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    Schweinfurt

    600 Markierungen weisen den Weg zum Schweinfurter Haus

    Die Rhön liegt nicht vor der Haustür der Schweinfurter, doch in zwei oder drei Tagen ist das Heim des Rhönklubs als Ausgangspunkt vieler Touren per Fuß zu erreichen.
    Garantiert sind Abwechslung auf dem 65 Kilometer langen Weg von Schweinfurt zum Schweinfurter Haus. Foto: Gerd Landgraf

    Knapp vier Jahrzehnte nach der Erstmarkierung (Herbst 1979 bis Mai 1981) ist der 65 Kilometer lange Wanderweg vom Stadtteil Haardt bis zum Schweinfurter Haus des Rhönklubs am Hang des Gangolfsberges neu ausgeschildert. Wegewart Robert Wörner und Helfer Peter Kurka sind ein dutzendmal losgezogen, um auf der vom Schweinfurter Zweigverein des Rhönklubs zuständigen Teilstrecke von Schweinfurt bis Steinach an der Fränkischen Saale dem Wanderer "frühzeitig und sicher" (Robert Wörner) den Weg zu weisen.    

    Unter den großen Platanen zwischen Haardtberg und Dittelbrunner Straße ist der Start der Tour, die über Holzhausen, Rottershausen, die Schwarze Pfütze und Nüdlingen nach Steinach und dann weiter auf der schon früher neu markierten und ähnlich langen Strecke über Burgwallbach, Schönau (Brend) und Oberelsbach zum Schweinfurter Haus führt. Einstieg in den Wanderweg ist auf der Haardt am Ende der Käthe-Kollwitz-Straße.

    Peter Kurka (links) und Robert Wörner am Startpunkt an der Dittelbrunner Straße. Foto: Gerd Landgraf

    Weil stadtnah ständig Wege kreuzen, haben Wörner und Kurka im Haardtwald viele Schilder mit den drei blauen Buchstaben SwH (auf weißem Grund) und zusätzliche Richtungspfleile (schwarz auf weißem Grund) angebracht. Eigentlich gilt, dass bei gerader Wegführung kein Richtungspfeil gebraucht wird, dass das Wegzeichen als Erinnerung reicht. Doch die Wegewarte haben mit den Pfeilen nicht gegeizt, denn "sicher ist sicher".  

    Mit der Biegehilfe Marke Eigenbau werden die Schilder vor dem Ankleben in die gewünschte Form gebracht. Foto: Gerd Landgraf

    Markiert wurde nach den seit 2015 für alle Wanderwege gültigen Regeln des Deutschen Wanderverbandes. Abgelöst ist die frühere Parallelmarkierung (ein Zeichen parallel zum Weg) durch die Sichtmarkierung mit jeweils einem Zeichen für jede Richtung an den Bäumen, Steinen oder Stangen. Die Markierungen sind so aus beiden Richtungen schon aus der Ferne und nicht nur beim Vorbeigehen zu sehen. Bei einem Richtungswechsel folgt ein Zeichen gleich hinter der markierten Kreuzung, damit der Wanderer sich auf dem richtigen Kurs weis. Diese Beruhigungszeichen sind auch im schwierigen Gelände alle 200 bis 300 Meter anzutreffen. 

    Allenthalben tolle Ausblicke – etwa oberhalb von Holzhausen. Foto: Gerd Landgraf

    Die gedruckten wetterfesten Markierungsplakate hatten die Wegewarte vor ihren Einsätzen auf Aluminiumtafeln geklebt. An Ort und Stelle mussten die fertigen Schilder dann nur noch mit Kleber angebracht werden. Das Aufmalen von Zeichen oder das Annageln von Schildern entfiel. Trotzdem: bis der jeweils am besten geeignete Baum gefunden war, lief die Zeit. So wurden pro Einsatz drei Kilometer Weg in drei bis vier Stunden geschafft. Zu berücksichtigen war, dass die Markierungen von Weitwanderwegen höher als lokale Wanderzeichen anzubringen sind.  

    An allen Kreuzungen und Einmündungen ist markiert. Foto: Gerd Landgraf

    Der über 300 Mitglieder zählende Zweigverein hat jetzt wieder einen Weg, auf dem der Wanderer (und auch der Mountainbiker) ohne die Hilfe von Führern oder Karten zuverlässig zum Schweinfurter Haus findet. Auf den gut 30 Kilometern sind rund 300 Markierungen angebracht. Alte Wegzeichen wurden auf Bäumen mit der oliver Farbe  übermalt, an Beton und Stahlsäulen mit blauer Abtönfarbe. Von Moos befreit und gewaschen wurden Zusatzsschilder, etwa die des Landkreises oder jene der Gemeinden, die als Ziel das Schweinfurter Haus anzeigen. In Orten wie Nüdlingen sind die Markierungen vielfach an den Stangen der Verkehrszeichen zu finden, aber auch an Fallrohren der Regenrinnen (mit Erlaubnis der Hausbesitzer).   

    Wegzeichen gibt es nicht nur vom Rhönklub, sondern auch vorm Landkreis (Foto) und den Gemeinden. Foto: Gerd Landgraf

    Ziel ist das ein wenig abseits von den bekannten Ausflugszielen am Waldrand und an Wiesen gelegene Schweinfurter Haus mit dem Ausblick auf das Tal der Streu. Das 1922 erworbene Gebäude wurde immer wieder renoviert und umgebaut. Besonders beliebt ist der große Kinderspielplatz. Neben den zwei bewirtschafteten Gasträumen stehen für Übernachtungsgäste sieben Doppel-, drei Dreibett- und ein Vierbettzimmer zur Verfügung. Die Übernachtungspreise sind günstig (das Nichtmitglied zahlt für die erste Nacht 21 Euro, ab der zweiten Nacht 13 Euro). Bettwäsche und Handtücher sind mitzubringen oder zu leihen. 

    Das Schweinfurter Haus am Gangolfsberg. Foto: Gerd Landgraf

    Mit dem Forsthaus bietet der Schweinfurter Rhönklub gleich nebenan ein weiteres Übernachtungshaus mit acht Doppelzimmern und einer Ferienwohnung. Einzelheiten unter www.rhoenklub-schweinfurt.de. Der Rhönklub informiert zudem über Gasthöfe und Hotels entlang der Strecke Schweinfurt-Gangolfsberg – einem idealen Ausgangpunkt für Wanderungen, Skitouren und für Mountainbiker in der Rhön.     

    Zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten bietet das Forstaus. Foto: Gerd Landgraf

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