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    Frickenhausen

    Was wird aus dem maroden Dorfgemeinschaftshaus Frickenhausen?

    Die Gasleitung ist in einem bedenklichen Zustand, die Bausubstanz teilweise marode. Eines ist klar, es besteht dringend Handlungsbedarf.
    Von außen ja eigentlich noch ganz ansehnlich, ist das Dorfgemeinschaftshaus in Frickenhausen in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig
    Von außen ja eigentlich noch ganz ansehnlich, ist das Dorfgemeinschaftshaus in Frickenhausen in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig Foto: Brigitte Gbureck

    Am Dorfgemeinschaftshaus Frickenhausen begann die Tour des Mellrichstädter Bauausschusses. Ortssprecher Achim Reß hatte angesichts der schweißtreibenden Temperaturen einen Kasten Getränke bereitgestellt und ging auch gleich auf den ersten Tagesordnungspunkt, das Dorfgemeinschaftshaus aus dem Jahr 1949, ein. Das Alter stelle das Hauptproblem dar. Die Rampe vor dem Haus sei nicht mit Rollator oder Rollstuhl befahrbar, sie ist zu steil.

    Vor sechs Wochen habe er außen starken Gasgeruch wahrgenommen, innen brannten ihm dann die Augen. Als der Notdienst kam, hieß es nur „seid ihr noch ganz sauber?“. Im Gastank war der Druckfilter defekt. Die Gasleitung stößt durch ein blankes Rohr in den Betonboden im Innenraum und hat keine Isolierung. Die Heizungsbaufirma bestätigte, dass die Heizung so nicht mehr in Betrieb genommen werden dürfe.

    Die Fundamente im Außenbereich sind aufgrund der Entwässerung stockig, der Sturz im Inneren ist an drei Stellen gebrochen. Bauamtsleiter Christian Roßhirt berichtete von einem Ortstermin mit dem Architekten. Das Ergebnis: Die Bausubstanz sei nicht besonders gut. Nur das Nötigste zu machen, würde zwischen 100000 und 150000 Euro kosten. Bei Abriss und Neubau müsse man mit 1,5 Millionen Euro rechnen.

    Bei einem Neubau müsste für die Barrierefreiheit der Berg abgetragen und das Haus eben in den Hang gebaut werden. Sven Petermann führte an, dass das Gebäude von verschiedenen Gruppen jeden Tag genutzt werde. Bürgermeister Michael Kraus geht davon aus, dass in einem Ort wie Frickenhausen in der Ortsmitte ein gemeindliches Gebäude für das dörfliche Leben und die Gemeinschaft erforderlich ist. Drei Optionen stünden zur Verfügung: notdürftiges Reparieren und weiterer Verfall, Sanierung oder Abriss und Neubau.

    Privater Parkplatz?

    Die Feuerwehr Frickenhausen möchte in Eigenregie die Tore und das Fachwerk des Feuerwehrhauses streichen und dazu das Gerüst selber stellen. Die Farbe würde 600 bis 700 Euro kosten. 

    Nächster Haltepunkt war der unübersichtliche Kreuzungsbereich am Friedhof mit Kindergarten und Massagepraxis. Man wolle hier Parkplätze für die Kindergärtnerinnen einrichten, sagte Achim Reß.  Väter von Kindergartenkindern hätten sich bereit erklärt, die Arbeiten zu übernehmen. Da es sich um einen Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft handelt, tue sich die Stadt schwer, einen Parkplatz  zu bauen. Wenn, dann müsste der Parkplatz öffentlich sein, wandte Bürgermeister Kraus ein. 

    Licht am Frickenhäuser See

    Dass die Beleuchtung zum Frickenhäuser See „katastrophal“ ist, wurde vor Ort festgestellt. Eine große Laufstrecke sei ohne Licht zu bewältigen. Ein Elektriker habe sich bereit erklärt, eine beim Straßenbau nicht mehr benötigte Straßenlampe ab- und an der Straße zum See einzubauen. Die Ausschussmitglieder fassten den Beschluss, den Lichtmast dorthin zu setzen und dass sich die Stadt an den Kosten beteiligt.

    Der Graben im Moorwiesenweg in Eußenhausen soll renaturiert werden
    Der Graben im Moorwiesenweg in Eußenhausen soll renaturiert werden Foto: Brigitte Gbureck

    Weiter führte der Weg nach Eußenhausen auf einen Verbindungsweg Richtung Hermannsfeld. Siegbert Seifert führte aus, dass hier tagtäglich schwere LKWs lang fahren. Der Weg, der vor 50 Jahren gebaut wurde, reicht über eine Betonmauer, die in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bürgermeister Kraus hakte ein, dass hier Schwerlastverkehr mit Gülle und Mais fährt. Die Straße sollte daher für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, allerdings will man die eigenen Bauern nicht aussperren. Eine Lösung sei noch nicht in Sicht.

    Letzter Außentermin war am Roßmarkt in Mellrichstadt. Die Querung im Bereich des Niklasheimes weist große Fahrrinnen auf. Es wurde vorgeschlagen, neu zu pflastern. 

    Bauanträge

    Im Sitzungssaal der VG ging es mit Baugesuchen weiter. Gegen das Bauvorhaben eines Ehepaares, das in der Erfurter Straße den Neubau eines Nebengebäudes an der Grundstücksgrenze plant, bestanden ebenso wenig Einwendungen wie gegen den Neubau eines Paares in der Grabfeldstraße in Sondheim/Grabfeld, das den Teilabbruch einer Scheune mit Neubau eines Wohnhauses plant.

    Eine Baubewerberin plant in der Bauerngasse die Neueindeckung des Daches mit Dachverlängerung und Verkleidung der Seitenwand und beantragt eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis. Dieser Antrag wurde ebenso genehmigt wie der Neubau eines Wohnhauses mit Garage im Heidelbergblick und der Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage im Heckenweg, beide in Mellrichstadt.

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