• aktualisiert:

    Bad Neustadt

    IT-Technik für die Rathäuser und Schulen in Rhön-Grabfeld gebündelt

    Kommunen und Landkreis machen gemeinsame Sache bei der IT-Verwaltung. Eine GmbH bündelt die Aufgaben. Am 1. Januar soll sie in Vollbetrieb gehen. Ein ehrgeiziger Zeitplan.
    Viele Gemeinden mit einem Ziel: Die Landkreis-Kommunen und der Landkreis selbst schließen sich zur Interkomm IT GmbH zusammen, um die IT-Aufgaben in Rathäusern, Behörden und Schulen gemeinsam zu bewältigen. Ein solches Projekt braqucht Platz, und der wurde mit dem ehemaligen CBW-Gebäiude in der Bad Neustädter Kolpingstraße gefunden.
    Viele Gemeinden mit einem Ziel: Die Landkreis-Kommunen und der Landkreis selbst schließen sich zur Interkomm IT GmbH zusammen, um die IT-Aufgaben in Rathäusern, Behörden und Schulen gemeinsam zu bewältigen. Ein solches Projekt braqucht Platz, und der wurde mit dem ehemaligen CBW-Gebäiude in der Bad Neustädter Kolpingstraße gefunden. Foto: Gerhard Fischer

    Ein ehrgeiziges Projekt mit einem ehrgeizigen Zeitplan: Zum 1. August soll die Interkomm IT GmbH in Gründung gehen. Darin schließen sich der Landkreis und seine Kommunen zusammen, um ihre IT-Technik und die immer aufwändiger werdenden IT-Aufgaben zu bündeln. Ein solches Projekt braucht Raum. Den hat der Landkreis im ehemaligen CBW-Gebäude in der Kolpingstraße gefunden. Dort sind auch Klassen der FOS/BOS untergebracht, die ohnehin unter Raumnot leidet. Ganz unkritisch sieht die SPD deswegen das Projekt nicht.

    Gemeinsame Nutzung von Ressourcen

    In der Kreistagssitzung erläuterte Jörg Geier von der Kreisentwicklung den Sachstand. Im April hatte der Kreistag den Grundsatzbeschluss gefasst, wie viele Kommunen zuvor dieser interkommunalen GmbH beizutreten. Mit der zentralen Betreuung der IT-Technik für die Rathäuser, Schulen und andere Einrichtung sollen Synergie-Effekte erzielt werden. Vor allem kleinere Kommunen, die bisher eine eigene IT bereitstellen und betreuen mussten, sollen von dem großen Verbund profitieren, gemeinsam sollen Ressourcen genutzt werden. Federführend wurde das Projekt von der Marktgemeinde Oberelsbach vorangetrieben, wo mit Bürgermeisterin Birgit Erb auch die Kreisvorsitzende des Gemeindetages residiert.

    Aus Kommunalunternehmen wurde GmbH

    Wie Jörg Geier erläuterte, war anfangs die Gründung eines Kommunalunternehmens angedacht gewesen, eine GmbH erfülle aber die Anforderungen an ein solches Gemeinschaftsprojekt besser. Das hat natürlich einige Folgen. Zum einen ist da die Platzfrage, die nicht mehr mit den bestehenden Räumlichkeiten der Landkreis-IT gelöst werden kann. Am Landratsamt sieht man als möglichen künftigen Standort das ehemalige Gebäude des Christlichen Bildungswerkes in der Kolpingstraße von Bad Neustadt an. Kreisbaumeister Herbert Bötsch sieht hier Entfaltungs- und im Bedarfsfalle auch Erweiterungsmöglichkeiten. Derzeit wird das Gebäude auch von der FOS/BOS genutzt.

    SPD sieht Standort kritisch

    Kritisch sah den Standort nur die SPD-FRaktion mit ihrem Sprecher René van Eckert. Der verwies darauf, dass die räumliche Situation für die FOS/BOS ohnehin schon prekär sei und dies mit dem Wegfall der ehemaligen CBW-Klassenzimmer noch verstärkt werde. "Der Landkreis verfügt noch über andere Gebäude", so van Eckert. Von Landrat Thomas Habermann kam die Antwort, dass es bezüglich der Raumsituation der FOS/BOS Verhandlungen gebe, "eine Lösung ist in Sicht", so der Kreischef. Auch Birgit Erb ergriff das Wort und sprach sich für den Standort aus, zumal er direkt am Glasfasernetz liege und schnelle Wege ins Landratsamt ermögliche.

    Van Eckert hatte sich auch sehr überrascht gezeigt, dass den Kreisräten erst am Freitagnachmittag die Unterlagen zum Thema Interkomm IT GmbH zugegangen seien. Habermann verwies auf den straffen Zeitplan, der den Beginn der operativen Tätigkeit für den 1. November vorsieht und den Vollbetrieb der Interkomm IT GmbH zum 1. Janaur 2021.

    Personal geht den Weg mit

    Am Ende stimmte der Kreistag bei zwei Gegenstimmen für den Standort Kolpingstraße und den Beitritt zur Interkomm IT GmbH als Gesellschafter. Dazu wird der Landkreis eine Einlage von 64 000 Euro beitragen sowie ein Bar-Agio von 376 000 Euro. Schließlich wird noch das Anlagevermögen der Landkreis-IT von 20000 Euro in die GmbH eingebracht.

    Zuvor erläuterte Habermann, wie die Überführung des Personals, auch des landkreiseigenen, in die neue GmbH vonstatten geht und dass dabei der Status quo für die Arbeitnehmer erhalten bleibt. Es habe eine Mitarbeiterversammlung gegeben. Es seien "individualvertragliche Regelungen" vorgesehen. Tarifeinigungen sollen 1:1 übernommen werden. Habermann geht davon aus, dass es auch übertarifliche Zahlungen gibt, weil die Marktsituation dies verlange, um Fachkräfte zu binden.

    Auch Egon Sturm von den Freien Wählern hatte keine Probleme mit dem Beschlussvorschlag. Die Gründung der Interkomm IT GmbH sei ein zukunftsweisender Schritt und auch ein "solidarischer Akt gegenüber kleineren Gemeinden", so der Wegfurter.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Rhön-Grabfeld-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!