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    Mellrichstadt

    Junge Leute zeigen Einsatz: So läuft es bei den Einkaufsdiensten

    Wegen des Coronavirus haben sich viele Gruppen gebildet, die den Einkauf für besonders gefährdete Personen übernehmen. Aber nicht überall wird das Angebot gut genutzt.
    Moritz Ment gehört zu der Gruppe in Mittelstreu, die das Einkaufen für vom Coronavirus besonders gefährdete Personen übernimmt.
    Moritz Ment gehört zu der Gruppe in Mittelstreu, die das Einkaufen für vom Coronavirus besonders gefährdete Personen übernimmt. Foto: Julius Link

    In Hendungen, Mellrichstadt und Mittelstreu gibt es – wie in vielen anderen Ortschaften auch – kostenlose Einkaufsdienste für ältere und durch das Coronavirus besonders gefährdete Menschen. Dort können die Einkäufe unter anderem telefonisch bestellt werden. Abgestellt werden sie dann beispielsweise vor der Haustür. Das Bezahlen erfolgt ebenfalls ohne direkten Kontakt. 

    Angebot mit Aushängen bekannt gemacht

    In Hendungen bietet die Jugendgruppe "Container Hendungen" Einkaufsdienste an. Mehr als 15 junge Leute im Alter zwischen 20 und 30 Jahren haben sich bereit erklärt, beim Einkaufsdienst mitzumachen, sagt Anna-Sophie Umhöfer, die zu der Gruppe gehört. 

    Angefangen haben sie am 20. März – als die Ausgangsbeschränkungen verkündet wurden – und das Angebot gleich bekannt gemacht. "Wir haben Zettel im Dorf aufgehängt und es dann noch ins Gemeindeblättchen geschrieben", erzählt Umhöfer.

    "Ich glaube, bei uns sind die Leute sehr selbstorganisiert."
    Anna-Sophie Umhöfer

    Genutzt wurde das Angebot bisher allerdings kaum: "Am Anfang gab es ein oder zwei Aufträge", so Umhöfer. "Ich glaube, bei uns sind die Leute sehr selbstorganisiert". Entweder gehen sie noch selbst einkaufen oder die Enkel übernehmen den Einkauf. Dennoch werde das Angebot aufrechterhalten.

    Umhöfer selbst hat auch schon Einkäufe für ihre Verwandtschaft erledigt. "Das ist nicht so leicht, wie man es sich vorstellt", erzählt sie. Wenn beispielsweise Angebote nicht mehr zu haben seien, müsse man überlegen, ob man stattdessen eine Alternative mitbringt. Ähnlich sei es, wenn man bei Nudeln aus den vielen verschiedenen Sorten wählen müsse.

    Der Ratlosigkeit beim Einkaufen vorbeugen

    In Mellrichstadt bieten die Konfirmanden einen Einkaufsservice an. Die Bestellungen landen bei Pfarrer Andreas Werner, der sie an die Helfer weiterleitet. "Da meldet sich dann relativ zügig jemand, der sie übernimmt", sagt er. Beim Einkaufsservice sind allerdings nicht nur Konfirmanden, sondern auch Freunde und Erwachsene dabei, so Werner.

    "Das wird jetzt nicht täglich angenommen, aber immer wieder", sagt er. Diejenigen, die den Service annehmen, nutzen ihn öfter und seien zufrieden. 

    "Das wird jetzt nicht täglich angenommen, aber immer wieder."
    Pfarrer Andreas Werner

    "Die Konfirmanden finden es großartig, so was machen zu können", sagt Werner. Nebenbei lernen sie auch noch etwas: Er habe beispielsweise schon erklären müssen, was Backin ist, erzählt der Pfarrer.

    Bei ihren Bestellungen seien die Leute sehr genau und beugen so der Ratlosigkeit beim Einkaufen vorbeugen. Beispielsweise geben sie die exakte Sorte an, die sie haben wollen und wo der Artikel gekauft werden soll. "Es ist in aller Regel einfacher, das zu berücksichtigen", sagt Werner. Fragen wie "Welche Äpfel nehmen ich?" kommen auf diese Weise gar nicht erst auf. 

    Dinge für den täglichen Gebrauch

    In Mittelstreu hat der Jugendclub "Hühnerbude Mittelstreu" einen Einkaufsservice organisiert. Den Anstoß gaben ähnliche Angebote in anderen Ortschaften, sagt Moritz Ment, einer der Organisatoren – "Das machen wir auch", habe der Club entschieden. 

    Rund 10 Leute zwischen 20 und 25 Jahren sind am Einkaufsservice beteiligt. Neben Einkäufen für die jeweiligen Großeltern, sei bisher für vier bis fünf Leute aus dem Ort eingekauft worden, so Ment. Bekannt gemacht worden sei der Service mit Flyern und in den sozialen Medien. "Die betreffenden Leute sehen das da weniger, aber vielleicht Angehörige", erklärt Ment in Bezug auf die Ankündigung im Internet. 

    "Wir fragen immer: Was ist, wenn wir was nicht bekommen?"
    Moritz Ment

    Probleme, weil es Produkte nicht mehr gibt oder sie nicht wissen, was genau sie kaufen sollen, gebe es nicht. "Wir fragen immer: Was ist, wenn wir was nicht bekommen?", sagt Moritz Ment. Den Leuten sei es nicht so wichtig, dann genau das Produkt zu haben. Es solle einfach etwas Ähnliches mitgebracht werden. Benötigt werden Sachen für den täglichen Gebrauch, darüber hinaus wollen die Leute nichts Besonderes. 

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