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    Salz

    Nepal: Den Kindern eine Zukunft geben

    Alex und Louis Schmitt arbeiteten in Nepal ehrenamtlich an der Errichtung einer Schule mit. Die Heimreise aus dem asiatischen Land wurde von der heraufziehenden Corona-Krise überschattet.
    Die Schulkinder im Alter von 3 bis 17 Jahren laufen täglich mehrere Stunden über unwegsames Gelände, um die Schule besuchen zu können. Täglich grüßen sie die Volunteers beim Vorbeilaufen auf der Baustelle und sehen, wie ihre zukünftige Schule von Tag zu Tag wächst.
    Die Schulkinder im Alter von 3 bis 17 Jahren laufen täglich mehrere Stunden über unwegsames Gelände, um die Schule besuchen zu können. Täglich grüßen sie die Volunteers beim Vorbeilaufen auf der Baustelle und sehen, wie ihre zukünftige Schule von Tag zu Tag wächst. Foto: Louis Schmitt

    Alex und Louis Schmitt hatten in den drei Wochen, in denen sie im Rahmen eines Projekts für die Non-Profit-Organisation "All Hands And Hearts" mitgeholfen haben, eine Schule in Nepal zu errichten, nicht nur viel zu tun. Sie haben auch Kontakt zu den anderen Freiwilligen knüpfen können, die beim Projekt mithalfen und im Denken ähnlich waren. Außerdem machten sie sich vor Ort Gedanken und entwickelten Ideen, wie sie die Spenden, die sie in Salz gesammelt hatten, sinnvoll und nachhaltig einsetzen können. "100 Prozent der Spenden (ca. 3000 Euro) sollten vor Ort ankommen, das war uns sehr wichtig", sagen die beiden. Entscheidend für sie ist auch, dass man mit dem Geld Hilfe zur Selbsthilfe leisten will. "Wir wollen gemeinsam mit den Menschen vor Ort einige Konzepte zu den Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Sprache und Hygiene entwickeln. Dabei wollen wir ihnen nicht das westliche Denken aufsetzen, sondern gemeinsam eine nach ihren Werten orientierte Lösung ausarbeiten. Wesentlich ist zudem, dass die Kinder im späteren Leben ihre eigenen Ideen umsetzen können", sagt Louis. "Der Fokus lag auf den Kindern, die die Zukunft des Landes sind", ergänzt Alex.

    Vor Ort zu sein, war den beiden auch deshalb wichtig, weil man so am besten die Lage und die Bedürfnisse der Menschen einschätzen kann. "Durch den Kontakt zu den anderen Freiwilligen haben wir hier gute Tipps bekommen", erklären beide.

    Projekt für Waisenkinder

    So unterstützt das Projekt Oursansar (http://oursansar.org/), für das die beiden einen Teil der Spendengelder verwenden, 20 Straßenkinder in Birgunj, eine Stadt etwa 140 Kilometer südlich von Kathmandu, an der Grenze zu Indien. "Das Projekt sieht seine Hauptaufgabe darin, Waisenkinder, die beim Erdbeben ihre Eltern verloren hatten und bisher noch keine Hilfe von den Gemeinden erhalten haben, ein sicheres Zuhause zu geben", erklärt Louis. In Kathmandu gibt es hierzu das "Café with no Name", bei dem 100 Prozent des Gewinns ins Projekt fließen. "Wir haben uns entschlossen, Unterstützung vor Ort zu leisten", sagt Alex. Unter anderem wurden Kleidung, Küchengeräte, Schulmaterial und Spielsachen von den Spenden direkt vor Ort eingekauft. An dem Projekt will man dranbleiben und sich hier weiter engagieren.

    Tony, ein 60-jähriger Freiwilliger aus Großbritannien, ließ aus Eigeninitiative 200 Schultaschen in Kathmandu fertigen. "Dies ist essenziell, da die Kinder ja auch eine Schultasche brauchen, um die Bücher verstauen zu können und vor allem, um den unwegsamen Schulweg täglich zu bestreiten". Dinge, die in Europa selbstverständlich sind, sind in Nepal teilweise Mangelware. Und so entschlossen sich die beiden, auch hier einen Großteil der Spenden für die Schultaschen zu investieren. Außerdem will man in Zukunft ein Schuldorf in der Nähe von Pokhara attraktiver mitgestalten. "Aktuell warten wir hier noch auf Rückmeldung durch die Dorfbewohner, was sinnvollerweise angeschafft werden soll und dass eventuell mehr Kinder in Zukunft für die Schule begeistert werden können", sagt Louis.

    Der Corona-Krise entflohen

    Die Rückreise traten die fünf Freiwilligen aus Deutschland gerade noch rechtzeitig an, um dem anbrechenden Corona-Chaos zu entfliehen. "Da wir im Camp auf elektronische Medien verzichtet haben, wurde uns erst auf der Rückreise klar, wie sich die Situation verändert hatte", erinnert sich Alex zurück. An den Flughäfen wurde die Körpertemperatur mittels Thermometer kontrolliert, mittlerweile sind zudem als Vorsichtsmaßnahme alle Camps der Organisation evakuiert und für unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. "Manche unserer Bekannten aus dem Camp steckten noch in Nepal oder anderswo einige Wochen fest. Wir hatten noch Glück, da wir am 8. März nach Deutschland zurückkamen", so Louis. An den bisherigen Projekten in Nepal will man natürlich weiterhin festhalten und diese ausbauen. Doch auch die Corona-Krise wird vorbeigehen und dann haben die beiden schon wieder neue Projekte geplant. Helfen will man dann voraussichtlich in Peru. "Aber da müssen wir erst einmal warten, wie sich die Dinge entwickeln. In diesem Jahr wird das schwer zu realisieren", so die Einschätzung der beiden.

    Nach der Corona-Krise wollen die jungen Leute einen Infoabend in Salz veranstalten, bei dem sie von ihrer Zeit in Nepal erzählen und auch die einzelnen Projekte vorstellen. Weitere Infos zu der Reise und den einzelnen Projekten gibt es auf ihrer Homepage unter https://skhimitts-go-global.jimdosite.com/

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    Bearbeitet von Björn Hein

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