• aktualisiert:

    Bad Neustadt

    Glosse: Helden

    Glosse: Helden

    Die große „Windkraft-Schlacht“ der Heimat ist geschlagen. Mit den Folgen müssen wir leben. Wie sehen die aus? Win-win! Da sind auf der einen Seite zutiefst gespaltene Dorfgemeinschaften. Man ist sich spinnefeind; das Klima bleibt vergiftet. Einige Ureinwohner werden wohl in unser schönes Industriestädtchen abwandern. Tiefe Risse verlaufen in alle Richtungen. Sie trennen jung von alt, katholisch von evangelisch und schwarz von grün.

    Sogar die Schwarzen untereinander sind sich nicht mehr „grün“. Auf der anderen Seite steht die Energiewende, die einmal mehr ausgebremst wurde. Und die Uhr tickt. Künftige Generationen werden es den heldenhaften Windkraftgegnern danken. „Was hast du eigentlich gegen die Erderwärmung getan, Omi?“ könnten vom Klimawandel gezeichnete Kinder irgendwann fragen. „Mir hömm für die schönne Aussicht gekämpft“, wird Omi dann stolz antworten.

    So sehen die giftigen Früchte schwarzer Landespolitik aus. Das Erfolgsgeheimnis der CSU: „Hü und hott“. Erfolge wo man hinschaut. Denken Sie nur an Verkehrsminister „Dr.“ Scheuer. Satiriker führen ihn mittlerweile als Paradebeispiel für den Fachkräftemangel vor. Seine gescheiterten Maut-Pläne werden nicht wie geplant von „Ausländern“ finanziert, sondern von deutschen Steuerzahlern. Und die „Ösis“ lachen sich kaputt!

    Eine unter seiner Ägide zusammengestümperte und mittlerweile wieder außer Kraft gesetzte Novellierung des Bußgeldkatalogs wird als „Straßen-verkehrs-Unordnung“ (StVUo) in die Geschichte eingehen. Bescheuert! Gerüchten zufolge zeige sich der „Scheuer Andi“ selber ratlos darüber, was er noch anstellen muss, damit er endlich rausfliegt.

    Noch düsterer sieht es freilich auf dem Agrarsektor aus. Denn auch die Agrarwende ist unter der jahrzehntelangen Fuchtel der Schwarzen bekanntlich nicht so recht vorangekommen. Sogar die Landwirte selber wenden sich mittlerweile angewidert von den „Sauereien“ ab, die von der EU sub-ventioniert werden.

    Das Einzige, was Landesvater Markus Söder (CSU) wirklich gut kann, ist „Corona“. Respekt! Sein erfolgreiches Pandemie-Management beschert ihm und seiner Partei in Umfragen zurzeit ein regelrechtes „Zwischenhoch“. Allerdings nur ein kurzes. Es wird nämlich demnächst „weggeimpft“. Hoffentlich!

    Ganz klar: Die Probleme bei der Umsetzung von Verkehrs-, Agrar- oder Energiewende haben auch gesellschaftliche Ursachen: Wir sind längst zu einem Volk von individualistischen „Ichlingen“ verkommen. Der Einzelne ist immer weniger dazu bereit, zugunsten des Allgemeinwohls persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Wozu auch?

    Die Folge: Minderheiten und Prozesshansel blockieren allerorten den Fortschritt. Soll das Weltklima doch umkippen - Hauptsache vor der Haustüre herrscht ländliche Scheinidylle. Noch! Wülfershausen ist nichts Besonderes - Wülfershausen ist überall. Und wer das nicht selber begreift, dem kann man es auch nicht erklären.

    Unsere Granden bemühen sich derweil, dieser Entwicklung hinterherzulaufen. So verbirgt beispielsweise unser Landrat gegenüber den Medien seine persönliche Meinung zum Thema „Windkraft“ derartig penetrant, dass Viele davon ausgehen, er hätte gar keine. Ein Landrat ohne eigene Meinung. Oder nehmen Sie unsere MdL.

    Die neuen Helden der Heimat heißen Steffen Vogel (CSU) und Gerald Pittner (Freie Wähler). Diese mutigen Männer, die im Wahlkampf vor keinem Karnickelzuchtverein-Jubiläum zurückschrecken, um große Reden zu schwingen, haben sich trotz Einladung vor den hitzigen Wortgefechten heimatlicher Windkraftdebatten ganz einfach weggeduckt. Dafür gehört ihnen – wer wollte es bestreiten! - die „Bayerische Tapferkeitsmedaille am Band“ verliehen. Man muss sich das vorstellen.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Rhön-Grabfeld-Newsletter!

    Andreas Müller

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!