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    Oberelsbach

    Oberelsbach: Die Kunst Leonardo da Vincis im Biosphärenzentrum

    Leonardo im Biosphärenreservat: Das Bild zeigt von links den Geschäftsführer des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Klaus Spitzl, den Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Michael Geier und den Leiter des Biosphärenzentrums Haus der langen Rhön Michael Dohrmann.
    Leonardo im Biosphärenreservat: Das Bild zeigt von links den Geschäftsführer des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Klaus Spitzl, den Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Michael Geier und den Leiter des Biosphärenzentrums Haus der langen Rhön Michael Dohrmann. Foto: Marion Eckert

    Auf den ersten Blick haben Leonardo da Vinci (1452 – 1519) und das Haus der Langen Rhön in Oberelsbach nicht viel miteinander zu tun. Doch auf den zweiten Blick wird schnell klar, dass das Biosphärenreservat Rhön und das italienische Universalgenie einiges verbindet. Die neueste Ausstellung im Biosphärenzentrum beschäftigt sich mit dem Leben, den Erfindungen und der Kunst dieses großen und einzigartigen Wissenschaftlers. Sie bietet einen Querschnitt von Ingenieurkunst und Malerei. Doch es ist mehr als eine reine Ausstellung mit Wissensvermittlung und Informationen, es ist eine Ausstellung für die ganze Familie mit Mitmach-Stationen. "Gerade in Corona-Zeiten suchen Familien Möglichkeiten für neue und interessante Anregungen für ihre Kinder. Das Haus der Langen Rhön bietet mit dieser Ausstellung eine kreative und informative Alternative, die auch bei schlechter Witterung für Abwechslung sorgt", lädt Michael Dohrmann,  der Leiter des Biosphärenzentrums zum Besuch und Mitmachen ein.

    So können die Besucher den historischen Stadtplan von Imola, den da Vinci um 1502 als einen der ersten Stadtpläne der Geschichte zeichnete, richtig auf einer Magnettafel zusammen setzen. Bei vielen seiner Ölgemälde verwendete Leonardo da Vinci für den Hintergrund die sogenannte Sfumato-Technik, die alles wie in einen Nebel hüllt. Auch bei der Mona Lisa verwendete er diese Technik. Die Besucher der Ausstellung sind eingeladen, mit Pastellkreiden der Mona-Lisa einen neuen Hintergrund zu geben.

    Zwischen Kunst und Ingenieurwesen

    Berühmt wurde Leonadro da Vinci besonders mit seiner Porträtmalerei. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, halbfertige Gesichter fertig zu stellen und so einzigartige Porträts entstehen zu lassen. Ideen für seine Fluggerät nahm da Vinci unter anderem aus der Natur. So erinnert seine Luftschraube an Ahorn-Flugsamen. Aus einer Papiervorlage können Kinder sich ihre eigene Luftschraube falten und sie gleich fliegen lassen.

    Wer findet den Unterschied? Die erste Version von da Vincis Felsengrottenmadonna gefiel seinen Auftraggebern nicht. Sie war zu weltlich.
    Wer findet den Unterschied? Die erste Version von da Vincis Felsengrottenmadonna gefiel seinen Auftraggebern nicht. Sie war zu weltlich. Foto: Marion Eckert

    Die Verkleidungs- und Fotostationen machen Lust, in andere Rollen zu schlüpfen. Es gibt Umhänge und verschieden Kopfbedeckungen aus der Zeit der Renaissance, um sich selbst gekonnt in Szene zu setzen und mit einem Rahmen oder vor der Flügelwand fotografieren zu lassen. Allerdings wird vom Personal in Haus der Langen Rhön kein Fotoservice angeboten. Die Gäste können mit ihren eigenen Smartphones fotografieren.

    Kunstinteressierte wird das Rästel um da Vincis "Felsengrottenmadonna" faszinieren. Es gibt nämlich zwei Fassungen. Beide Bilder waren Auftragswerke für ein Altarbild der Bruderschaft der "Unbefleckten Empfängnis" für die Mailänder Franziskanerkirche San Francesco Grande. Die zeigen die Heilige Maria, das Jesuskind und den Johannesknaben. Bei der Aushändigung des ersten Gemäldes waren die Mönche so unzufrieden, dass die das Bild nicht akzeptierten. Erst zehn bis 20 Jahre später beendete da Vinci seine zweite Version, die viele Änderungswünsche der Mönche aufnimmt. Acht Unterschiede sind in der Ausstellung zu finden.

    Da Vincis Ideen für seine Flugmaschinen entnahm er aus der Natur. Seine Skizzen dem Vorbild der Natur zuzuordnen, ist nicht immer so einfach.

    Naturwissenschaft und Mensch zusammen gedacht

    Michael Dohrmann hat die Ausstellung für zwei Monate Stadtmuseum Sachsenheim ausgeliehen. "Sie passt hervorragend zum Biosphärenreservat. Leonadro da Vinci hat Naturwissenschaft und den Mensch zusammen gedacht, so wie es im Biosphärenreservat um Mensch und Natur geht."

    Für Michael Geier, den Leiter des bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats ist Leonardo da Vinci und das Biosphärenreservat sogar eine ideale Kombination. "Er war der Erste, der es verstand von der Natur zu lernen, im anwendungspraktischen Sinne. Wie geht es, dass ein Vogel fliegen kann? Können wir das auch und mit welchen Bedingungen?" Erst im späten 20. Jahrhundert sei die Natur als Vorbild wieder entdeckt worden und habe heute in der Bionik einen hohen wissenschaftlichen Stellenwert.

    Im Haus der Langen Rhön müssen die gängigen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden. Es muss ein Maske getragen werden, ein Abstand von 1,5 Meter ist einzuhalten. Maximal 14 Besucher dürfen sich zeitgleich im Haus aufhalten. Die Handläufe, Türgriffe und interaktiven Elemente werden  regelmäßig desinfiziert. Zu beachten ist die Einbahnrichtung im Haus. Über die Treppe geht es nach oben und mit dem Fahrstuhl nach unten.

    Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17 Uhr. Dienstag ist Ruhetag.

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