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    Bad Neustadt

    Glosse: Warum sich Eustach Gedanken zum alten Liedgut macht.

    Am Strande der Saale gibt es viele Dinge zu bewundern. Auch das Häuschen der Solepumpe in Bad Kissingen. Das kommt nicht im Lied 'Am Strande der Saale' vor.
    Am Strande der Saale gibt es viele Dinge zu bewundern. Auch das Häuschen der Solepumpe in Bad Kissingen. Das kommt nicht im Lied "Am Strande der Saale" vor. Foto: Siegfried Farkas

    Wie ich vuur knapp zwee Woche in die Zeitung die Üwerschrift „Studentin startet Petition gegen das Donau-Lied“ geleese hobb, woor mir erscht nedd so richtig gloor, ömm woos s gedd, owwer ich hadd a gewisse Vorahnung.

    Unter Donau-Lied hadd ich’s nedd gekennt, owwer es woor scho gloor, dässes ömm „Einst ging ich am Strande der Saale entlang“ gange iss. Die Studentin Corinna Schütz aus Passau well per Online-Petition erreich, däss doss Lied nix mer gsunge würrd. Woröm? Corinna Schütz wörtlich: „Sprache formt das Denken. In diesem alten Volkslied vermittelt der Text ein Weltbild, welches sexuelle Gewaltfantasien gegen Frauen normalisiert und verherrlicht. Deswegen stellt das Donaulied eine Form sexueller Gewalt dar.“

    Schlichtweg nix gedacht!

    Dja, woss söll mer doo sooch, die Fraa hodd schon recht. Wenn’s in doss Lied hässd „…., ein schlafendes Madel am Ufer ich fand, …… Ich machte mich über die Schlafende her, da hört sie das Rauschen der Saale (odder Donau, wurschtegal) nicht mehr, ….“ und so weiter und so fort, dann iss scho gloor, ömm woos es gange iss. Nur - s woor uns domols nedd bewussd. Mir hömm uns dodrüü, wie über vill annere Lieder aa, schlichtweg kee Gedanke gemochd!

    Wie woorsch früher mit die Singerei? Du hassd Fußball gspielt, gewonne odder verlurrn, s iss n haufe Bier gsoffe wurrn. Unn dann iss gsunge wurrn. Die Alte worrn dabei ghöggd unn hömm sich gfrääd, däss die Junge die alte Lieder üüwernomme hömm unn so die Tradition erhalte gebliebe iss. Mit die ganz Alte hömmer alte Kriegslieder gsunge („Fern bei Sedan“, „In Lille“, „Vor der Kaserne …… Lili Marleen …..“), ohne zu wösse, ömm woos es in die Lieder gange iss.

    Sind die Zusatzstrophen viel besser?

    Unn so worsch a mit „Einst ging ich am Strande der Saale entlang“. Vo die Alte ghört, bei‘s Zuhörn gelernt, voller Inbrunst mitgsunge unn kee Minudde drüü noochgedocht, däss mer do jetzt woss falsch gemocht hädd. Bei uns hodd derjenich Kerl, der doss Meedla oo die Sool getroffe hodd, durch zwee Zusatzstrophe die Fraa wenigstens gheiert: „Jetzt bist du mei Frääle und ich bin dein Moo, ohoo-oo-olallala, jetzt lässt du, verstehst du, keen annern mer noo, ohoo-oo-olallala. Und lässd du, verstässd du, n annern noch noo, ohoo-oo-olallala, dann kriegsd du, verstehtst du, a Vuurhängschloss noo, ohoo-oo-olallala.“

    Owwer doss gedd jo in die gleich Richtung. Lässe mersch, s gidd deutlich schönnere Lieder wie doss. Servus, der Eustach.

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