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    Bad Königshofen

    Königshöfer Stadtwald: Abschied nehmen vom Nadelgehölz

    Im Wald unterwegs waren die Mitglieder des Bad Königshöfer Land- und Forstausschusses mit den Forstleuten: (von links) Armin Otter, dahinter Gerhard Weitz, Anton Fischer, Ruth Scheuplein, Herbert Geßner, Günter Kempf, Maria-Theresia Geller, (vorn) Bürgermeister Thomas Helbling, Lothar Kuhn, Sabine Rhein, Leslie Dietz, Leonhard Bühl und Wilhelm Schmalen.
    Im Wald unterwegs waren die Mitglieder des Bad Königshöfer Land- und Forstausschusses mit den Forstleuten: (von links) Armin Otter, dahinter Gerhard Weitz, Anton Fischer, Ruth Scheuplein, Herbert Geßner, Günter Kempf, Maria-Theresia Geller, (vorn) Bürgermeister Thomas Helbling, Lothar Kuhn, Sabine Rhein, Leslie Dietz, Leonhard Bühl und Wilhelm Schmalen. Foto: Elisa Sperl

    Zur Land- und Forstausschusssitzung am Donnerstag konnte Bürgermeister Thomas Helbling neben Forstdirektor Wilhelm Schmalen und Revierförster Herbert Geßner auch Armin Otter vom der Forstdirektion in Würzburg und Forstsachverständigen Leonhard Bühl, ebenfalls aus Würzburg, begrüßen. Letzterer ist mit der Zwischenrevision der Forsteinrichtung nach zehn Jahren betraut.

    Knapp 1300 Hektar Stadtwald

    Wilhelm Schmalen gab für die neuen Gemeinderäte einige grundsätzliche Informationen zum Stadtwald, der 1.050 Hektar Hochwald und 200 Hektar Mittelwald umfasst. Grundlage der Waldbewirtschaftung ist das Bayerische Waldgesetz, das den Kommunen vorschreibt, vorbildlich zu wirtschaften. Das heißt, die Bevölkerung muss mit Brennholz versorgt sein, es muss die Erholungsnutzung gegeben sein und möglichst mindestens eine "schwarze Null" am Ende herauskommen.

    Wie Schmalen berichtete, sind bei einem Hiebsatz von jährlich 5200 Festmeter durchschnittlich 20 Prozent ZE-Holz, also durch Windwurf oder Käferbefall entstandenes Holz dabei. Zwei Drittel des Waldes bestehen aus Laubbäumen, 19 Prozent aus Fichte, die sich im Moment aus dem Wald verabschiedet. Ähnliches gilt für die Kiefer (12 Prozent), die mit hohen Temperaturen und Trockenheit nicht gut zurechtkommt.

    Schutzgebiete und Rettungspunkte

    Leonhard Bühl setzte die Informationen fort. Er bringt die Forstbetriebskarte auf den neuesten Stand, trägt unter anderem die Rettungspunkte, Bodendenkmäler sowie aktuelle Schutzgebiete ein und ergänzt eine Baumarteneignungstabelle. Die einzelnen Bestände sind dann durch ihre Farbe leicht zu unterscheiden und auch ihrem Alter zuzuordnen. Neben einem Kartenwerk mit Spiralbindung gibt es die Forstbetriebskarte auch digital.

    Wie Bühl erläuterte, ist klar, dass bei der Anpassung der Waldstruktur an den Klimawandel Nadelhölzer höchstens noch als Bestandteil des Mischwaldes eine Chance haben, überwiegende Kiefer- und Fichtenbestände wird es nicht mehr geben. Die Bestände an Buche, Eiche, Edellaubhölzern (Kirsche, Esche, Ahorn, Speierling, Edelkastanie und Elsbeere) und sonstigen Laubhölzern (Birke, Aspe, Pappel und Hainbuche) werden erhöht. Vor zu vielen Experimenten mit Mittelmeer-Bäumen wie der Zeder warnte Schmalen. Sie sind meist frostempfindlich.

    Fichtensterben in natura

    Am Sambach, Abteilung Rosenberg, konnten sich die Forstausschussmitglieder bei einer Exkursion anschließend das Fichtensterben in natura anschauen. Durch Trockenschäden, Borkenkäferbefall und Sturmschäden löst sich der Fichtenbestand dort auf, mehr als 800 Festmeter Fichtenholz wurden entfernt, geplant waren 315 Festmeter in zehn Jahren. Allerdings haben die Forstleute vorausschauend bereits 2016 mit 31.250 Pflanzen unterpflanzt, die nächste Waldgeneration wächst also bereits heran.

    Der Wald als Erholungsgebiet

    Der Wald als Erholungsort stand bei der zweiten Haltestelle im Mittelpunkt. In der Waldabteilung "Hausschlag" dankte Schmalen Lothar Kuhn und seinem Team, die 2020 bereits 8000 Festmeter Fichte aus dem Wald transportiert haben, alles Käferholz. Ein 190 Jahre alter Bestand mit alten Eichen und Buchen ist hier zu finden, außerdem Bäume, die durch das Vertragsnaturschutzprogramm (Biotopbäume, Totholz) gefördert werden. Die Stadt verzichtet hier auf die Nutzung. Der "märchenhafte" Charakter soll in der Nähe des Märchenwaldes und des Walderlebnispfades erhalten bleiben.   

    Überprüfung der Ziele der Waldbewirtschaftung und Anpassung der Pläne: Die Forstleute (von links) Herbert Geßner, Wilhelm Schmalen, Leonhard Bühl und Armin Otter erläuterten dem Bürgermeister Thomas Helbling (rechts) und dem Land- und Forstausschuss die Zwischenrevision. Foto. Regina Vossenkaul
    Überprüfung der Ziele der Waldbewirtschaftung und Anpassung der Pläne: Die Forstleute (von links) Herbert Geßner, Wilhelm Schmalen, Leonhard Bühl und Armin Otter erläuterten dem Bürgermeister Thomas Helbling (rechts) und dem Land- und Forstausschuss die Zwischenrevision. Foto. Regina Vossenkaul Foto: Regina Vossenkaul

    Ein Biotop (Waldteich) in der Abteilung Birkensee stellte Geßner vor, es wurde 2016 entworfen von Forstanwärterin Miriam Jantur im Rahmen ihrer Projektarbeit und vom Landschaftspflegeverband zu 80 Prozent gefördert. Der See soll noch durch weitere Ausbaumaßnahmen verschönert und an den Walderlebnispfad angegliedert werden, das wird wahrscheinlich vom Naturpark Hassberge gefördert. Die Wasserfläche beträgt 1500 Quadratmeter und ist nicht nur Bestandteil der Naherholung, sondern dient auch den Tieren als Tränke und trockenen Sommermonaten.

    Bürgermeister Helbling bedankte sich zum Ende für die informative, aufschlussreiche Exkursion und für die gute Zusammenarbeit.

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