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    Eyershausen

    Mobilfunkmast: Eyershäuser befürchten Gesundheitsschäden

    Die Telekom will rund um Bad Königshofen zwei Mobilfunkmasten errichten. Doch in Eyershausen regt sich Widerstand. Ob ein Bürgerforum die Wogen glätten kann?
    180 Eyershäuser Bürger protestieren gegen eine Mobilfunkstation, hier ein Symbolbild von der Funkstation in Bad Königshofen.
    180 Eyershäuser Bürger protestieren gegen eine Mobilfunkstation, hier ein Symbolbild von der Funkstation in Bad Königshofen. Foto: Regina Vossenkaul

    Im vergangenen Jahr hat sich die Stadt Bad Königshofen bei der Telekom mit den Stadtteilen Eyershausen, Gabolshausen, Althausen, Aub und Untereßfeld innerhalb des Programms "Wir jagen Funklöcher" beworben und wurde bedacht. Eine Mobilfunkanlage nahe Gabolshausen wird die umliegenden Stadtteile versorgen können, in Eyershausen soll ein neuer Sendemast das innerörtliche Funkloch beseitigen. Doch gegen den angedachten Standort regt sich jetzt Protest, 180 Unterschriften wurden an Bürgermeister Thomas Helbling übergeben.

    Laut Frank Reichert, beim Landratsamt zuständig für Mobilfunk und Breitbandausbau, gibt es in Eyershausen momentan am Lahnberg eine Mobilfunkbasisstation von Telefonica (O2 und E-Plus). Diese arbeitet bislang jedoch nur mit dem Mobilfunkstandard 2G/GSM (Telefonie / SMS). Ein echter Dienst für mobile Daten (UMTS bzw. LTE) wird von Telefonica auf dem Lahnberg bislang nicht betrieben.

    Bei der Telekom und Vodafone liegt Eyershausen jeweils am letzten Rand des Versorgungsgebietes. Reine Telefonie (GSM) funktioniert bei diesen Anbietern punktuell, es gibt zahlreichen kleine Funklücken. Im "alten" Datendienststandard UMTS (3G), der ohnehin bald abgeschaltet wird, gibt es in Eyershausen schon sehr große Lücken. Beim aktuellen Datendienststandard LTE (4G) ist der Innerortsbereich von Eyershausen ein einziges großes Funkloch.

    Moderner Mobilfunkstandard

    Von der Telekom wurde den Gewinnern von "Wir jagen Funklöcher" der Aufbau einer Mobilfunkbasisstation mit den Übertragungstechniken GSM (2G) und LTE (4G) zugesagt. Es ist natürlich möglich, dass die Telekom ihre Anlage irgendwann auch mit 5G nachbestücken wird. Wie Reichert informiert, spricht man von einem echten 5G eigentlich nur bei den neuen Frequenzbereichen im 3,6 GHz-Bereich.

    Die Telekom setzt insbesondere im ländlichen Raum aktuell jedoch vielmehr auf die 5G-Technologie im 2,1 GHz-Bereich (mehr Reichweite, aber niedrige Bandbreiten). Dass 5G im 3,6 GHz-Bereich in Eyershausen installiert wird, hält Reichert für unwahrscheinlich, da kein Bedarf seitens größerer Industriebetriebe besteht. Die gesundheitlichen Risiken sieht Reichert mehr bei den Mobilfunkgeräten als bei den Basisstationen. Wer sein Smartphone ständig am Körper trägt, sei einem Restrisiko ausgesetzt, die Strahlung ist übrigens um so größer, je schlechter der Empfang ist.

    Gespräch mit dem Bürgermeister

    Zwei Bürger aus Eyershausen hatten am 5. Juni ein Gespräch mit dem Bürgermeister im Rathaus. Der  der versprach, eine Informationsveranstaltung zu organisieren. Den Brief, den sie übergaben, haben 180 Anlieger unterschrieben. Darin heißt es, die Bürger hätten erfahren, dass beim Tennisplatz ein D1-Mobilsendemast aufgestellt werden soll. Es wird damit gerechnet, dass hier 5G installiert wird und auf den gesundheitlichen Aspekt hingewiesen.

    Wörtlich heißt es: "Die Technologie für den Mobilfunk steht im Verdacht, die Gesundheit zu schädigen, aber die Regierungen fördern den Ausbau unbeirrt. Die Einführung von 5G ohne vorliegende Technikfolgen-Abschätzungen verletzt das im EU-Vertrag verankerte Vorsorgeprinzip. 5G bedroht das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und schränkt de facto elektrosensible Menschen bei der freien Wahl ihres Wohnortes ein. Außerdem fehlt uns als Teil der interessierten Eyershäuser Bürger Klarheit darüber, warum und von wem 5G flächendeckend gebraucht wird."

    Bürgerinformation wird stattfinden

    Die Bürger stellen sich die Fragen, warum es vorab keine Informationen gab, warum ein zusätzlicher Mast überhaupt nötig ist, ob eine 5G-Ausstattung geplant ist und warum dem Ausbau ohne Technikfolgenabschätzung zugestimmt wurde. Bis jetzt sei keine schriftliche Antwort erfolgt.  

    Eine Bürger-Info-Veranstaltung wird stattfinden, sobald die Standortprüfungen durch die Telekom abgeschlossen wurden und sie unter Corona-Bedingungen möglich ist. Die Stadt Bad Königshofen, die Stabsstelle des Landratsamtes, die Telekom und das Landesamt für Umwelt werden informieren und sich den Bürgerfragen stellen, heißt es aus dem Landratsamt.

    "Eine gut ausgebaute Mobilfunkversorgung ist sowohl für den gewerblichen als auch für den privaten Bereich zu einem sehr wichtigen Standortfaktor geworden. Wir von der Stabsstelle Kreisentwicklung möchten nicht, dass Eyershausen hier abgehängt wird", meint Reichert. Der Termin für die Info-Veranstaltung wird rechtzeitig bekanntgegeben.

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