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    Bad Neustadt

    Trotz Corona war die Müllabfuhr in Rhön-Grabfeld gesichert

    Auch zu Zeiten des Lockdowns war die Müllabfuhr im Landkreis gesichert. Die Teams, die Hausmüll, Biomüll, blaue Tonne und Gelbe Säcke einsammelten, fuhren zeitlich getrennt.
    Auch zu Zeiten des Lockdowns war die Müllabfuhr im Landkreis gesichert. Die Teams, die Hausmüll, Biomüll, blaue Tonne und Gelbe Säcke einsammelten, fuhren zeitlich getrennt. Foto: Hanns Friedrich

    Auch in der Zeit des Lockdowns war die Müllabfuhr im Landkreis  Rhön-Grabfeld gesichert. "Wir haben die entsprechenden Vorkehrungen getroffen und konnten damit die Müllabfuhr weiterhin durchführen", stellte Gerald Roßhirt, Geschäftsführer des Kommunalunternehmens des Landkreises, vor dem Ausschuss für Umwelt- und Naturschutzfragen heraus. Er informierte über die Struktur des Kommunalunternehmens, die Satzung und die Geschäftsverteilung. 81 Mitarbeiter werden beschäftigt. Über 66 000 Gefäße für den unterschiedlichen Abfall gibt es in Rhön-Grabfeld, finanziert über die Abfallgebühren. "Wir arbeiten bürgernah und flächendeckend", erinnerte Landrat Thomas Habermann daran, dass die Gründung des Kommunalunternehmens im Jahr 2006 teils heftig umstritten war. Heute zeige sich jedoch, dass die  Entscheidung richtig war.

    Das Kommunalunternehmen verfügt unter anderem über zwölf Pressfahrzeuge, ein Gefahrstoffmobil, Radlader, Kleintransporter, Gabelstapler sowie Lkw- und Pkw-Anhänger. 32 Container sind im Landkreis aufgestellt. Es gibt Photovoltaikanlagen und zwar am Wertstoffzentrum und auf der Umladestation. Über die Problemmüllsammlung werden die Ortschaften im Landkreis mehrmals pro Jahr angefahren.

    Rückwartsfahren als Gefahrenquelle für die Müllfahrzeuge

    Das Wertstoffzentrum Brendlorenzen hat Dienstag bis Freitag und jeden zweiten Samstag geöffnet, die Wertstoffhöfe in Mellrichstadt drei Mal pro Monat, Bad Königshofen vier Mal, Ostheim und Bischofsheim je zwei Mal pro Monat. Zur Corona-Pandemie sagte Roßhirt, dass ab 18. März die Hygiene- und Schutzmaßnahmen galten. Wertstoffzentrum, Wertstoffhöfe, Umladestation, und das Gebrauchtwarenkaufhaus wurden geschlossen, Problemmüllsammlungen eingestellt. Es gab Desinfektionsmittel für Räume und Fahrzeuge sowie eine räumliche und zeitliche Trennung der drei Abfuhrteams. Im April und Mai folgte dann die Öffnung der einzelnen Bereiche.

    Zur Neuausschreibung der Gelber Sack-Abfuhr für die Jahre 2021 bis 2023 bemühe man sich, diese wieder zu bekommen. Die Müllfahrzeuge sind mit einem Abbiegeassistent ausgestattet, da sehr oft rückwärts zu den Müllgefäßen gefahren werden muss. Das Rückwärtsfahren nannte Roßhirt eine potenzielle Gefahrenquelle. Im Landkreis wurden 130 Strecken als gefährlich eingestuft. Bei zwölf konnten Gefahrenquellen beseitigt werden. Aktuell werde bei 15 Strecken nach Möglichkeiten mit den Gemeinden gesucht, um die Gefährdung zu beseitigen. Unter anderem durch Parkverbot, Behälterstandplätze und Wendehammer. 44 Strecken werden mit einem Kleinfahrzeug befahren und auf Befahrbarkeit und Wendemöglichkeit geprüft, 60 werden in den nächsten Monaten befahren und bewertet.

    Beim Metallschrott Einnahmen-Minus von 350 000 Euro

    Zum Bau einer Deponie der Klasse 1 sagte Roßhirt, dass diese in Mellrichstadt geplant sei, die Genehmigungsunterlagen mit Gutachten seien eingereicht. Das Verbrennen von getrocknetem Klärschlamm erfolge beim Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt. Brachte 2017 das Altpapier noch 117 000 Euro ein, so entwickelt sich der Verkauf aktuell zum Zuschussgeschäft. Lediglich zu Beginn der Corona-Pandemie zogen die Preise noch einmal rapide an, nachdem kein Altpapier mehr auf dem Markt war. Wenig Glück habe man auch beim Metallschrott, denn hier reduzierten sich die Preise von 2019 auf 2020 von 35 auf 28 Euro. Dadurch verringerten sich die Einnahmen um rund 350 000 Euro.

    Zu den Abfallmengen von Januar bis Mai 2020 erfuhren die Ausschussmitglieder, dass gegenüber dem Vorjahr beim Hausmüll ein Plus von zwei Prozent, beim Sperrmüll plus vier Prozent und beim Biomüll ein Plus von 3,5 Prozent errechnet wurden. Um zehn Prozent zurückgegangen seien der Gewerbemüll und der Abfall in den Wertstoffcontainern.

    Grüngutsammelplätze sind derzeit ein Thema in vielen Gemeinden

    Zu den Grüngutsammelplätzen berichtete Roßhirt, dass in Brendlorenzen ein Bauantrag eingereicht und wasserrechtliche Erlaubnis beantragt wurde. Genehmigt ist Merkershausen. Rödelmaier, Heustreu und Dürrnhof haben eine Baugenehmigung beantragt. In Großbardorf erfolge derzeit eine Umplanung nach den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes, in Alsleben gab es einen Vor-Ort-Termin und Strahlungen hat eine Baugenehmigung beantragt.

    Altdeponien gibt es noch in Bad Königshofen, Herbstadt, Nordheim und Hohenroth. Hier laufen Anträge auf wasserrechtliche Genehmigungen zum Einleiten der Sickerwässer. Außerdem werden Angebote zur Vergabe der Reinigung und TV-Überwachung der Sicker- und Oberflächenwasserleitungen eingeholt.

    Am Wertstoffzentrum Brendlorenzen ist ein Brandschutzgutachten in Bearbeitung sowie eine Begutachtung des Leitungssystems und Rückhaltebeckens. An der Müllumladestation Herbstadt geht es um ein Gutachten zur Ableitung der Umluft  in der Umladehalle in freier Luftströmung sowie unter anderem um ein Brandschutzkonzept und eine Betriebstankstelle.

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