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    Bad Königshofen

    Seit dem Pfingstwochenende rollen die Reisemobile wieder an

    Mit dem Fall der Corona-Beschränkungen kommen sie wieder. Gleich 60 Wohnmobile steuerten am Wochenende Bad Königshofen an. Alle fühlen sich wohl, nur ein Umstand wird bedauert.
    Wohnmobil-Stellplatz wieder offen: Die buntgemischte Gruppe aus ganz Deutschland hat gleich die Gelegenheit genutzt, sich zu treffen und Freizeit zu genießen.
    Wohnmobil-Stellplatz wieder offen: Die buntgemischte Gruppe aus ganz Deutschland hat gleich die Gelegenheit genutzt, sich zu treffen und Freizeit zu genießen. Foto: Regina Vossenkaul

    Am Freitagabend kam die letzte behördliche Anordnung, am Samstag waren die ersten Stellplätze schon besetzt. Die Reisemobile dürfen wieder rollen und schnell fanden sich 60 Reisemobile ein mit Besuchern, die in Bad Königshofen das verlängerte Pfingstwochenende nutzen wollten.

    "Wir haben schon darauf gewartet", sagte Helmut Christophers, der zu einer Gruppe gehört, die mehrfach im Jahr nach Bad Königshofen kommt. Sie wären schon zu Ostern hergefahren, aber der Stellplatz sei war ja coronabedingt geschlossen. Die Gruppe war mit Jessica Kawitzke, der Chefin am Empfang, in Verbindung geblieben und hatte sich sofort untereinander abgesprochen und auf den Weg gemacht, als es wieder erlaubt war.

    Mundpropaganda

    Renate und Hans-Jürgen Timm aus Kiel hören zur Gruppe dazu, auch Renate und Helge Körner aus Roßleben. Alle finden, dass Abstandhalten bei Reisemobilen ganz einfach ist und haben keine Angst vor Ansteckung. Man bewegt sich an der frischen Luft, da ist das Risiko sehr gering. "Wir haben zur Kommune ein sehr gutes Verhältnis", sagt Hans-Jürgen Timm, der sich hier sehr wohlfühlt. "Mundpropaganda ist das Wichtigste", ergänzt Ehefrau Renate. Deshalb würden sie überall, wo sie hinkommen, Werbung für Bad Königshofen machen. Was haben sie bis Pfingsten gemacht? "Wir konnten ja nirgends hinfahren, unsere Gärten sehen jetzt wunderbar aus", sagt Hans-Jürgen Timm.

    Eine andere Gruppe, die gleich den ersten Tag genutzt hat, ist die "Gruppe der Alleinreisenden", bei der auch mal zwei Leute mitfahren können. Sie sind mit 17 Fahrzeugen und 19 Teilnehmern angereist, das wurde schon 2019 organisiert. Vor der Ansteckung mit Corona hat Horst Lück, einer der Teilnehmer aus Ennepetal keine Angst, in Unterfranken seien die Fallzahlen sehr niedrig, meint er. Er macht mit seiner Frau Radtouren und wandert. "Ich war gestern an der Nordsee, da ist es übervoll", berichtet er. Die Gruppe ist zum ersten Mal in Bad Königshofen. "Wir kommen mal wieder, wenn die Therme offen ist", sagen sie. "Das Städtchen ist ganz schön."

    Alle in einer Richtung

    Cornelia Korwin kommt direkt aus Kroatien, wo sie sieben Monate verbrachte und ausnahmsweise auf einem Campingplatz bleiben durfte, obwohl dieser offiziell geschlossen war. Sie lebt in ihrem Wohnmobil und hat sich der "Single Group" angeschlossen. Sie hätte gern den Ausgang ihres Wohnmobils zur anderen Seite gehabt, weil dort die Sonne ist, aber die Vorschriften besagen, dass alle Fahrzeuge in einer Richtung stehen müssen. "Der Platz ist schön, ich werde nochmal wiederkommen", sagt sie.

    Thomas Böttcher macht mit Ehefrau und Enkelin Fahrradtouren.
    Thomas Böttcher macht mit Ehefrau und Enkelin Fahrradtouren. Foto: Regina Vossenkaul

    Thomas Böttcher aus Bad Hersfeld ist Dauergast auf dem Stellplatz, diesmal ist er mit Frau und Enkelin dort. Er wäre schon Ostern und am 1. Mai gekommen, was aber aus den bekannten Gründen ins Wasser fiel.  "Wir freuen uns, dass der Stellplatz wieder offen ist", sagt er. Die Gelegenheit wollte die Familie gleich nutzen.

    Was allgemein bedauert wird ist, dass die Therme noch nicht geöffnet ist. Die Leute hätten Sauna und Schwimmbad gern genutzt. Das wird hoffentlich bald wieder möglich sein, versichert Kurdirektor Werner Angermüller, der den Neustart begrüßt. Ab 8. Juni dürfen die Freibäder wieder öffnen, das könnte ein Anfang sein. Er weiß aber noch nicht, ob er die FrankenTherme teilweise, mit den Außenbecken, wieder öffnen darf.

    Mehr Bürokratie

    "Wir halten die Abstände großzügig ein", sagt er zur Stellplatzordnung. "Es braucht ein bis zwei Wochen, bis sich alles einspielt. Die Anmelder wissen, was auf sie zukommt, nicht zuletzt durch ein Youtube-Video, dass sie auf dem Laufenden hält. "Viele sind froh, überhaupt wieder fahren zu können", gibt Angermüller die Reaktion der Anreisenden wider. Demnächst werden die neue Physiotherapie-Abteilung und der neue Rutschenturm in Betrieb genommen.

    Momentan gibt es mehr Bürokratie, die Leute müssen sich anmelden, bei der Ankunft eine Selbstauskunft ausfüllen, gleich zahlen und den Mund-Nasen-Schutz tragen, wo es nötig ist. Der Kurdirektor hofft, weil jetzt Urlaub in Deutschland angesagt ist, davon in den nächsten Monaten zu profitieren. "April und Mai war Null Umsatz", sagt er. In den kommenden Monaten will er einiges wieder aufholen. 110 Fahrzeuge können bequem untergebracht werden.

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