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    Unsleben

    Unsleben: Die großen Vorhaben kommen erst noch

    Die Sanierung des Kirchturms hängt wie das berühmte Damoklesschwert über Unsleben. 'Aber irgendwann müssen wir da ran', sagt der Bürgermeister.
    Die Sanierung des Kirchturms hängt wie das berühmte Damoklesschwert über Unsleben. "Aber irgendwann müssen wir da ran", sagt der Bürgermeister. Foto: Eckhard Heise

    Mit aller Vorsicht sei der Haushalt zu betrachten, leitete Bürgermeister Michael Gottwald in Unsleben die Gemeinderatssitzung und die Vorstellung des Zahlenwerks für dieses Jahr ein. Ausgehend von der Unsicherheit durch die Corona-Krise rechnet Gottwald nicht unbedingt mit einer Wende zum Positiven. In diesem Jahr sei die Situation für die Gemeinde in finanzieller Sicht jedoch noch erfreulich.

    Die Tendenz zur Verknappung der Finanzmittel sei aber jetzt schon zu erkennen, fuhr Gottwald fort, ehe er das Wort an Geschäftsstellenleiterin Christina Saal weitergab. Die stellte fest, dass die Schlüsselzuweisung in diesem Jahr übermäßig hoch ausfällt und bald doppelt so hoch ist wie im Vorjahr. Der Grund dafür ist eine falsche Berechnung der Kreisumlage im Vorjahr. Unsleben hatte viel zu viel einbezahlt und erhält jetzt eine erkleckliche Summe zurück. Diese unerwartete Einnahme schlägt sich im gesamten Haushalt durch und sorgt dafür, dass das Guthaben der Gemeinde um 300 000 Euro aufgestockt werden kann.

    Investitionen wurden zurückgefahren

    Außerdem sind die Investitionen zurückgefahren worden. In diesem Jahr fallen noch die Restkosten für die Sanierung des Dorfkerns an. Zudem will die Gemeinde mehrere Grundstücke erwerben und mehrere Tiefbaumaßnahmen angehen. Der Vermögenshaushalt summiert sich am Ende auf rund 1,4 Millionen Euro.

    Durch die günstige Entwicklung der Zinsen kann die Gemeinde mehr zurückzahlen als sie ursprünglich geplant hatte. Dadurch sinkt die durchschnittliche Verschuldung auch erheblich, so dass die Gemeinde mit 581 Euro pro Kopf unter den Landesdurchschnitt sinkt.

    Projekte müssen irgendwann angegangen werden

    Im nächsten Jahr könnte sich die Situation jedoch drastisch ändern, falls die Projekte "Altes Pfarrhaus" und "Kirchturmsanierung" angegangen werden. "Irgendwann müssen wir da ran", beteuerte Gottwald. Allein für diese beiden Vorhaben sind im Finanzplan über 1,2 Millionen Euro angesetzt. Hinzu kommt in absehbarer Zeit auch die Erschließung des Entwicklungsgebiets Unsleben Nord, eine erste Kostenschätzung habe bei 1,5 Millionen Euro gelegen, ergänzte Gottwald. Außerdem stehen der Bau des Radwegs nach Wechterswinkel sowie die Investitionen für das Kernwegenetz an. Allerdings kann die Gemeinde auch mit der Auszahlung von Fördergeldern ihrer verschiedenen Bauprojekte rechnen, sodass die Belastung erträglicher werde. Letztendlich verabschiedete das Gremium den Etat mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro.

    Im weiteren Verlauf informierte der Bürgermeister die Mandatsträger darüber, dass das Rathaus nun wieder voll und ganz zur Verfügung steht und die Apotheke ihren Betrieb am gewohnten Standort aufgenommen hat. Allerdings sei die Vertragssituation noch sehr schwierig, weil die Betreiberin auch Interesse am Ärztehaus – das sie derzeit bewohnt - bekundet habe. Derzeit arbeiteten Gemeinde und Apothekerin an einem Vertragswerk.

    Schwierige Verkehrssituation in der Erntezeit

    Gottwald schilderte im Weiteren einen Briefwechsel, der durch eine Beschwerde eines Bürgers entstanden war. Danach hatte Friedbert Fuchs den Unfall eines Radfahrers zum Anlass genommen, um auf die seiner Ansicht nach schwierige Verkehrssituation in der Erntezeit aufmerksam zu machen. Der Schreiber nimmt dabei Anstoß an den schweren Transportfahrzeugen, die nicht nur eine Gefahr – eines davon war an dem Unfall beteiligt - darstellen sondern auch für Verschmutzungen im Dorf sorgen.

    Gottwald konnte den Einwand nicht ganz von der Hand weisen, erinnerte aber auch an die Vorteile durch die Biogasanlage. Außerdem sei die in der Vergangenheit schon häufiger geäußerte Kritik ein Argument mehr für den Ausbau des Kernwegenetzes. Mit dem geplanten Bau könnten rund 80 Prozent des Anlieferverkehrs aus dem Dorf genommen werden. Trotzdem werde die Gemeinde einen Brief an die Betreiber aufsetzen und an die Fahrer um Rücksicht appellieren.

    Ferner lag dem Gremium der Bauantrag für ein Einfamilienhaus im Bölsweg vor, der ebenso passierte wie eine Voranfrage für ein ähnliches Vorhaben im Lärchenweg sowie der Umbauantrag eines Wohn- und Geschäftshauses an der Hauptstraße.

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