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    Unsleben

    Pionierarbeit in der neuen Autismuspraxis

    Im Therapiezentrum "FLEK" der Lebenshilfe ist jetzt neuerdings auch noch eine Praxis für Autismus angesiedelt. Unser Foto zeigt (von links) Anna John aus dem Leitungsteam, Verena Endres, Kathrin Wojtzyk, Jens Fuhl und Birgit Wirsing (Leitungsteam).
    Im Therapiezentrum "FLEK" der Lebenshilfe ist jetzt neuerdings auch noch eine Praxis für Autismus angesiedelt. Unser Foto zeigt (von links) Anna John aus dem Leitungsteam, Verena Endres, Kathrin Wojtzyk, Jens Fuhl und Birgit Wirsing (Leitungsteam). Foto: Eckhard Heise

    Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die zwar relativ stark verbreitet ist aber noch wenig Beachtung und Anerkennung findet. Inzwischen gibt es Schätzungen, dass bis zu einem Prozent der Bevölkerung Anzeichen von Autismus zeigt - die Behandlung steckt aber noch in den Kinderschuhen. Insofern leistet das neu eröffnete Autismus-Kompetenzzentrum der FLEK-GmbH, einer Tochter der Lebenshilfe Rhön-Grabfeld, Pionier- und Aufbauarbeit in der Region, denn es ist weit und breit die einzige Einrichtung dieser Art.

    Offizieller Start war eigentlich schon zum 1. Januar, doch dann kam Corona und beendete nahezu alle Aktivitäten, berichtet Lebenshilfe-Geschäftsführer Jens Fuhl. Nach den Lockerungen nimmt die Einrichtung nun einen neuen Anlauf und kann sich jetzt schon über Mangel an Arbeit nicht beschweren. Die drei Mitarbeiterinnen betreuen etwa 35 Familien in einem Umkreis von 80 Kilometern. Die Behandlung erfolgt in der Praxis oder im häuslichen Bereich, Schule oder Kindergarten. Die nächste Einrichtung dieser Art in Unterfranken befindet sich in Würzburg.

    Es braucht ein Netzwerk

    Ein Teil der Aktivitäten gilt aber erst einmal der Aufbauarbeit und der Schaffung eines Netzwerks mit verschiedensten Einrichtungen der Lebenshilfe sowie Fachärzten unterschiedlicher Disziplinen. Dieser Bereich wird durch die "Aktion Mensch" gefördert, die nicht nur ein Fahrzeug spendierte, sondern über einen Zeitraum von drei Jahren die Stelle der Koordinatorin Kathrin Wojtzyk finanziert. Sie berichtet von den Schwierigkeiten, die gerade in der Aufbauphase zu bewältigen sind.

    Die Mitarbeiterin des Autismus-Zentrums spricht von geringer gesellschaftlicher Akzeptanz; von Problemen der Eltern, Schwächen oder Störungen ihrer Kinder zu erkennen; Unsicherheiten bei der therapeutischen Behandlung; die Verweigerung der Kostenübernahme durch die Kassen (die finanzielle Unterstützung fällt in die Zuständigkeit der Sozial- oder Jugendämter).

    Individuelle Symptome

    Hinzu kommt die oft nicht einfache Arbeit mit den Betroffenen, weil sie meist sehr individuelle Symptome zeigen, fährt die Therapeutin Verena Endres fort. "Jeder Autist ist anders und zeigt unterschiedliche Ausprägungen, oftmals in Kombination mit anderen Defiziten." Daher sei die Zusammenarbeit mit den anderen fachtherapeutischen Praxen wie der Logopädie und die Ergotherapie im eigenen Haus äußerst hilfreich.

          

             

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