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    Großeibstadt

    Keine Lieder zu Ehren der vierzehn Nothelfer

    Leer blieb heuer der Platz vor dem Vierzehnheiligen-Bildstock in der Flurabteilung „Höflein“ bei Großeibstadt zu Beginn des Wonnemonats Mai. Dort spielen sonst immer die örtlichen Musikanten ein Ständchen.  Das Nothelfer-Denkmal  stammt von den Eheleuten Johann und Theresia Stühler, die es  1817 wegen einer Rettung aus der Not  stifteten.
    Leer blieb heuer der Platz vor dem Vierzehnheiligen-Bildstock in der Flurabteilung „Höflein“ bei Großeibstadt zu Beginn des Wonnemonats Mai. Dort spielen sonst immer die örtlichen Musikanten ein Ständchen. Das Nothelfer-Denkmal stammt von den Eheleuten Johann und Theresia Stühler, die es 1817 wegen einer Rettung aus der Not stifteten. Foto: Josef Kleinhenz

    Zum ersten Mal in der Geschichte wurde am 1. Mai das Ständchen am mehr als 200 Jahre alten Vierzehnheiligen-Bildstock  bei Großeibstadt wegen der Corona-Krise abgesagt.  

    Schon seit Ende des Zweiten Weltkriegs, erinnert man sich, spielen in der Flurabteilung „Höflein“  die örtlichen Musikanten zu Beginn des Wonnemonats einen Strauß froher Lieder. Bis ins Dorf und über die Fluren nach Kleinbardorf  schallt sonst der Klang von Marien-Liedern.

    Der Vierzehn-Nothelfer-Bildstock geht auf das Jahr 1817 zurück, damals stifteten die Eheleute Johann und Theresia Stühler den Bildstock. Johann Stühler war beruflich als Bäcker tätig und versorgte auch Merkershausen mit Backwaren.  Auf dem Weg nach Hause sei er plötzlich von Wölfen angegriffen, aber nicht verletzt worden, so die Überlieferung. Weitere Details sind nicht bekannt.

    Ur-Urenkelin Klara Ziegler hinterlegte ein Schriftstück

    Ein Dutzend Blasmusikanten etwa begrüßt Artur Reß, der Vorsitzende der „Haubach-Rebellen“,   am Denkmal sonst immer am 1. Mai morgens um 8 Uhr. Intoniert werden zum Beispiel die Lieder „Maria, Maien Königin, dich will der Mai begrüßen“ oder „Kommt Christen kommt zu loben, der Mai ist froh erwacht“.    

    Reß weiß zu berichten, dass sich die Dorfmusikanten  nach dem Krieg unter der Leitung des verstorbenen  Ludolf Reß schon früh um 6 Uhr am Bildstock trafen, um den Mai zu begrüßen. Von 1969 bis 1985 übernahm  der Musikverein Großeibstadt regelmäßig die Tradition des Ständchens.  Weil  danach  kaum Musikanten für den Auftritt  organisiert werden konnten, wie Reß weiter sagte, spielte er als Trompeter alleine die Lieder vor Ort – und das nicht weniger als 20 Jahre. 2005 traten die Musikanten der „Haubach-Rebellen“ an seine Stelle und setzen den Brauch fort.  

    Auch die Ortsbevölkerung steht hinter dem Nothelfer-Bildstock. Sie spendete 2003 eine  ganze Menge Geld für  die Restaurierung. Eine Sammlung fand statt, und der Erlös eines Dorffestes wurde dazu verwendet. Die Großeibstädter Vierzehnheiligen-Wallfahrer hatten  die Idee, eine Benefizaktion durchzuführen. Der einstige Bürgermeister Emil Sebald lobte 2003 bei der Segnung des renovierten Denkmals durch den damaligen Pfarrer Peter Herrmann die Spendenaktion. Sebald dankte auch Armin Then für eine Spendeninitiative und besonders den Nachkommen der Bildstock-Stifter, Urenkelin Elisabeth Dömling und der Familie Ziegler, für eine großzügige Spende.   

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