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    Ostheim

    Wasserzweckverband "Willmarser Gruppe" hat sich bewährt

    Ulrich Waldsachs (rechts) konnte das Amt des ersten Vorsitzende des WZV 'Willmarser Gruppe' an Ostheims Bürgermeister Steffen Malzer (2. von links) übergeben. Als Stellvertreter fungieren der Willmarser Bürgermeister Reimund Voß (2. von rechts) und Nordheims Gemeindechef Thomas Fischer (links).
    Ulrich Waldsachs (rechts) konnte das Amt des ersten Vorsitzende des WZV "Willmarser Gruppe" an Ostheims Bürgermeister Steffen Malzer (2. von links) übergeben. Als Stellvertreter fungieren der Willmarser Bürgermeister Reimund Voß (2. von rechts) und Nordheims Gemeindechef Thomas Fischer (links). Foto: Eva Wienröder

    Zum ersten Mal in der neuen Legislaturperiode 2020-2026 trat die Verbandsversammlung des Wasserzweckverbandes "Willmarser Gruppe" zusammen. Ostheims Bürgermeister Steffen Malzer trat dabei die Nachfolge von Ulrich Waldsachs an, der zwölf Jahre als erster Vorsitzender fungiert hatte.

    "Heute habe ich noch einmal die Ehre, die Sitzung eröffnen zu dürfen", freute sich Ulrich Waldsachs, denn er hatte satzungsgemäß bis zur Wahl des ersten Vorsitzenden die Zusammenkunft zu leiten. Der Ostheimer Bürgermeister in Rente nutzte die Gelegenheit, noch einmal einen Blick auf die Entwicklung des Verbandes zu werfen.

    1989 wurde der Grundstein gelegt

    Im Januar 1989 war der Grundstein für den WZV von der Stadt Ostheim und der Gemeinde Willmars gelegt worden, im Dezember 1990 trat dann die Gemeinde Nordheim bei. Allen drei Kommunen gemeinsam sei die auf Dauer unsichere Wasserversorgung und Wassergüte gewesen, weshalb man gemeinschaftlich eine zukunftsfähige Einrichtung habe schaffen wollen, wie Waldsachs erklärte. Und die habe sich bewährt. Mit dem Wasser aus den vier Brunnen in der Sulz und dem Wasserwerk in Willmars als Herzstück habe man damals eine Versorgung auf der Planungsgrundlage von 5000 Einwohnern mit einer maximalen jährlichen Fördermenge von 400 000 Kubikmeter Wasser errichtet. Damit habe man gut kalkuliert und könne Reserven vorhalten, sagte Waldsachs mit Blick auf den derzeitigen Verbrauch von 325 000 bis 340 000 Kubikmeter. So sei man auch für Trockenjahre gut gerüstet.

    Im Februar 1996 konnten die Verbandsanlagen in Betrieb gehen, am 26. September des darauffolgenden Jahres wurde Einweihung gefeiert. 15,3 Millionen DM, also umgerechnet rund 7,8 Millionen Euro, betrugen die Gesamtkosten für den WZV. "Eine damals schon stolze Summe", befand Waldsachs, der einen Überblick über die verschiedenen Bauabschnitte gab. 2006 folgte dann noch der Bau einer Versorgungsleitung nach Oberwaldbehrungen und jüngst wurde Völkershausen angeschlossen.

    Investitionen ins Leitungsnetz werden notwendig werden

    Der Verband hatte durchaus auch seine Probleme, so im Zuge der Verschärfung der Trinkwasserverordnung und dem zwischenzeitlichen Auftauchen von Verkeimungen im Rohwasser. Letztere hat man nach den Worten von Waldsachs durch das Chlordioxid-Verfahren gut in den Griff bekommen und sich den Einbau einer teuren Ultrafiltrationsanlage erspart. Größere Rohrbrüche in den letzten Jahren werden in absehbarer Zeit Investitionen in das Leitungsnetz notwendig machen.

    Da Ostheim den größten Teil des Versorgungsgebietes ausmacht, wurde bei der konstituierenden Sitzung erwartungsgemäß Bürgermeister Steffen Malzer zum ersten Vorsitzenden des WZV gewählt. Es gibt auch wieder zwei Stellvertreter. Der Willmarser Bürgermeister Reimund Voß wurde erneut zum zweiten und sein Nordheimer Amtskollege Thomas Fischer zum dritten Vorsitzenden bestimmt.

    Monatliche Aufwandsentschädigung wurde besprochen

    Reine Formsache waren der Erlass einer Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Verfassungsrechts und der Beschluss über die Geschäftsordnung. Dabei wurde festgelegt, dass die monatliche Aufwandsentschädigung für den ersten Vorsitzenden 60 Euro und für die Stellvertreter 30 Euro betrage soll. Das Sitzungsgeld wird leicht von 15 auf 20 Euro erhöht.

    Reibungslos gestaltete sich auch die Bildung des Rechnungsprüfungsausschusses. Ihm gehören von der Stadt Ostheim Udo Trabert (Ausschussvorsitzender) und Matthias Leyh, von der Gemeinde Nordheim Roberto Breunig (stellvertretender Vorsitzender) und von der Gemeinde Willmars Joachim Krech an.

    Im weiteren Verlauf der Sitzung beschloss das Gremium die Beschaffung einer Schließanlage für das Wasserwerk und die Außenbauwerke und die Beschaffung von zwei neuen Laptops. Die Mittel dafür hatte man bereits im Haushalt 2020 veranschlagt.

    Vier Brunnen sollen weiterlaufen

    Die wasserrechtliche Genehmigung für die vier Brunnen läuft Ende des Jahres aus. Der Verband hat einen Antrag auf Verlängerung um weitere 30 Jahre gestellt. Um die zahlreichen Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes zu erfüllen, muss jedoch ein Fachbüro eingeschaltet werden, wie Steffen Malzer erklärte. Da die erforderlichen Arbeiten des Fachbüros längere Zeit in Anspruch nehmen dürften, beabsichtigt das Landratsamt zur Überbrückung eine befristete, beschränkte Erlaubnis zur Grundwasserentnahme zu erlassen. Dies kann für vier Jahre gewährt werden.

    Die Verbandsanlagen werden von den Wasserwarten Peter Schulze, Thomas Graumann und Denny Vielwerth betreut. Für Peter Schulze war es die letzte Verbandsversammlung, da er Ende Juni in den Ruhestand geht. Der Vorsitzende lobte Schulze, der dann fast 26 Jahre beim WZV beschäftigt war, für seine Arbeit. Große Anerkennung sprach Steffen Malzer ebenso seinem Vorgänger im Amt aus. Der Name Ulrich Waldsachs sei eng verwoben mit dem WZV "Willmarser Gruppe" und der Verband sei gut aufgestellt, würdigte Malzer das Engagement des langjährigen Vorsitzenden. Neben Ulrich Waldsachs sind Stefan Just (Ostheim) und Johannes Pappe (Willmars) mit dem Wechsel der Wahlperiode aus dem neunköpfigen Gremium ausgeschieden. Beide waren von 2014 bis 2020 Verbandsräte.

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