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    Rhön-Grabfeld

    Wo werden am Wochenende Gottesdienste gefeiert?

    Anmeldung, Abstand und Einlasskontrolle: In der Corona-Krise stehen Kirchengemeinden vor besonderen Herausforderungen. Wie setzen die Gemeinden im Landkreis die Vorgaben um?
    Am Kreuzberg ist die Kirche (im Bild) geschlossen, und öffentliche Gottesdienste werden nicht gefeiert. Viele andere Kirchen im Landkreis sind allerdings zur Einkehr geöffnet, in mehreren Gemeinden gibt es Wort-Gottes-Feiern.
    Am Kreuzberg ist die Kirche (im Bild) geschlossen, und öffentliche Gottesdienste werden nicht gefeiert. Viele andere Kirchen im Landkreis sind allerdings zur Einkehr geöffnet, in mehreren Gemeinden gibt es Wort-Gottes-Feiern. Foto: Marion Eckert

    Die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden im Landkreis Rhön-Grabfeld befinden sich derzeit in einer Zwickmühle. Die Bayerische Staatsregierung hat öffentliche Gottesdienste seit Montag, 4. Mai, wieder gestattet. Doch dabei gelten strenge Vorgaben. Wie können die Gemeinden die Regeln umsetzen?

    Die genauen Regelungen für das Bistum Würzburg wurden in einem Dekret von Bischof Franz Jung am 28. April bekannt gegeben. Bis auf Weiteres sind keine Messfeiern erlaubt, sondern Wort-Gottes-Feiern ohne das Spenden der Kommunion, die Feier der Tagzeitenliturgie und Andachten sowie die eucharistische Anbetung. Pro Pfarreiengemeinschaft sind nur in einer Kirche Gottesdienste zugelassen, wenn diese Kirche den Vorgaben entspricht: Ein Platzabstand von mindestens zwei Metern zwischen zwei Personen muss eingehalten werden, die Bankreihen müssen beidseitig zugänglich sein und die Kirche muss mehrere Ein- und Ausgänge haben.

    Wo künftig Gottesdienste gefeiert werden, müssen sich die Gläubigen in der Regel anmelden und dabei eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sowie ihr eigenes Gesangbuch mitbringen. Ein Ordner muss dann am Eingang stehen, den Einlass anhand der Teilnehmerliste kontrollieren und den Gläubigen einen festgelegten Sitzplatz anhand eines Sitzplans zuweisen. Doch sehen sich die Pfarreiengemeinschaften dazu imstande?

    Weiterhin keine Gottesdienste am Kreuzberg und in Bischofsheim

    Auf dem Kreuzberg und in den Pfarreiengemeinschaften der Seelsorgeeinheit am Kreuzberg wird es bis auf Weiteres keine öffentlichen Gottesdienste geben. So hat es das Team der Seelsorgeeinheit, zu der die Pfarreiengemeinschaften "Am Kreuzberg, Bischofsheim", "Immanuel Hohe Rhön, Oberelsbach" und "Die Walddörfer, Sandberg" zählen, beschlossen, "da es in unseren Gemeinden und Gotteshäusern sehr schwierig ist, die Rahmenbedingungen umzusetzen und wir die Verantwortung für die Gesundheit unserer Mitmenschen sehr ernst nehmen", wie der leitende Pfarrer Manfred Endres (Bischofsheim) bekannt gibt.  Nach dem 11. Mai soll, auch im Hinblick auf die Erfahrungswerte der Diözese, neu entschieden werden.

    Das Kloster Kreuzberg schließt sich den Entscheidungen der Pfarreiengemeinschaften an. Wie Pater Georg Andlinger, der Guardian des Klosters, sagt, werden bis zum 16. Mai keine öffentlichen Gottesdienste oder Andachten angeboten. Das monatliche Konzert in der Klosterkirche für den Monat Mai wurde abgesagt. Und Wallfahrten sind bis auf weiteres verboten.

    Die Kirchen sind nach wie vor zum persönlichen Gebet tagsüber geöffnet. Nur die Kirche am Kreuzberg ist geschlossen.

    Im Streutal und im Besengau gibt es am 10. Mai keine Gottesdienste

    Auf Grundlage der strengen Auflagen haben die Kirchengremien der Pfarreiengemeinschaften "Franziska Streitel Mellrichstadt", "Fladungen-Nordheim" und "Besengau Bastheim" beschlossen, dass an diesem Sonntag, 10. Mai, keine öffentlichen Wort-Gottes-Feiern in den Kirchen – ausgewählt waren Mellrichstadt, Nordheim und Bastheim – stattfinden werden. Wie Pfarrer Thomas Menzel anführt, sehen sich die verantwortlichen Mitglieder der drei Kirchengremien nicht in der Lage, die Vorgaben zu erfüllen. 

    "Allein die Einteilung des Ordnungspersonals, das für eine Einlasskontrolle nötig ist, wirft erhebliche Probleme auf. Denn dieser Personenkreis darf - auch altersmäßig - keiner Risikogruppe angehören", macht Menzel deutlich. In den übrigen Gemeinden ist das Seelsorgeteam mit den Gremien und den Verantwortlichen ebenfalls im Gespräch. Auch dort sind die verschiedenen Gottesdienstformen nur in Absprache mit den jeweiligen Ortsbeauftragten aus dem Seelsorgeteam unter Wahrung der vorgeschriebenen Auflagen möglich. 

    Maiandacht am Sonntag in Stockheim

    In Stockheim findet am Sonntag, 10. Mai, um 18 Uhr in der St. Vitus-Kirche eine Maiandacht statt. Man habe lange diskutiert, ob man dieses Angebot machen solle, so Pfarrer Andreas Hutzler. Wichtig sei, dass die große Kirche in allen Punkten den Vorgaben in Bezug auf die Sicherheit entspreche. Insofern werde man am Sonntag einen Probedurchlauf starten und sich danach entscheiden, ob weiterhin Andachten bzw. Wortgottesfeiern durchgeführt werden.

    Um an dieser Andacht teilnehmen zu können, muss man sich telefonisch im Pfarrbüro anmelden, Tel. (09777) 1230. Danach erhält man eine Nummer. In der Kirche ist ein Platz mit dieser Nummer versehen, wo sich der Gläubige dann niederlässt. Dort ist auch ein Gottesdienstablauf samt Liedern zu finden. Am Eingang wird die Anmeldung überprüft.

    Gottesdienste in Bad Neustadt, Hohenroth und Salz

    In den Pfarreiengemeinschaften Bad Neustadt, Hohenroth und Salz werden Gottesdienste gefeiert, aufgrund der Beschränkungen ist aber nur eine begrenzte Anzahl von Gottesdienstbesuchern möglich. Die Gläubigen müssen sich daher in ihrem zuständigen Pfarrbüro anmelden, so Pfarrer Andreas Krefft. Gläubigen, die zu einer Risikogruppe gehören, sollten die Gottesdienste im Fernsehen oder im Internet mitfeiern. Am Sonntag jeweils um 10.30 Uhr können Gemeindemitglieder im Internet live an einer Eucharistiefeier teinehmen und an jedem 13. des Monats um 19 Uhr an der Fatimaandacht. Links zu den Gottesdiensten gibt es unter: https://katholisch-nes.de.

    Maiandachten werden am 6. und 12. Mai um 18.30 Uhr in Salz gefeiert, am 7. und 14. Mai um 18.30 Uhr in Hohenroth sowie am 10 und 17. Mai um 17 Uhr in Mühlbach. Wortgottesfeiern finden an den Sonntagen, 10. und 17. Mai, in drei Gemeinden statt: um 9 Uhr in St. Konrad, Gartenstadt, um 10.30 Uhr in Salz und um 10.30 Uhr in Hohenroth.

    Wortgottesdienstfeiern in der Pfarreiengemeinschaft "St. Martin, Brend"

    Die Pfarreiengemeinschaft "St. Martin, Brend" lädt zu Wortgottesfeiern mit eucharistischem Segen ein. Diese finden an folgenden Terminen in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Herschfeld (dort sind die Kniebänke beidseitig zugänglich) statt: Samstag, 9. Mai, 18.30 Uhr, Sonntag, 10. Mai, 10.30 Uhr, Donnerstag, 14. Mai, 18.30 Uhr, Samstag, 16. Mai, 18.30 Uhr, Sonntag, 17. Mai, 10.30 Uhr. Die Gläubigen werden gebeten, rechtzeitig vor dem Beginn der Gottesdienste in der Kirche zu sein, da auf eine Anmeldung zur Teilnahme am Gottesdienst verzichtet werden soll. Ordner am Eingang geben Anweisungen, die Bankreihen von vorne zu füllen und auf die Markierungen zu achten.

    Gottesdienste im Grabfeld

    Auch im Grabfeld ist zu den Wort-Gottes-Feiern eine Anmeldung nötig. Durch die Abstandsregelung gibt es in den Kirchen nur eine sehr beschränkte Anzahl an Sitzplätzen. Bei Gottesdiensten im Freien ist die Anzahl der Teilnehmer auf 50 beschränkt. 

    Die Gottesdienste starten in den Pfarreiengemeinschaften zu unterschiedlichen Zeitpunkten. In der Pfarreiengemeinschaft "St. Martin - Östliches Grabfeld" werden Gottesdienste ab Sonntag, 17. Mai, zunächst in Alsleben gefeiert. An der Ursula-Kapelle gibt es bis auf weiteres keine Wallfahrer-Gottesdienste. In der Pfarreiengemeinschaft "Grabfeldbrücke" wird der Gottesdienst am Sonntag, 10. Mai, in Merkershausen gefeiert, in Bad Königshofen am 17. Mai. In der Pfarreiengemeinschaft "Westliches Grabfeld" erfolgt der Gottesdienstbeginn am 10. Mai zunächst in Großbardorf. In der Pfarreiengemeinschaft "Um den Findelberg" ist der Beginn der Gottesdienste für den 17. Mai vorgesehen.

    Gottesdienste in der Christuskirche Bad Neustadt

    Das Pfarrkapitel für den Dekanatsbezirk Bad Neustadt hat die Empfehlung ausgegeben, in den evangelischen Gemeinden erst ab Sonntag, 17. Mai, wieder mit öffentlichen Gottesdiensten zu beginnen. Damit soll gewährleistet werden, dass alle Hygieneauflagen bis dahin korrekt umgesetzt werden können. Der Kirchenvorstand in Bad Neustadt hat daher Folgendes beschlossen: Beginnend mit dem 17. Mai werden in der Christuskirche sonntags drei verkürzte Gottesdienste gefeiert, und zwar um 9, 9.30 und 10 Uhr. Der jeweilige Gottesdienst dauert 20 Minuten. Dadurch soll sich die Zahl der Menschen, die den Gottesdienst besuchen wollen, möglichst gleichmäßig verteilen.

    Ein von Kirchenvorstehern gebildetes Team sorgt für die Umsetzung des Sicherheitskonzepts. Eine  Anmeldung zu den Gottesdiensten ist nicht erforderlich, höchstens etwas Geduld, sollte man auf den Anschlussgottesdienst warten müssen, heißt es.

    Bis Pfingsten keine Gottesdienste in der Gustav-Adolf-Kirche Mellrichstadt

    Der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Mellrichstadt hat beschlossen, auch weiterhin keine öffentlichen Gottesdienste in der Gustav-Adolf-Kirche in Mellrichstadt zu feiern. Die Regelung gilt bis einschließlich Pfingsten. Die Kirche steht den Gläubigen aber täglich von 8 bis 20 Uhr offen. Auf der Internetseite www.mellrichstadt-evanglisch.de können sich Interessierte zudem über wechselnde geistliche Angebote der Kirchengemeinde informieren.

    Der biblischen Botschaft kann gemäß der Mitteilung auch weiterhin in der Kirche begegnet werden. Dort kann die gesamte Apostelgeschichte nach Lukas als Einspielung gehört werden. Die Apostelgeschichte erzählt das Entstehen der ersten christlichen Gemeinden in der nachösterlichen Zeit. Himmelfahrt, Pfingsten, Taufen und die Ausbreitung der frohen Botschaft durch die Apostel, vornehmlich Petrus und Paulus, sind die Hauptthemen. Nach jedem Leseabschnitt erfolgt eine dreiminütige Stille und dann eine Musikeinspielung. 

    Wie geht es auf lange Sicht weiter?

    Wie es auf längere Sicht mit den Gottesdiensten in der Region weitergeht, wird die jeweils aktuelle Lage in der Corona-Krise vorgeben. Nach Christi Himmelfahrt wird Bischof Franz über eine eventuelle weitergehende Öffnung der Kirchen entscheiden. Bitttage, Prozessionen, Wallfahrten und Taufen sind allerdings auf längere Sicht nicht möglich, das steht schon fest. Und auch Beisetzungen finden weiterhin im engsten Familienkreis ohne Requiem statt.

    Natürlich können Heilige Messen als Streaming-Angebote oder im Fernsehen mitgefeiert werden, dies sollten insbesondere die Personen nutzen, die zur Risikogruppe gehören, so die Verantwortlichen in den Kirchengremien. Die bayerischen Bischöfe dispensieren weiterhin von der allgemeinen Sonntagspflicht, wenn Gläubige über das Fernsehen über Radio oder über Internet die jeweiligen Gottesdienste mitfeiern. So wie bisher werden die Priester der Pfarreiengemeinschaft stellvertretend für alle in verschiedenen Kirchen Eucharistie feiern, die nicht öffentlich sind. Dies geschieht solange, bis wieder öffentliche Eucharistiefeiern möglich sind.

    Mit Material von Marion Eckert und Hanns Friedrich

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