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    Bad Neustadt

    Rhön-Grabfeld ist ein Eldorado für die Tier- und Pflanzenwelt

    Der Kaisermantel ist eine seltene Schmetterlingsart, die es im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt. Unter anderem davon berichtete Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rhön-Grabfeld vor dem Ausschuss für Umwelt- und Naturschutzfragen.
    Der Kaisermantel ist eine seltene Schmetterlingsart, die es im Landkreis Rhön-Grabfeld gibt. Unter anderem davon berichtete Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rhön-Grabfeld vor dem Ausschuss für Umwelt- und Naturschutzfragen. Foto: Hanns Friedrich

    Die Tier- und Pflanzenwelt in Rhön und Grabfeld haben bayernweit einen einmaligen Stellenwert, denn der Landkreis zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Anzahl von Schutzgebieten aus. Das erklärte Michael Krämer von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt vor dem Ausschuss für Umwelt- und Naturschutzfragen. Landrat Thomas Habermann hob dabei vor allem die extensive Landwirtschaft hervor, die daran einen großen Anteil habe, dass dieser bayernweit einmalige Lebensraum existiere. Es gibt 19 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 5398 Hektar, 20 FFH-Gebiete mit 16 691 Hektar. Aber auch das Biosphärenreservat mit 41 172 Hektar und Naturparks. "Daneben verfügt der Landkreis mit den Mittelgebirgen Rhön und Haßberge über die höchste Biotopdichte außerhalb der Alpen", sagte Krämer.

    Er verwies auf die Rhön als das "Land der offenen Fernen" mit Vorkommen von Birkhühnern, Wiesenbrütern, Borstgrasrasen und auf die Feucht- und Nasswiesen. Buntsandstein und Muschelkalk sind die Merkmale der Vorrhön mit "Lämmersalat-Fluren", die einmalig in Deutschland sind. Dort gibt es auch Wiesenknopf-Bläulinge, Streuobstbestände und Kalkmagerrasen.

    Rhön-Grabfeld biotopreichster Landkreis Bayerns außerhalb der Alpen

    "Gibt es keine schönere Landschaft?" Diese Frage eines Reporters vom Bayerischen Rundfunk bei Dreharbeiten im Grabfeld verwunderte Krämer sehr. "Das Grabfeld ist einfach wunderschön", betonte er vor dem Ausschuss. Gipskeuper und Löss beherrschen diese Gegend mit Mittelwäldern, Ackerwildkräutern, aber auch dem seltenen Steinkauz.

    Rhön-Grabfeld ist laut Krämer auch ein besonderer Lebensraum für vom Aussterben bedrohte Tierarten. Dazu gehört das Birkhuhn, die Geburtshelferkröte, die es nur noch in Rhön-Grabfeld gibt, der Streifen-Bläuling, der Heckenwollafter, die Wurzel-Haarstrang-Eule sowie die Wiesenweihe. Der Biber hat aktuell 75 Reviere im Landkreis. "Wir sind der biotopreichste Landkreis Bayerns außerhalb der Alpen." Als das "Flaggschiff" bezeichnete Regierungsdirektor Manfred Endres das Naturschutzprogramm. Hier geht es unter anderem um den Erhalt und die Förderung der Biodiversität, den Schutz von Wiesen- und Feldbrütern, das Offenhalten von wertvollem Magerrasen und den Erhalt der Kulturlandschaft. Bundesweit habe Rhön-Grabfeld eine bedeutsame Ackerwildkrautflora, Mittel- und Niederwald und die letzten Salzwiesenbestände Süddeutschlands.

    Der Landkreis muss immer mehr Aufgaben übernehmen

    Rhön-Grabfeld verfügt über mehr als 5500 Hektar Nutzfläche, die unter Vertrag von den Landwirten bewirtschaftet wird. Jährlich kommt es hierfür zu einer Auszahlung von 2,8 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Projekte angepackt. Dazu gehören Life-Natur, das Grünlandprojekt Rhön, das Streuobstprojekt, die Agrobiodiversität sowie die Fließgewässersysteme Rhön. Die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland, das Bundesland Bayern und der Landkreis Rhön-Grabfeld beteiligen sich daran. Zudem die Umweltstiftung Wildland und der Naturschutzfonds. Ziele sind Grunderwerb, Flächensicherung, Landschaftspflege, Biotopverbund und Schutz der Biodiversität.

    Endres sprach von wachsenden Aufgaben, unter anderem durch 1000 Hektar landkreiseigene Grundflächen, aber auch durch das Bayerische Energiekonzept für Windkraft und Biogas oder die Biodiversitätsstrategie der Bayerischen Staatsregierung. Der Landkreis finanziere seit 2014 eine Stelle im Bereich Personal und richte außerdem eine Stelle für einen Arten- und Klimaschutzmanager ein. Am Umweltamt sind 18 Mitarbeiter beschäftigt.

    Für die Baumsetzlinge-Spendenaktion gingen bisher 555 Euro ein

    Sie befassen sich mit Bauleitplanung, sind bei Trägern öffentlicher Belange gefragt und haben unter anderem Aufgaben im Bereich Naturdenkmäler, Landschaftspflege, Gewässerausbau und Hochwasserschutz. Ein großer Bereich ist der Artenschutz in der Tier- und Pflanzenwelt. Aber auch Wasserrecht sowie die Heilquellen in Bad Königshofen und Bad Neustadt. Es geht um die Rekultivierung von Erdaushub- und Bauschuttdeponien und die Altlasten der ehemaligen gemeindlichen Müllkippen. Auch in Betrieben gibt es teils noch Altlasten. Immer wieder gibt es Ärger bei illegalen Abfallablagerungen. "Dann gilt es den Verursacher zu ermitteln, ansonsten muss das Landratsamt für die Entsorgungskosten aufkommen."

    Habermann dankte den Mitarbeitern für deren Arbeit und erwähnte die Spendenaktion Baumsetzlinge, die der Kreistag am 9. Dezember 2019 beschlossen hatte. Bislang gingen 555 Euro ein. Nach derzeitiger Planung soll diese Aktion in der Gemarkung Hollstadt realisiert werden. Nach Abschluss des Flurbereinigungsverfahren sollen die Baumsetzlinge auf einem Grundstück mit einer Fläche von 10 000 Quadratmetern in Autobahnnähe gepflanzt werden.

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