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    Schweinfurt

    35-Jähriger gefährlich für die Allgemeinheit

    Der Mann, der mit einem Messer in der Psychiatrischen Klinik in Werneck gefährlich randaliert hat, wird dauerhaft untergebracht. Das Gericht nennt gute Gründe dafür.
    Einen großen Polizeieinsatz löste ein psychisch Kranker aus, als er im November mit einem gezückten Messer in der Wernecker Psychiatrie herumlief. Jetzt hat das Gericht seine Unterbringung angeordnet, weil der Mann für die Allgemeinheit gefährlich sei. 
    Einen großen Polizeieinsatz löste ein psychisch Kranker aus, als er im November mit einem gezückten Messer in der Wernecker Psychiatrie herumlief. Jetzt hat das Gericht seine Unterbringung angeordnet, weil der Mann für die Allgemeinheit gefährlich sei.  Foto: Patrick Pleul

    Für den 35-jährigen Beschuldigten wird die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, sein gezacktes Klappmesser wird eingezogen – und er trägt die Gerichtskosten. Dieses Urteil verkündete die Große Strafkammer des Landgerichts Schweinfurt am Mittwoch.

    Randale mit Messer in der Hand

    Am späten Abend des 10. November letzten Jahres suchte der Mann, der an paranoider Schizophrenie und einer dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet, von sich aus die Wernecker Psychiatrie auf, weil er sich nicht wohl fühlte. Am frühen Morgen, gegen 2 Uhr, meldete das Krankenhaus der Polizei, der Mann laufe auf der Station K5 mit einem Einhandmesser mit gezackter Klinge durch die Station. Die rückte mit 13 Beamten an, schützte die Station und hielten die nicht verschließbare Glastür zum Raucherraum zu, in den sich der Mann verzogen hatte. Zwei Polizistinnen versuchten zwei Stunden, ihn zu überreden, sein Messer herzugeben. Mal ruhig und nachdenklich, dann wieder "hoch aggressiv" gebärdete sich der 35-Jährige.

    Unter anderem hat er Stühle aus ihren Halterungen gerissen, Heizungsthermostate und Steckdosen abgetreten und mit dem Messer in Kopfhöhe auf die Glasscheibe des Raucherraums eingestochen, hinter der sich eine Beamtin befand. "Mir stand das Herz kurz still", sagte sie als Zeugin am ersten Verhandlungstag. Zweimal zog sich der Mann komplett aus und wieder an. Sein Messer wollte er nicht herausgeben. Mit diesem brachte er sich drei tiefe Schnitt am Oberarm bei, die heftig bluteten - und er verschmierte das Blut an der Wand und auf der Türscheibe.

    Zwei Schüsse ins Bein

    Weil kein noch so freundliches Verhandeln hilft, tritt ein SEK-Team auf den Plan, um die Gefahr zu beenden. Nachdem der Hochaggressive die Türscheibe zertrümmert hatte und mit dem Messer auf die Polizisten zuläuft, streckt ihn ein SEK-ler mit zwei Schüssen ins Bein nieder. Er wird gefesselt, die Wunden erstversorgt und er wird in die Uniklinik Würzburg gebracht.

    Strafrechtlich wird dem Beschuldigten tätlicher Angriff auf Polizeibeamte, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Er kann dafür aber nicht bestraft werden, weil seine Schuldfähigkeit zur Tatzeit krankheitsbedingt "nicht ausschließbar" entweder komplett aufgehoben oder erheblich beeinträchtigt gewesen sei. So lautet das Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen, dem die Strafkammer folgt.

    Gefährlich für Dritte

    Das Gericht folgt dem Gutachter auch darin, dass von dem Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht - nicht nur für Polizisten und medizinisches Personal, von dem er sich je nach Situation provoziert fühlen könnte, sondern auch "für beliebige Dritte". Jeden könne er dann angreifen und verletzen. Von dem 35-Jährigen seien auch künftig weitere rechtswidrige Taten zu erwarten. Deshalb wird seine Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet. Gegen das Urteil ist Revision möglich.  

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