mit Kreisheimatpfleger Reinhold Albert und eine Finanzierung wurde erstellt. Ein Dank ging an Steinmetz Jürgen Hippold, aber auch an die vielen Spender, darunter die örtlichen Banken. Reuter habe die Bronzetafel des Sämann gespendet, die Gemeinde habe sich ebenso finanziell beteiligt, weshalb ein Dank an Bürgermeister Georg Rath ging.

    Nun steht in Ottelmannshausen noch eine Heiligenhäuschen-Renovierung an, wobei auch hier die IG Denkmalpflege die Initiative ergreift. Einige vorhandene Teile können wieder verwendet werden. Gemeinsam sei dies zu schaffen. Clemens Behr möchte dann die Fertigstellung mit einem Fest am Dorfplatz von Ottelmannshausen feiern.

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