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    Waltershausen

    Freibad Waltershausen ist wieder geöffnet

    Für den großen und den kleinen Hunger ist Brigitte Hüllmandel gerüstet.
    Für den großen und den kleinen Hunger ist Brigitte Hüllmandel gerüstet. Foto: Regina Vossenkaul

    Das Wetter war nicht sehr einladend am Dienstag, als das Schwimmbad in Waltershausen wieder geöffnet wurde. Deshalb konnte das Aufsichtsteam am ersten Tag bis Nachmittags lediglich zwei Gäste begrüßen.

    Die Corona-Regeln werden streng eingehalten, deshalb gibt es zusätzlich zwei Hygienebeauftragte, in dieser Schicht Annette Junius und Heide-Rose Bär, die gleich am Eingang postiert sind und auf die Abstände und die Maskenpflicht außerhalb des Wassers achten.  

    "Wir sind nur die erste Schicht, um 17 Uhr kommt die Ablösung", informierte Bär. Walter Fritz und Rudolf Förster haben die allgemeine Aufsicht und kümmern sich um die Technik. "Wir haben heute 22 Grad Wassertemperatur", hat Förster gemessen. Die Solaranlage, die das Wasser erwärmt, bringt es auf bis zu 28 Grad.

    13 bis 21 Uhr geöffnet

    Für den Kiosk ist Brigitte Hüllmandel zuständig, sie ist für hungrige Besucher gerüstet und freut sich auf den Ferienbetrieb. Der Helferplan ist gut gefüllt und weißt nur noch wenige Lücken bis Ende August auf, sodass alle zuversichtlich sind, das Schwimmbad jeden Nachmittag von 13 bis 21 Uhr öffnen zu können.

    Die Vorschriften müssen genau eingehalten werden. Jeder Besucher trägt sich in eine Liste ein. Nur 15 Personen dürfen gleichzeitig ins Schwimmbecken, insgesamt 60 Personen in die Anlage. Dort ist die Rasenfläche in markierte Bereiche eingeteilt, jede Familie oder Badegast bekommt eine Parzelle zugewiesen.

    Keine Umkleidekabine

    Man darf nur alleine ins WC im Gästehaus und macht durch einen Pylon sichtbar, dass "besetzt" ist. Alle zwei Stunden müssen die Toiletten desinfiziert werden. Man sollte möglichst die Badekleidung schon zuhause angezogen haben, denn die Umkleidekabinen im Gästehaus bleiben geschlossen. Es stehen im Außenbereich zwei Umkleidespiralen zur Verfügung. Auf dem Parkplatz gibt es Sitzmöglichkeiten, dort kann man essen und trinken, oder man bleibt in seinem zugewiesenen Bereich.

    Eines der vielen Betreuerteams für das Schwimmbad Waltershausen bei der Eröffnung: Rudolf Förster (von links), Brigitte Hüllmandel und Walter Fritz freuen sich auf die Sommersaison.
    Eines der vielen Betreuerteams für das Schwimmbad Waltershausen bei der Eröffnung: Rudolf Förster (von links), Brigitte Hüllmandel und Walter Fritz freuen sich auf die Sommersaison. Foto: Regina Vossenkaul

    "Wir engagieren uns, weil wir wollen, dass das Freibad geöffnet bleibt", so die einhellige Meinung der ersten Schicht. Gelobt wird die familiäre Atmosphäre, die idyllische Lage, moderate Eintrittsgelder und dass es nicht so voll ist. Die Kinder können hier schwimmen lernen, auch das ist ein wichtiger Aspekt. Es gab Dauergäste, die im vorigen Jahr regelmäßig schon morgens ihre Bahnen schwammen, um fit für den Tag zu sein. Das ist momentan nicht möglich.  

    Das kommunale Schwimmbad ist 55 Jahre alt und konnte durch das Engagement vieler Bürger gebaut und erhalten bleiben. 1965 wurde unter dem damaligen Waltershäuser Bürgermeister Ernst Witter das Schwimmbad gebaut, der Lehrer Herbert Merkl war einer der Hauptinitiatoren. Die Baukosten betrugen 50 000 Mark, viele fleißige Helfer hielten durch ihre Arbeit die Kosten niedrig.

    Renovierung

    In den 90er-Jahren war erneut das Engagement der Bürger gefragt, denn die Technik war veraltet, die hygienischen Voraussetzungen entsprachen nicht mehr den Anforderungen. Die Schließung wollten viele Bürger nicht zulassen und gründeten die "Schwimmbadfreunde Waltershausen", einen losen Arbeitskreis innerhalb des Fremdenverkehrsvereins. Spenden vom Pfarrer und von Landrat Fritz Steigerwald von je 5000 Euro, Gelder von Vereinen, Firmen und Privatpersonen wanderten in einen Spendentopf, der auf rund 50 000 Mark anwuchs und den finanziellen Grundstein für die Renovierung legte.

    Angesichts dieses Engagements beschloss die Marktgemeinde Saal in das Schwimmbad zu investieren. Alles wurde mit viel Eigenleistung auf den neuesten Stand gebracht. Die Anlage mit 25-Meter-Becken, Liegewiese und Kiosk kostet die Gemeinde jährlich rund 10 000 Euro. Der Dank der Gemeinde gilt den rund 30 Helfern, ohne sie wäre ein Betrieb nicht möglich.

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