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    Bastheim

    Streutalallianz: Konzept für den Kernwegebau liegt vor

    Das Starterprojekt der Allianz steht für den Leitgedanken „Zukunft gemeinsam gestalten“. Dazu wurden im Streutal Wege in einem 320 Quadratkilometer großen Gebiet erfasst.
    Mit der Vorlage des Kernwegenetz-Konzepts ist das Starterprojekt der Streutalallianz nun in der Öffentlichkeit angekommen. Darüber freuen sich in Bastheim (von links) Allianzmanagerin Gertraud Kokula, stellvertretender Allianzvorsitzender Thomas Fischer, Michael Kuhn vom ALE Unterfranken, Allianzvorsitzender Martin Link sowie Josefine Liebenberg und Alexander Heinz von der BBV LandSiedlung GmbH.
    Mit der Vorlage des Kernwegenetz-Konzepts ist das Starterprojekt der Streutalallianz nun in der Öffentlichkeit angekommen. Darüber freuen sich in Bastheim (von links) Allianzmanagerin Gertraud Kokula, stellvertretender Allianzvorsitzender Thomas Fischer, Michael Kuhn vom ALE Unterfranken, Allianzvorsitzender Martin Link sowie Josefine Liebenberg und Alexander Heinz von der BBV LandSiedlung GmbH. Foto: Georg Stock

    Heute sind es noch Wirtschafts- und Feldwege, morgen wird der Wegebau in ein Netz von Kernwegen gespannt sein. Kernwegebau – dieser Name ist Programm und als Starterprogramm für die Allianz der elf Streutal-Gemeinden ein wichtiges Element. Als erstes Zwischenergebnis liegt nun das gemeinsame überörtliche Kernwegenetz-Konzept auf dem Tisch, das vom Planungsbüro BBV LandSiedlung GmbH ausgearbeitet wurde. Die Kerninhalte erfassen den Planentwurf (Bauplan) und das dargestellte Wege-Konzept (einschließlich Regelkosten und Tabellen).

    Mit diesen Unterlagen waren Alexander Heinz und Josefine Liebenberg als Projektbetreuer der BBV LandSiedlung zur Lenkungsgruppen-Sitzung der Streutalallianz in die Besengau-Scheuer gekommen, um ihr Werk vorzustellen. Nicht zuletzt für die neuen Bürgermeister in dieser Runde erläuterte Heinz Sinn, Zweck und Ziel eines überörtlichen Kernwegenetzes. Grundsätzlich, so der Planer, sei die Zielsetzung darauf ausgerichtet, zum einen die Landwirtschaft auch in Zukunft auf dem hohen Leistungsniveau zu halten. Des Weiteren seien die Pflege und der Erhalt der Kulturlandschaft zu gewährleisten. Zum dritten gelte es, die Multifunktionalität des Wegenetzes als Wirtschafts-, Rad- und Wanderweg zu verbessern.

    Gemeindeübergreifende Verbindungen herstellen

    Allgemein: Damit ein Weg als Kernweg gilt, müssen verschiedene Punkte beachtet werden. Zum Beispiel ein bis zwei Kilometer Abstand zwischen allen Wegen, keine Stich- oder Parallelwege, die Verbindung zwischen bestehenden Hauptachsen, zudem die Berücksichtigung von bestehenden Planungen oder unter anderem von Schutzgebieten. Die Kernwege wurden durch das Planungsbüro in kurz-, mittel- oder langfristig eingestuft. Das heißt: Kurzfristig beschreibt einen schadhaften Weg, der in bis zu fünf Jahren ausgebaut werden muss. Mittelfristig bedeutet zwar, dass er Schäden aufweist, aber noch fünf bis maximal 15 Jahre befahrbar ist. Und als langfristig wird ein Weg in derzeit sehr gutem Zustand eingestuft.

    Diese Kernwege sollen das bestehende Netz an übergeordneten Straßen (Bundes-,Staats- oder Kreisstraßen) verdichten und gemeindeübergreifende Verbindungen herstellen. Ein Kernwegenetz-Konzept beachtet schließlich auch den überörtlichen Aspekt, so dass (bereits) geplante Anschlüsse in die benachbarten Allianzen und Bundesländer berücksichtigt werden.

    Bis zu 85 Prozent Förderung in Aussicht

    Nach gut zwölf Monaten ist „mit der Vorlage des Konzepts die Arbeit des Büros BBV LandSiedlung beendet“, konstatierte Michael Kuhn vom Amt für Ländliche Entwicklung, der die Allianz fachlich begleitet und berät. Er dankte Heinz und Liebenberg für die Ausarbeitung des Wege-Konzepts, die für ihr Projekt weder Zeit noch Aufwand gescheut hatten. Allein schon daran ersichtlich, dass sie alle Wirtschafts- und Feldwege im Allianzgebiet abgefahren und bautechnisch erfasst haben. Diese Mühen quittierten die Bürgermeister mit Beifall.

    Also blieb Michael Kuhn beim Kernwegenetz-Konzept das letzte Wort. Und zwar zum Thema Förderung. Schließlich stellt das Konzept mit der geplanten Umsetzung die Grundlage für den späteren Förderantrag der Ausbauvorhaben an. Ob und wann ein Kernweg ausgebaut wird, entscheidet die Allianz. Die Vorlage als Konzept stellt aber eine spätere Förderung sicher. Dafür kommen, wie Kuhn aufzeigte, verschiedene Modelle in Frage. Die Förderung belaufe sich, je nach Umsetzungsmodell, auf 65 bis 75 Prozent. Aufgrund der Zugehörigkeit zur Streutalallianz erhalten die Kommunen noch einen Bonus von zehn Prozent. Ergibt maximal eine Förderquote von 85 Prozent.

    In der Zwischenzeit ist es die Aufgabe von Allianzmanagerin Gertraud Kokula, die Fördermodelle nach Vor- und Nachteilen aufzuschlüsseln. In der September-Sitzung soll dann der Förderantrag beschlussreif sein.

    320 Quadratkilometer großes Gebiet

    Noch ein kurzer Blick auf den räumlichen Umfang der Maßnahme Kernwegebau in der Streutalallianz: Sie umfasst laut Leistungsbild der BBV-LandSiedlung eine Fläche von rund 320 Quadratkilometern mit etwa 20 000 Einwohnern. Die landwirtschaftliche Nutzfläche des Gebiets beträgt 15 220 Hektar, das sind 47 Prozent des Untersuchungsraums. Diese Nutzfläche setzt sich im Wesentlichen aus etwa 80 Prozent Acker-und 20 Prozent Grünlandfläche zusammen.

    Auch dieser Aspekt sollte nicht vergessen werden: Ländliche Wege sind eine Voraussetzung für den Erhalt der Kulturlandschaft durch eine flächendeckende Landnutzung. Außerdem ermöglichen sie den Bürgern die Erholung in der freien Natur.

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