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    Stockheim

    Stockheim: Gemeinde kann aus den Vollen schöpfen

    Die größte investive Maßnahme der Gemeinde Stockheim betrifft heuer das ehemalige Rothhauptgelände (im Bild ein Teil des Areals), das nach dem Rückbau renaturiert werden soll.
    Die größte investive Maßnahme der Gemeinde Stockheim betrifft heuer das ehemalige Rothhauptgelände (im Bild ein Teil des Areals), das nach dem Rückbau renaturiert werden soll. Foto: Eva Wienröder

    Trotz zahlreicher Investitionen stattliche Rücklagen und keine Schulden – der Stockheimer Gemeinderat konnte bei seiner Zusammenkunft einen Haushalt verabschieden, von dem viele Gemeinden nur träumen können.

    Der Verwaltungshaushalt ist heuer mit dem Ansatz von Einnahmen und Ausgaben in Höhe von je 2,171 Millionen Euro ähnlich kalkuliert wie im Vorjahr. Im Vermögenshaushalt liegt das Volumen bei 1,235 Millionen Euro, rund 164 000 Euro unter dem Jahr 2019. Janine Schauk, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt, gab einen Gesamtüberblick und ging auf wichtige Haushaltsstellen näher ein.

    Die Gewerbesteuereinnahmen hat man mit Blick auf Corona vorsichtshalber mit 70 000 Euro 10 000 Euro niedriger veranschlagt. Bislang seien durch die Pandemie aber noch keine größeren Einbrüche zu verzeichnen, gab sich Schauk optimistisch. Die Schlüsselzuweisung bewegt sich mit 638 900 Euro knapp über dem Vorjahr, während sich die Abgabe an den Kreis deutlich um rund 40 000 Euro auf 473 300 Euro erhöht.

    Stockheim ist Ende 2020 schuldenfrei

    Die Zuführung zum Vermögenshaushalt ist mit 113 900 Euro veranschlagt, und laut Plan kann eine freie Finanzspanne von 94 400 Euro erwirtschaftet werden. Der Schuldenstand von aktuell 19 500 Euro kann bis zum Jahresende auf null zurückgefahren werden. Aus der allgemeinen Rücklage ist eine Entnahme von 336 000 Euro geplant, zum Jahreswechsel wären dann aber immer noch über 870 000 Euro auf der „hohen Kante“.

    Kostendeckend wird der Gebührenabschnitt Abwasser geführt. Bei den Wasser- und bei den Friedhofsgebühren rät die Finanzfachfrau zu einer baldigen Neukalkulation. Die Sätze für die Grundsteuern und die Gewerbesteuer liegen unverändert bei 310 Prozent.

    Eigens für Corona-Maßnahmen hat man im Haushaltsplan einen neuen Unterabschnitt gebildet und vorsorglich 20 000 Euro für den Gesundheitsschutz eingestellt. „Ich hoffe, dass wir diese Stelle nächstes Jahr nicht mehr brauchen“, so die Kämmerin.

    Rothhauptgelände wird umgestaltet

    Im Vermögenshaushalt schlägt die Umgestaltung des ehemaligen Rothhauptgeländes als größtes Vorhaben zu Buche. Für die vorbereitenden Maßnahmen Grunderwerb und Rückbau hat man heuer 455 000 Euro vorgesehen, wobei 150 000 Euro über staatliche Fördermittel finanziert werden.

    Für den Gebäude- und Grundstückserwerb Pfarrhaus wurde ein Betrag von 90 000 Euro berücksichtigt. Für Instandsetzungsarbeiten hat man heuer pauschal 170 000 Euro veranschlagt, von der Brandversicherung werden 157 000 Euro wieder vereinnahmt.

    Die weitere Breitbanderschließung ist mit Ausgaben von 127 100 Euro verbunden, die Zuschusseinnahmen sind mit 101 800 Euro veranschlagt.

    Nachdem sich der Staat aus der Beförsterung kommunaler Wälder zurückgezogen hat, übernimmt die Forstbetriebsgemeinschaft „Obere Rhön“ die künftige Betriebsleitung. Im Zuge der Gründung des neuen Geschäftszweiges der FBG ist heuer ein Beitrag der Gemeinde Stockheim in Höhe von 21 600 Euro vorgesehen. Die zweite Rate in gleicher Höhe ist für 2022 vorgemerkt.

    Vermögen der Gemeinde vergrößert

    Wie die Kämmerin abschließend anmerkte, haben die Maßnahmen der letzten Jahre dazu geführt, dass das gemeindliche Vermögen vergrößert wurde. Auch dieses Jahr sei wieder ein Zuwachs durch Beschaffungs- und Investitionsmaßnahmen zu verzeichnen. So belaufe sich allein der Wert der im gemeindlichen Besitz befindlichen Baugrundstücke derzeit auf rund 460 000 Euro.

    Schauk war sichtlich zufrieden mit dem Zahlenwerk: „Es ist ein gesunder Haushaltsplan. Und Sie können stolz sein, eine schuldenfreie Gemeinde zu haben“, meinte sie an die Gemeinderäte gerichtet. Dem konnte das Gremium nur beipflichten und genehmigte unisono den Etat für 2020 nebst Stellenplan, ebenso wie die Finanzplanung für die Jahre 2019 bis 2023.

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