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    Nordheim

    Nordheim: Das Neubaugebiet wird kleiner

    Das geplante Neubaugebiet „Kalkofen“ am nordöstlichen Ortsrand von Nordheim muss kleiner ausfallen, als von der Gemeinde beabsichtigt, nachdem die Größe des Areals als auch die Größe der einzelnen Grundstücke von der höheren Landesplanungsbehörde der Regierung von Unterfranken und vom regionalen Planungsverband Main-Rhön beanstandet worden sind.
    Das geplante Neubaugebiet „Kalkofen“ am nordöstlichen Ortsrand von Nordheim muss kleiner ausfallen, als von der Gemeinde beabsichtigt, nachdem die Größe des Areals als auch die Größe der einzelnen Grundstücke von der höheren Landesplanungsbehörde der Regierung von Unterfranken und vom regionalen Planungsverband Main-Rhön beanstandet worden sind. Foto: Eva Wienröder

    In seiner letzten Sitzung der Amtsperiode 2014-2020 musste der Gemeinderat noch einmal eine reichhaltige Tagesordnung abarbeiten. Hauptthema war die Bauleitplanung für das geplante Neubaugebiet „Kalkofen“. Die Ratsleute hatten sich mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zu befassen.

    Mit Hinblick auf die große Nachfrage nach Bauland hat der Gemeinderat beschlossen, am nordöstlichen Ortsrand von Nordheim ein neues Baugebiet auszuweisen. Für die dafür nötige dritte Änderung des Flächennutzungsplanes und den Bebauungsplan wurden im Verfahren 47 Träger öffentlicher Belange angeschrieben. Größere Einwände haben drei Behörden vorgebracht. Das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen meldet wasserrechtliche Bedenken an. Im Zuge der weiterführenden Planung sollen die Hinweise eingearbeitet und ein entsprechendes Entwässerungskonzept erstellt werden. Erhebliche Bedenken kommen von der höheren Landesplanungsbehörde der Regierung von Unterfranken und vom regionalen Planungsverband Main-Rhön hinsichtlich der Größe des Baugebietes als auch der Größe der Grundstücke. Die Gemeinde Nordheim wird infolgedessen ein Flurstück aus den Planungen herausnehmen. Die Größe des Baugebietes wird damit um ca. ein Viertel von bisher geplanten 25 Bauplätzen auf etwa 18 reduziert.

    Planentwurf wird überarbeitet

    Der Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes und der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan konnten so vom Gemeinderat noch nicht gefasst werden. Wenn das Planungsbüro Ledermann die Planentwürfe überarbeitet hat, muss gemäß den Vorgaben des Baugesetzbuches erst noch eine zweite öffentliche Auslegung und Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange erfolgen.

    Im weiteren Verlauf der Sitzung gaben die Ratsleute dem Antrag eines Hauseigentümers statt und gewährten einen Zuschuss in Höhe von 400 Euro für die Fachwerksanierung an dessen Anwesen am Marktplatz. Längere Diskussion gab es im Gremium darüber, ob die Gemeinde auch die Mehrkosten für den Einbau von Schallschutzfenstern in Höhe von 485 Euro übernehmen sollte. Aktuell fehlt dazu die Rechtsgrundlage und man wollte keinen Präzedenzfall schaffen. Die Gemeinde plant aber ein kommunales Förderprogramm für Investitionen in Altbauten, man wird in diesem Zuge noch darüber beraten, ob derartige Anliegen künftig darüber gefördert werden könnten.

    Bei einer Grundbucheinsicht hatte das Überlandwerk Rhön festgestellt, dass die dingliche Sicherung der „20-kV-Freileitung Hausen 1 – Heufurt 1“ noch nicht vollzogen ist. Der Gemeinderat erteilte die Zustimmung zur Eintragung einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit der Maststandorte auf den betreffenden zwei gemeindlichen Flurstücken zugunsten des Überlandwerks. Wie Bürgermeister Thomas Fischer informierte, erhält die Gemeinde eine einmalige Entschädigung von knapp 1100 Euro.

    Zustimmung für Bauanträge

    Positiv beschieden werden konnten die zur Sitzung eingereichten Bauanträge, so zum Bau eines Einfamilienhauses mit Carport im Bahraweg und zum Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage und Hobbyraum im Lindenweg in Nordheim. Antragstellern aus Neustädtles wurden zum Neubau einer landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle, Anbau einer Biomasseheizung mit Brennstoffbunker sowie Bau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage ebenfalls das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

    Anke Bauer, die Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft Fladungen, informierte über über- und außerplanmäßige Ausgaben im Haushaltsjahr 2019, die wie vorgetragen von den Bürgervertretern genehmigt wurden. Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat im Anschluss den Jahresabschluss und die Jahresrechnung 2019.Der Verwaltungshaushalt schloss demnach mit Einnahmen und Ausgaben von je 2,372 Millionen Euro ab, der Vermögenshaushalt mit je 2,024 Millionen Euro. Der Schuldenstand verringerte sich im Jahresverlauf von 957 100 Euro auf 825 100 Euro.

    Defizit beim Kindergarten

    Das Defizit des katholischen Kindergartens betrug im vergangenen Jahr 19630 Euro. Der Gemeinderat beschloss, dem Johannesverein als Träger der Einrichtung den Betrag als Betriebskostenzuschuss zu gewähren.

    Die Verwaltung des Kindergartens liegt beim Caritasverband, Fachbereich Kinderhilfe und katholische Kindertageseinrichtungen der Diözese Würzburg. Was den Erlass der Kindergartenbeiträge aufgrund des Coronavirus angeht, bittet der Verband, dass Eltern zunächst weiter ihre Beiträge leisten. Nach der Corona-Krise und nach Prüfung aller rechtlichen Gegebenheiten sollen dann eventuell zu viel bezahlte Elternbeiträge mit späteren Monaten verrechnet werden. Wie Anke Bauer informierte, wurde diese Mitteilung an die Eltern versandt.

    Die Gemeinde plant eine baurechtliche Regelung der bestehenden Kleingartenanlagen „Gansecke“, „Schleifkutte“ und „Torwiesen“. Zum aktuellen Sachstand konnte Bürgermeister Thomas Fischer mitteilen, dass bei den bisher vorliegenden Rückmeldungen eine hohe Zustimmung der Eigentümer erfolgt sei. Mit Grundstückseigentümern, die den Verträgen ihre Zustimmung verweigert haben oder nicht geantwortet haben, möchte sich der Gemeindechef noch einmal in Verbindung setzen.

    Es war die letzte Sitzung des Gemeinderates vor der neuen Wahlperiode. Thomas Fischer dankte den Ratsleuten für ihr Engagement. „Wir haben viel zusammen geleistet und viel erreicht für beide Ortsteile“, stellte er zufrieden fest. Besonderer Dank ging an die Ratsleute, die aus dem Gremium ausscheiden, Gisela Friedrich, Hans Fischer, Heribert Seufert, Detlef Hippeli und Christian Stäblein. Infolge von Corona ist aktuell keine feierliche Verabschiedung möglich. Dies soll aber alsbald nach gebührend nachgeholt werden, wie Fischer betonte.

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